Newsletter

Jugendschutz-Newsletter Nr. 12-2019 vom 26.09.2019

dieser Newsletter beinhaltet Nachrichten und Rechercheergebnisse der letzten Wochen zu den unterschiedlichsten Handlungsfeldern des Kinder- und Jugendschutzes. Die Nachrichten geben nicht unbedingt die Meinung der BAJ wieder. Sie sind Ergebnisse redaktioneller Auswahl, Bearbeitung und Recherche, sie wollen einen Überblick über wichtige Ereignisse und Entwicklungen mit Bedeutung für den Kinder- und Jugendschutz geben.

Gaming Disorder – Exzessive Mediennutzung in der Diskussion

Gaming Tagung

11. November 2019
Berlin
Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz e.V. (BAJ)
Aktion Kinder- und Jugendschutz Brandenburg e.V. (AKJS)


Digitale Medien durchdringen mittlerweile alle individuellen, sozialen und gesellschaftlichen Bereiche und sind allgegenwärtiger Bestandteil der Kommunikationskultur. Aktuelle Begrifflichkeiten weisen auf diese Entwicklung hin: Digitalpakt, digitale Gesellschaft, Digitalisierungsstrategie, Digitalisierung der Arbeits- und Lebenswelt. Diese Entwicklungen stellen die Gesellschaft allgemein, aber auch die Kinder- und Jugendhilfe vor große Herausforderungen, in Erziehung und Bildung.
Mit der Aufnahme der ›Gaming Disorder‹ in den ICD-11 durch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Debatte um problematische Nutzungsweisen von digitalen Medien junger Menschen eine neue Dimension erreicht. In regelmäßigen Abständen wird von suchtähnlichem Verhalten berichtet, in der öffentlichen Diskussion, aber auch in Fachbeiträgen wird ein Abhängigkeitsverhalten bereits im Kindes- und Jugendalter konstatiert. Viele Erwachsene, die nicht mit digitalen Medien aufgewachsen sind, sehen darin eine Gefährdung junger Menschen.
Doch wann ist Mediennutzung normal, problematisch, exzessiv oder suchtähnlich? Im Rahmen der Veranstaltung sollen Präventions- als auch Interventionsmaßnahmen für Jugendliche ebenso diskutiert werden, wie Maßnahmen zur Elternbildung, um einer exzessiven Mediennutzung entgegenzuwirken.

Weitere Informationen, Programm und Anmeldung unter www.bag-jugendschutz.de

 

Quelle: Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz e.V., Berlin, 26. September 2019

Kinder haben Rechte

Kinderkommission zum Weltkindertag am 20. September 2019

WKT

Der 21. September 1954 war die Geburtsstunde des Weltkindertages. Damals empfahlen die Vereinten Nationen in der 9. Vollversammlung ihren Mitgliedsstaaten, einen weltweiten Tag für Kinder einzurichten. In Deutschland wurde daraufhin der 20. September als offizielles Datum für den Weltkindertag bestimmt.
Der Weltkindertag feierte dieses Jahr daher seinen 65. Geburtstag – und es gibt immer noch etwas zu tun: Der Einsatz für die Rechte der Kinder muss weiterhin gestärkt werden. Der diesjährige Weltkindertag stand auch deshalb unter dem Motto »Wir Kinder haben Rechte« und fiel zusammen mit dem 30jährigen Bestehen des »Übereinkommens über die Rechte des Kindes«. Kinderrechte am Weltkindertag ins Zentrum von Politik und Gesellschaft zu stellen, ist selbstverständlich.
Die Kinderkommission des Deutschen Bundestages ist sich dieser Aufgabe bewusst und der Vorsitzende, Johannes Huber, MdB, erklärt hierzu Folgendes: »Der diesjährige Weltkindertag trägt das richtige Motto. Kinder haben Rechte. Kinder sind Rechtssubjekte und keine Objekte. Wann immer Kinder betroffen sind, ist ihr Wohl ein Gesichtspunkt, der vorrangig zu berücksichtigen ist. Nach wie vor braucht es weitere Anstrengungen, um Kinder wirkungsvoll zu schützen, Kindergesundheit zu stärken, Bildungschancen zu verbessern, Kinderarmut zu bekämpfen und für mehr ehrliche Beteiligung von Kindern zu sorgen. Als Kinderkommission fordern wir, Kinder und Jugendliche an Entscheidungen, die sie betreffen, zu beteiligen.«

 

Quelle: Pressemeldung der Kinderkommission, Berlin, 19. September 2019

Daniela Ludwig ist neue Drogenbeauftragte der Bundesregierung

Das Kabinett hat am 18. September Daniela Ludwig (CSU) als neue Drogenbeauftragte der Bundesregierung berufen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: »Ich kenne und schätze Daniela Ludwig seit unserem gemeinsamen Start im Bundestag und ich weiß, dass sie als neue Drogenbeauftragte frischen Wind in das Amt bringen wird«. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Daniela Ludwig sagt: »Ich freue mich, dieses wichtige Amt übernehmen zu dürfen! Gerade weil Sucht so viele Menschen in diesem Land betrifft, ist es gut und richtig, unvoreingenommen auf das Thema zu schauen. So kann ich neue Akzente setzen, was von allen Akteuren als Chance gesehen werden kann. Wichtig ist ein offener Austausch mit allen Playern aus dem Drogen-und Suchtbereich. Dazu gehören auch kontroverse Debatten, die niemand scheuen sollte, wenn sie am Ende des Tages dazu dienen, das Thema positiv voranzubringen«. 

Die 44-jährige Juristin Daniela Ludwig ist seit 2002 Mitglied im Deutschen Bundestag und verkehrspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Zu den Arbeitsschwerpunkten der Drogenbeauftragten gehören die Förderung und Unterstützung von Initiativen und Aktivitäten der Sucht- und Drogenprävention. Zudem zählt es zu ihren Aufgaben, neue Wege und Schwerpunkte in der Sucht- und Drogenpolitik zu entwickeln, um gesundheitliche, soziale und psychische Probleme zu vermeiden oder abzumildern. Sie vertritt die Sucht- und Drogenpolitik der Bundesregierung auf internationaler Ebene und in der Öffentlichkeit.

 

Quelle: Pressemitteilung des Bundesministeriums für Gesundheit, Berlin, 18. September 2019

Kinder und Jugendliche besser schützen – der Anfang ist gemacht

DIJ Bericht

Der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) und das Deutsche Jugendinstitut e. V. (DJI) haben am 3. September in Berlin den Monitoring-Bericht »Kinder und Jugendliche besser schützen – der Anfang ist gemacht. Schutzkonzepte gegen sexuelle Gewalt in den Bereichen: Bildung und Erziehung, Gesundheit, Freizeit« vorgestellt. 
Der Abschlussbericht ist das Ergebnis eines mehrjährigen Monitorings (2015 – 2018) zu Schutzkonzepten gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen. Untersucht wurde, welche Maßnahmen zum Beispiel in Kitas, Schulen, Heimen, Internaten, Kliniken, Praxen oder Sportvereinen zum Schutz vor sexueller Gewalt inzwischen verwirklicht werden. Dazu zählen beispielsweise Fortbildungen für Fachkräfte, Präventionsangebote für Kinder und Jugendliche, Infoabende für Eltern, interne und externe Beschwerdemöglichkeiten und ein Handlungsplan bei einem Verdacht. In fast 5.000 Einrichtungen wurden Leitungen und Fachkräfte befragt, welche Schutz- und Hilfeangebote sie einsetzen und auf welche Schwierigkeiten sie bei der Umsetzung stoßen. 
Prof. Dr. Sabine Walper, Forschungsdirektorin des DJI: »In den vergangenen Jahren ist einiges geschehen, um Kinder besser vor sexueller Gewalt und Missbrauch zu schützen. Die große Mehrheit der Einrichtungen und Institutionen, die wir im Bereich Kita, Schule oder ambulante und stationäre Gesundheitsversorgung befragt haben, hat zwar einzelne Elemente von Schutzkonzepten umgesetzt. Umfassende Schutzkonzepte gibt es allerdings bisher eher selten. Ziel aller Anstrengungen muss es sein, dass unsere Institutionen keine Tatorte sind, sondern Orte, an denen Kinder kompetente Hilfe finden, wenn sie – wo auch immer – mit sexueller Gewalt konfrontiert sind. Schutzkonzepte sind ein wesentliches Instrument, um dieses Ziel zu erreichen«.

Abschlussbericht und Factsheets zum Monitoring (2015 -2018) finden sich unter: www.dji.de 

 

Quelle: Pressemitteilung des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs und des Deutschen Jugendinstituts, Berlin, 04. September 2019

Die politischen, ökologischen und sozialen Rechte der Kinder und Jugendlichen stärken!

Die National Coalition Deutschland nahm die weltweite Aktionswoche (38. KW) für das Klima zum Anlass, auf die Rechte der jungen Menschen und die weitreichenden Dimensionen ihres Engagements aufmerksam zu machen. Am 20. September, dem diesjährigen Weltkindertag, fand der dritte globale Klimastreik statt. Weltweit gingen vor allem junge Menschen erneut auf die Straße, um für die Einhaltung des Pariser Abkommen und gegen die anhaltende Klimazerstörung zu demonstrieren. Die National Coalition Deutschland veröffentlichte eine Stellungnahme ihres Beirats, in der dieser sich solidarisch mit der internationalen Protestbewegung Fridays for Future erklärt: Die überwiegende Mehrheit dieser jungen Menschen kann sich nach der Definition der UN-Kinderrechtskonvention (alle Menschen bis 18 Jahre) auf ihre spezifischen Schutz-, Förder- und Beteiligungsrechte berufen, zu denen auch die Rechte auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit gehören. 
»Indem Kinder und Jugendliche den Erwachsenen vorangehen und sie zum Handeln drängen, stellen sie das dominante Kindheitsmuster auf den Kopf, das die Kinder verpflichtet, erst einmal von den Erwachsenen zu lernen,« so Claudia Lohrenscheit, Vorsitzende des Beirats. »Es sind die Erwachsenen, die lernen müssen, ihrer Verantwortung gerecht zu werden – nicht nur für die Gegenwart, sondern auch für die Zukunft der nachfolgenden Generationen. Die Zeit ist mehr als reif, endlich zu handeln.« 

 

Quelle: Pressemeldung der National Coalition Deutschland, Berlin, 16. September 2019

Unterstützung der Arbeit gegen Rechtsextremismus geht weiter

DL logo

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) beabsichtigt, die Unterstützung der Dachverbände der mobilen Beratung und der Opferberatung sowie der Ausstiegsberatung im Kontext von Rechtsextremismus auch ab dem Jahr 2020 im Programm »Demokratie leben!« fortzusetzen.
Bundesministerin Dr. Franziska Giffey: »Die Unterstützung der Opferberatung, der Mobilen Beratung sowie der Distanzierungs- und Ausstiegsberatung ist zentraler Baustein des Bundesprogramms ›Demokratie leben!‹. Das war von Anfang an ein Schwerpunkt der Konzeption für die neue Förderperiode ab 2020. Ich freue mich, dass die Dachverbände auch künftig eine wichtige Aufgabe in diesem Bereich übernehmen werden. Gerade in Zeiten, in denen wir beobachten müssen, dass rechtsextreme, rassistische und antisemitische Gewalt verstärkt zum Problem wird, sind die Mobile und die Opferberatung sowie die Ausstiegsberatung von großer Bedeutung.«
Von 2015 bis 2019 wurden die Dachverbände über das Programm »Demokratie leben!« in ihrer Strukturentwicklung zum Bundeszentralen Träger gefördert. Künftig soll die Unterstützung im Rahmen von Begleit- und Modellprojekten fortgeführt werden. 

»Demokratie leben!« ist das finanzstärkste und weitreichendste Programm der Bundesregierung zur Demokratieförderung und Extremismusprävention. 2019 stehen insgesamt 115,5 Millionen Euro zur Verfügung. Die aktuelle Förderperiode für alle mehr als 600 Projekte im Bundesprogramm »Demokratie leben!« endet zum 31.12.2019. Ab Januar 2020 folgt die zweite Förderperiode im Rahmen des Programms. Die Vorbereitungen dazu laufen derzeit. Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey hat das Bundesprogramm »Demokratie leben!« im Mai 2018 entfristet. Damit ist sichergestellt, dass es »Demokratie leben!« auch nach 2020 weiter geben kann. 

 

Quelle: Pressemeldung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Berlin, 19. September 2019

Internet für Kinder – so geht's

Tag der Kinderseiten mit »Online-Spezial«

seitenstark

Mit dem Motto »Internet für Kinder – so geht´s« bietet der diesjährige Tag der Kinderseiten (TdK) am 21. Oktober Kindern einen exklusiven Blick hinter die Kulissen: Kinder erfahren wie, warum und von wem Kinderwebseiten gestaltet werden.
Über ein gemeinsames »Online-Spezial« lassen Web-Redaktionen Kinder an ihrer Arbeit teilhaben. Dabei lernen sie die verschiedenen Aspekte des »Making-Of« kennen: Wie plant und baut man eine Kinderseite? Wie wird ein Maskottchen entwickelt? Wie funktionieren Suchmaschinen für Kinder? Die Kinder erhalten Einblicke in die Online-Produktion, erfahren, wie Texte, Fotos, Filme oder Spiele entstehen und lernen die Menschen in den Online-Redaktionen kennen.
»Zum TdK 2019 stehen Transparenz und Medienwissen im Mittelpunkt«, erklärt Anke Hildebrandt, Medienpädagogin bei Seitenstark. »Ziel ist es, Kindern spannendes und wichtiges Hintergrundwissen zu vermitteln und sie damit in ihrer Medienkompetenz zu stärken. Denn wer weiß, wie Medien gemacht werden, lernt diese kritisch zu nutzen und kann auch selbst aktiv werden«. Alle Medienmacherinnen und -macher, die für Kinder qualitätsvolle Angebote im Internet gestalten, sind herzlich eingeladen, sich an dem großen »Online-Spezial« zum Tag der Kinderseiten zu beteiligen. Passende Beiträge werden von Seitenstark gesammelt und zum 21. Oktober auf Tag-der-Kinderseiten.de präsentiert.

Neues Veranstaltungsformat: »Seitenstark Medientag« - Auftaktveranstaltung in Thüringen
Anlässlich des TdK 2019 startet Seitenstark zudem ein neues Veranstaltungsformat. Im Rahmen eines »Seitenstark Medientages« wird pädagogischen Fach- und Lehrkräften in praxisorientierten Workshops aufgezeigt, wie Online-Angebote für Kinder zielgerichtet in Schule, Ganztag und außerschulischer Medienbildung eingesetzt werden können. Auftaktveranstaltung ist am 21. Oktober in Thüringen (Erfurt). Prominente Unterstützung erhält Seitenstark von Timster Moderator Tim Gailus (KiKA Medienmagazin). Geplant ist eine Veranstaltungs-Tour durch die Bundesländer. Dafür sucht Seitenstark bildungsverantwortliche Unterstützer, Mitveranstalter und Kooperationspartner in den Ländern.
Infos: 
Seitenstark Medientag 2019: seitenstark.de/medientag2019 
Web: tag-der-kinderseiten.de  
Seitenstark wird vom Bundesfamilienministerium (BMFSFJ) gefördert und steht unter der Schirmherrschaft von Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey.
www.seitenstark.de

 

Quelle: Pressemeldung Seitenstark, Köln, 9. September 2019

Zum Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter

BjK

Das Bundesjugendkuratorium (BJK) benennt in seinem Zwischenruf notwendige Rahmenbedingungen und Standards, die zu erfüllen sind, damit eine kind- und altersgerechte Ausgestaltung der Angebote der Ganztagsbetreuung gelingen kann.
Die Bundesregierung hat sich im Koalitionsvertrag darauf verständigt, ab 2025 einen individuellen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter einzuführen. Das BJK wertet dies – angesichts von Betreuungslücken am Übergang von der Kita in die Grundschule – grundsätzlich als ein positives Signal. Allerdings ist die Diskussion um einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung nach Ansicht des BJK nicht ausschließlich auf die Perspektive der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verkürzen. 
Ziel aller Qualitäts- und Rechtsfragen müsse sein, dass ein künftiger Rechtsanspruch kein bloßer Betreuungsanspruch wird, sondern damit gleichberechtigte Teilhabe, Entwicklung und Bildung von Kindern gewährleistet wird. Hierbei sind die Lebenslagen, Rechte, Interessen und pädagogischen Bedarfe der Kinder in den Mittelpunkt zu rücken. Dies würde aus Sicht des BJK eine kindgerechte Gestaltung des Ganztags sicherstellen.
Der Zwischenruf steht auf www.bundesjugendkuratorium.de/stellungnahmen zum Download bereit.

 

Quelle: Pressemitteilung des Bundesjugendkuratoriums, Berlin, 05. September 2019

PERMANENT PRÄSENT Sexuelle Übergriffe unter Jugendlichen

Veranstalterin:  Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen (LJS) Ort: HCC Hannover, Blauer Saal Jahrestagung 2019 | 5. Dezember 2019 |

Anzügliche Kommentare, Grapschen, heimliche Fotos von intimen Situationen, sexuelle Belästigungen – für viele Jugendliche sind solche Grenzverletzungen alltäglich. Nicht immer handelt es sich um massive Gewalt, nicht immer sind es strafbare Handlungen. Aber auch vermeintlich harmlose Gesten und Äußerungen können verletzen. Im Jugendalter ist die Wahrscheinlichkeit, mit Gewalt konfrontiert zu werden, besonders hoch. Das gilt auch für sexuelle Gewalt. Aktuelle Studien bestätigen, dass Jugendliche permanent mit dem Thema konfrontiert sind, Mädchen häufiger als Jungen, aber auch Jungen sind betroffen. Sehr verbreitet sind verbale Grenzverletzungen – online und offline. Körperliche Übergriffe gibt es ebenfalls in erheblichem Ausmaß. Typisch dabei ist: »Fremde« sind selten die Täter, Übergriffe spielen sich häufiger in vertrauten Umgebungen ab – in der Clique, in der Klasse, im Verein – und werden von Bekannten, Freunden oder Beziehungspartnern verübt. Solche Konstellationen können die Gegenwehr erschweren, viele Jugendliche sind deshalb unsicher, wie sie sich verhalten können. Bei der Tagung werden aktuelle Forschungsbefunde zu Ausmaß, Risikofaktoren und Folgen sexueller Gewalt unter Jugendlichen vorgestellt. Ein Schwerpunkt dabei sind Übergriffe in der Online-Kommunikation. 

 

Quelle: Pressemitteilung der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen, Hannover, 05. September 2019

Zwischen Utopie und Dystopie

Medienpädagogische Perspektiven für die digitale Gesellschaft


36. Forum Kommunikationskultur 2019 der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur e.V. (GMK) vom 15. bis 17. November 2019, München
Große Hoffnungen waren zu Beginn des Internets mit der neuen Technik verbunden: »Vernetzung«, »Demokratisierung«, »Wissen für alle« waren nur einige der Schlagworte zur Utopie. Mit der leichteren Zugänglichkeit und der Verbreitung des Netzes veränderten sich Geschäftsmodelle sowie Angebots- und Teilhabestrukturen. Der Utopie der Digitalisierung steht die Dystopie gegenüber: Datenauswertung durch Konzerne, Kommerzialisierung, politische Beeinflussung und zweifelhafte Meinungsmache, Cyberkriminalität, Überwachung und Mobbing sowie die Steuerung vielfältiger Lebensbereiche durch Algorithmen und KI bedrohen die einstigen Hoffnungen. Wie sich die Medienpädagogik diesen ambivalenten Entwicklungen stellen kann, ist Thema der Tagung der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur. Ziel der Medienpädagogik ist, Menschen jeden Alters zu befähigen, positive Seiten der Digitalisierung für sich zu entdecken und zu nutzen und sie für negative Seiten zu sensibilisieren und zu wappnen. 
Programm und Anmeldung auf www.gmk-net.de

 

Quelle: Pressemitteilung der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur e.V. (GMK), Bielefeld, 09. September 2019

Kein Raum für Mißbrauch

Kein Raum für Missbrauch
Die BAJ unterstützt die Kampagne »Kein Raum für Missbrauch« des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs und deren Zielsetzung für ein gesamtgesellschaftliches Bündnis gegen sexualisierte Gewalt.

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