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Kinder- und Jugendschutz

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Bundesjugendkuratorium (Hrsg.): Schutz vor Kindeswohlgefährdung

Anmerkungen zur aktuellen Debatte

Das Bundesjugendkuratorium (BJK), hat sich mit einer Stellungnahme in die öffentliche Debatte zum Kinderschutz eingebracht. Es fordert, statt immer neue Modelle und Modellprogramme für frühe Hilfen zum Kinderschutz zu beginnen und den Königsweg für einen wirksamen Kinderschutz zu suchen, sollten zunächst die vor Ort bereits vorhandenen vielfältigen Projekte und Modelle zur Prävention vor Kindeswohlgefährdung intensiver begleitet und ausgewertet werden. Die institutionelle Verantwortung für den Kinderschutz reicht nach Auffassung des BJK über die Jugendämter hinaus. Auch Kindertageseinrichtungen, Schulen und weitere Institutionen müssen einbezogen werden. Die Akteure der Kinder- und Jugendhilfe, des Bildungs- und Gesundheitswesens und der Justiz müssen Netzwerke bilden, methodisch begleitet werden und verbindliche Ziele vereinbaren. Bei allen Bemühungen zur Verbesserung der Prävention warnt das BJK jedoch vor einem Rückfall in überholte Fürsorgetraditionen: Der Staat solle und dürfe nur eingreifen, so das BJK, wenn das Kindeswohl wirklich gefährdet ist, und nicht, um Normen für ein gelingendes Aufwachsen zu setzen. Denn der Staat könne zwar versuchen, Eltern von einem gewünschten anderen Erziehungsverhalten zu überzeugen, müsse aber letztlich auch unterschiedliche Lebensstile und Erziehungsvorstellungen von Familien akzeptieren. Interventionen gegen den Willen der Eltern sollen sich daher auf die Fälle beschränken, bei denen von einer Kindeswohlgefährdung auszugehen ist.

2007, München, Eigenverlag, 27 S.: DIN A 5
Bezug:
Deutsches Jugendinstitut e.V., Arbeitsstelle Kinder- und Jugendpolitik, Nockherstraße 2, 81541 München, E-Mail: bundesjugendkuratorium@dji.de

BAJ-B-01288 (Print)

Letzte Aktualisierung: 01.09.2008

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