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Kinder- und Jugendschutz

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Bindel-Kögel, Gabriele: Kooperation zwischen Jugendhilfe und Justiz: Zum Standort der Jugendhilfe am Beispiel des Berliner Modells der U-Haftvermeidung

Das Spannungsfeld zwischen Jugendhilfe und Justiz wird mit Verabschiedung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (KJHG) zu Beginn der neunziger Jahre neu akzentuiert. In der Vergangenheit war mit dem ordnungs- und fürsorgerechtlichen Charakter des Jugendwohlfahrtgesetzes (JWG) eine Dominanz des strafrechtlichen Paradigmas verbunden, Jugendhilfe war im Falle der Kooperation in den 'Souterrain der Justiz' verwiesen. Zu Beginn der neunziger Jahre hat sich ein Wandel hin zu einem sozialpädagogisch und leistungsrechtlich orientierten Jugendhilferecht vollzogen. Doch vor dem Hintergrund zunehmender Arbeitslosigkeit, der Verarmung breiter Bevölkerungskreise und des Anstieges der polizeilich registrierten Jugendkriminalität sind die gesellschaftlichen Erwartungen schon kurze Zeit nach der neuen gesetzlich unterlegten Eigenständigkeit der Jugendhilfe verstärkt darauf gerichtet, Jugendhilfe erneut zum Erfüllungsgehilfen von Justiz zu machen. Bei der Kooperation mit Justiz befindet sich Jugendhilfe in der kritischen Position der Legitimation und Abgrenzung des eigenen professionellen Handelns gegenüber überwiegend fachfremdem Erwartungsdruck. Anhand des im Jahre 1994 in Berlin eingeführten neuen Modells der Vermeidung von Untersuchungshaft sollen Widersprüche zwischen Jugendhilfe und Justiz nachgezeichnet und konzeptionelle Schlussfolgerungen der Jugendhilfe aufgezeigt werden (Quelle: Einf., S. 42 f.).

In: sozialmagazin
Jg. 25, H. 1, , S. 42 -53, 2000,
ISSN: 0340-8469
Bezug:
Juventa Verlag GmbH, Ehretstraße 3, 69469 Weinheim

BAJ-A-01395 (Einzelartikel)

Letzte Aktualisierung: 07.11.2006

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