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JUGENDSCHUTZ-Newsletter Nr. 2
Guten Tag,
Die Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz e.V. (BAJ) ist mit einem Parlamentarischen Frühstück in das Jahr 2026 gestartet, in dem das »begleitete Trinken« und die Frage »Social Media erst ab 16 Jahren?« zur Diskussion standen. Mit diesem unter weiteren Hinweisen auf interessante Veranstaltungen, Publikationen und Studien möchten wir Ihnen wieder einen Einblick in aktuelle Themen des Kinder- und Jugendschutzes bieten.
Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz e.V. (BAJ) veranstaltet Parlamentarisches Frühstück
Am Mittwoch, dem 28. Januar, fand unter der Schirmherrschaft von Ralph Edelhäußer (MdB, CDU/CSU) ein Parlamentarisches Frühstück der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz e.V. (BAJ) statt. Zahlreiche Abgeordnete verschiedener Bundestagsfraktionen nahmen an der Veranstaltung teil.
Themen der Diskussion: Ein zentrales Thema war die Abschaffung des sogenannten »begleiteten Trinkens« gemäß § 9 Abs. 2 des Jugendgesetzes (JuSchG). Die Mehrheit der Teilnehmenden unterstützte die Forderung der BAJ, diese gesetzliche Regelung zu streichen. Aus Sicht der BAJ widerspricht, die Regelung den Zielen des Jugend- und Gesundheitsschutzes und ist nicht mehr zeitgemäß. Zudem wurde die nachdrückliche Vorbildfunktion der Eltern thematisiert, wobei die gesellschaftliche Akzeptanz von frühem Alkoholkonsum als problematisch angesehen wurde.
Ein weiteres wichtiges Thema war die Positionierung der BAJ zur Frage der Nutzung von Social Media ab 16 Jahren. Die BAJ unterstrich die Bedeutung von Prävention durch die Förderung von Medienkompetenz und forderte gleichzeitig eine Erweiterung der Unterstützungsangebote für Eltern. Außerdem wurde die Verantwortung der Plattformen hervorgehoben, angemessene Sicherheitsfunktionen für Kinder und Jugendliche bereitzustellen, transparente Algorithmen zu nutzen sowie datensparsame und sichere Altersverifikationssysteme zu implementieren. Die konsequente Durchsetzung bestehender Regelungen wurde ebenfalls als notwendig erachtet.
Ausblick: Die BAJ wird sich auch weiterhin aktiv in die laufenden Diskussionsprozesse einbringen, um den Schutz von Kindern und Jugendlichen sowohl im öffentlichen, als auch im digitalen Raum zu gewährleisten.
Quelle: Meldung der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz e.V. (BAJ), Berlin, 28. Januar 2026
Kein Social-Media-Verbot – Jugendliche fordern klare Regeln
Der Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO) hat am 26. Januar die Ergebnisse einer Befragung unter jugendlichen Internet-Nutzer:innen vorgestellt. Demzufolge greift ein generelles Social-Media-Verbot für Unter-16-Jährige zu kurz und löst Probleme mit Blick auf Jugendschutz nicht.
Die qualitative Studie des Instituts für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (ISS) im Auftrag der Arbeiterwohlfahrt macht vielmehr deutlich: Statt pauschaler Verbote bedarf es stärkerer Plattformregulierung, mehr Medienbildung und niedrigschwelliger Unterstützungsangebote.
Die explorative Studie »Wenn man uns fragen würde …« basiert auf Gruppeninterviews mit 30 Jugendlichen aus unterschiedlichen sozialen Lebenslagen, durchgeführt in Einrichtungen in sozioökonomisch benachteiligten Quartieren. Sie zeigt: Junge Menschen erkennen Risiken sozialer Medien sehr genau – etwa problematische Algorithmen, Suchtmechanismen, sexualisierte Inhalte oder Hass und Gewalt. Ein pauschales Verbot wird dieser reflektierten Nutzungspraxis nicht gerecht und geht an der Realität vieler Jugendlicher vorbei.
Stattdessen benennen sie einen klaren Bedarf an verbindlicher Regulierung der Plattformen. Die Arbeiterwohlfahrt fordert daher deutlich mehr Medienbildung in Schule, Jugendhilfe und außerschulischen Angeboten sowie an niedrigschwelligen Beratungs- und Unterstützungsstrukturen, die auch Eltern und Fachkräfte einbeziehen. Zentral ist für sie zudem, dass junge Menschen selbst an politischen Entscheidungsprozessen beteiligt werden, die ihre digitale Lebenswelt unmittelbar betreffen.
Wenn man uns fragen würde… Explorative Studie zur Social-Media-Nutzung von jungen Menschen (2026) Download
AWO-Position zum Social-Media-Verbot bis 16 Jahre. Beschluss des zuständigen Fachausschusses Familien-, Kinder- und Jugend- sowie Frauenpolitik (2025) Download
Quelle: Pressemeldung des Bundesverbands der Arbeiterwohlfahrt (AWO), Berlin, 26. Januar 2026
BzKJ und klicksafe bündeln Kräfte für starken Kinder- und Jugendmedienschutz
Die Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz (BzKJ) und klicksafe intensivieren ihre Zusammenarbeit: Ab Januar 2026 wird die Partnerschaft auf eine neue, von der BzKJ finanziell mitgetragene Grundlage gestellt. Ziel der Kooperation ist es, die Orientierung für Eltern, pädagogische Fachkräfte sowie Kinder und Jugendliche im digitalen Raum zu stärken und sie in digitalen Fragen wirkungsvoll zu begleiten.
Im Mittelpunkt der gemeinsamen Arbeit stehen praxisnahe, niedrigschwellige und zielgruppengerechte Angebote, die Eltern, pädagogische Fachkräfte sowie Kinder und Jugendliche dabei unterstützen, digitale Risiken zu erkennen und kompetent mit Medien umzugehen. Hierzu entwickeln BzKJ und klicksafe gemeinsam Materialien, Formate und Kampagnen zu aktuellen Herausforderungen des Kinder- und Jugendmedienschutzes. Geplant sind unter anderem Informationsreihen zu aktuellen Medienphänomenen, Unterrichts- und Bildungsmaterialien, digitale Schulstunden sowie Maßnahmen zur Jugendbeteiligung.
Die Kooperation knüpft an die jeweilige Expertise beider Partnerinnen an: Während die BzKJ ihre Erkenntnisse aus der bei ihr angesiedelten Prüfstelle für jugendgefährdende Medien sowie der ZUKUNFTSWERKSTATT einbringt, verfügt klicksafe über langjährige Erfahrung in der Aufklärung und Medienbildung im digitalen Raum.
Quelle: Meldung der Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz (BzKJ), Bonn, 22. Januar 2026
Gemeinsam stark in der Zeugnisphase: Zuhören, entlasten, unterstützen
Nummer gegen Kummer e.V. und Bundesschülerkonferenz machen anlässlich der Halbjahreszeugnisse auf wachsende Belastungen junger Menschen aufmerksam
Die Halbjahreszeugnisse markieren für viele Schüler:innen eine sensible Phase. Neben schulischen Leistungen rücken in dieser Zeit häufig auch Selbstzweifel, Leistungsdruck, Konflikte im sozialen Umfeld oder Erfahrungen mit Mobbing in den Vordergrund. Die Bundesschülerkonferenz (BSK) und Nummer gegen Kummer e.V. nehmen die anstehende Zeugnisvergabe daher gemeinsam zum Anlass, auf die zunehmenden psychischen Belastungen junger Menschen hinzuweisen – und auf ein System, das Unterstützung leisten soll, aber selbst zunehmend unter Druck steht.
Mit ihrer Mental-Health-Kampagne »Uns geht’s gut?« macht die Bundesschülerkonferenz deutlich, dass Schule längst mehr ist als ein Ort der Wissensvermittlung. Lehrkräfte sollen zuhören, entlasten, unterstützen, Konflikte auffangen und zugleich den Bildungsauftrag erfüllen. Doch viele stoßen dabei an ihre Grenzen. Das Deutsche Schulbarometer 2025 der Robert Bosch Stiftung zeigt: 43 Prozent der Lehrkräfte sehen einen hohen Fortbildungsbedarf, um mit den wachsenden psychischen und sozialen Herausforderungen von Schüler:innen umzugehen. Gleichzeitig fehlt es vielerorts an professioneller Unterstützung: Nur 61 Prozent der Lehrkräfte schätzen die psychosoziale Infrastruktur ihrer Schule als ausreichend ein. 38 Prozent der Lehrkräfte gaben an, dass die Unterstützung durch Schulpsychologie an ihrer Schule »überhaupt nicht« ausreichend ist. Für Schüler:innen bedeutet das: Sie erleben Belastungen, ohne ausreichend zu lernen, wie sie mit Stress, Druck oder starken Gefühlen umgehen können. Themen wie emotionale Selbstregulation, mentale Gesundheit oder der Umgang mit Krisen finden im Schulalltag oft nur am Rand statt – obwohl sie für das Wohlbefinden junger Menschen zentral sind.
Hier setzen die Angebote von Nummer gegen Kummer e.V. an. Mit seinen niederschwelligen, anonymen und kostenlosen Beratungsangeboten bietet der Verein gemeinsam mit seinen Mitgliedsverbänden eine wichtige Anlaufstelle. Kinder, Jugendliche und Eltern können im vertraulichen Gespräch über ihre Themen reden und finden jemanden, der zuhört – unabhängig von Noten, Leistungsbewertungen oder Erwartungen. Gerade in der Zeugnisphase, in der Lernstress häufig mit familiären Spannungen oder persönlichen Sorgen zusammenkommt, sind solche Anlaufstellen von besonderer Bedeutung.
Die BSK und Nummer gegen Kummer e.V. machen deutlich: Mentale Gesundheit ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Zeugnisse sollten nicht zum einzigen Gradmesser für den Wert oder die Zukunft junger Menschen werden. Vielmehr braucht es Verständnis, Gesprächsbereitschaft und verlässliche Unterstützungsangebote – für Schüler:innen ebenso wie für die Erwachsenen, die sie begleiten.
Quelle: Pressemitteilung Nummer gegen Kummer e.V., Berlin/Wuppertal, 26. Januar 2026
Neue digitale Übersicht bündelt Hilfsangebote für Kinder und Jugendliche in seelischen Krisen
Eine neue digitale Übersicht die bundes- und hessenweite Hilfs- und Beratungsangebote für Kinder und Jugendliche in seelischen Krisen nach Themenfeldern listet steht zur Verfügung. Die Übersicht ist über die Website der Hessischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V. (HAGE) abrufbar. Sie richtet sich an Fachkräfte und Ehrenamtliche aus Gesundheitswesen, Jugendhilfe, Bildung und Sozialarbeit. Entwickelt wurde sie im Rahmen eines Runden Tisches zur Förderung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Hessen.
Schnelle und zielgerichtete Hilfe auf einen Blick: Kinder und Jugendliche stehen zunehmend vor psychischen Herausforderungen. Belastungen wie familiäre Konflikte, schulische Schwierigkeiten, Mobbing, Gewalterfahrungen oder Trauer können Auslöser seelischer Krisen sein. Für Fachkräfte und Ehrenamtliche ist es daher entscheidend, möglichst schnell geeignete Hilfs- und Beratungsangebote zu finden, um betroffene junge Menschen gezielt unterstützen zu können.
Die neue digitale Übersicht bietet eine strukturierte Orientierung über zentrale Anlaufstellen und erleichtert die Weitervermittlung an passende Unterstützungsangebote und umfasst zentrale hessische und bundesweite Anlaufstellen aus folgenden Themenfeldern:
- Beratung in Krisensituationen
- Medizinische und therapeutische Hilfen
- Familie und Erziehung
- Schulische Beratung
- Stress im Netz
- Hilfe bei Gewalterfahrungen
- Suchthilfe
- Selbsthilfe und Austausch
- Tod und Trauer
- Geschlechtsidentität und sexuelle Orientierung
- Kinder psychisch erkrankter Eltern
- Geflüchtete junge Menschen
- Rechte und Unterstützung in der Jugendhilfe
- Wissen, Informationsportale und Übersichten
Die digitale Übersicht ist verfügbar unter: https://hage.de/arbeitsbereiche/gesund-aufwachsen/hilfs-und-beratungsangebote/
Quelle: HAGE – Hessische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V., Frankfurt am Main, 20. Januar 2026
Terrorgramszene – Bundesweite Hellfeldstudie
Wer sind die Akteure hinter den digitalen Terror-Netzwerken und wie werden Teenager zu Terroristen? Was treibt Jugendliche in den digitalen Rechtsterrorismus?
Mit der weltweit ersten kriminologischen Analyse ihrer Art liefert das LKA Baden-Württemberg fundierte Antworten auf diese drängende Sicherheitsfrage. Die Ergebnisse der Staatsschutz Analyse- und Forschungseinheit im Staatsschutz- und Anti-Terrorismuszentrum des Landeskriminalamts Baden-Württemberg (SAT BW) zeichnen ein alarmierendes Bild der »Terrorgramszene«: Die Akteure sind im Durchschnitt gerade einmal 16 Jahre alt und vollziehen eine extreme »Blitzradikalisierung«, die bei jedem Zweiten weniger als ein Jahr dauert.
Besonders im Fokus der Studie steht die psychische Disposition: Bei über 90 Prozent der untersuchten Fälle wurden diagnostizierte psychische Erkrankungen oder schwere Auffälligkeiten festgestellt. Trotz einer hohen Gewaltbereitschaft und bereits fortgeschrittenen Vorbereitungen, wie der Waffenbeschaffung, konnten drei Viertel der Fälle durch die effiziente Arbeit der Sicherheitsbehörden frühzeitig identifiziert und Taten verhindert werden.
Mehr über die Hintergründe dieser dezentralen Netzwerke, das hohe Dunkelfeld und wie durch die enge Verzahnung von Wissenschaft und Praxis – unter anderem über das Kompetenzzentrum gegen Extremismus in Baden-Württemberg (konex) – gezielte Präventions- und Ausstiegsstrategien entwickelt werden unter Landeskriminalamt - Landeskriminalamt Baden-Württemberg.
Quelle: Meldung des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg, Stuttgart, 13. Januar 2026
Der Jugend mehr Stimme geben
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit gründet Jugendbeirat
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) gründet erstmals einen Jugendbeirat. Ziel ist es, Gesundheitsthemen und Angebote für junge Menschen gemeinsam mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen weiterzuentwickeln – näher an ihrem Alltag, verständlicher und passender. Der Jugendbeirat soll das Bundesinstitut zunächst für zwei Jahre beraten: Welche Themen spielen im Leben junger Menschen wirklich eine Rolle? Wie gelingt gute Gesundheitsinformation? Und über welche Kanäle werden junge Menschen am besten erreicht?
Im Jugendbeirat arbeiten junge Menschen eng zusammen, tauschen sich mit Fachleuten aus und gestalten Strategien, Projekte und Kommunikationsformate mit. Regelmäßige Videokonferenzen, Präsenztreffen sowie Workshops bieten Raum für Austausch und Feedback – und ermöglichen den Jugendlichen, wertvolle Netzwerke aufzubauen und von praxisnahen Lernerfahrungen zu profitieren. Für ihr Engagement erhalten die Teilnehmenden eine Aufwandsentschädigung und die Chance, die Gesundheitskommunikation ihrer Altersgruppe nachhaltig mitzuprägen.
Gesundheitsförderung für Kinder und Jugendliche gehört zu den Kernaufgaben des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit. Denn viele Gewohnheiten, die später über Gesundheit mitentscheiden, entstehen früh. Wer Jugendliche und junge Erwachsene ernsthaft beteiligen will, muss ihre Perspektiven frühzeitig in die Entwicklung von Angeboten einbeziehen. Der Jugendbeirat ist auch ein Schritt zu mehr Beteiligung, wie sie unter anderem internationale und nationale Rahmenwerke vorsehen – von der UN-Kinderrechtskonvention bis zur WHO-Strategie für Kinder- und Jugendgesundheit.
Link zur Website: www.bioeg.de/ueber-uns/aufgaben-und-ziele/gremien/jugendbeirat
Quelle: Pressemeldung des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit, Köln, 15. Januar 2026
Kinderrecht auf Inklusion
Deutsches Kinderhilfswerk und Bundesbildungsministerin Karin Prien stellen neues PIXI-Buch vor
Das Deutsche Kinderhilfswerk hat am 22. Januar in einer Kindertagesstätte in Berlin-Kreuzberg gemeinsam mit Bundesbildungs- und -Familienministerin Karin Prien das neue PIXI-Buch »Alle machen mit!« vorgestellt. Das Buch macht bereits Kinder im Kita-Alter und ihre Bezugspersonen auf die in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschriebenen Kinderrechte aufmerksam. Das neue PIXI-Buch befasst sich mit dem Kinderrecht auf Inklusion und der Ermöglichung von Beteiligung für alle Kinder. Es ist nach den PIXI-Büchern zu den Themen Mitbestimmung von Kindern, Schutz von Kindern vor Gewalt, Kinderarmut, Kinderrecht auf beide Eltern, Kinderrecht auf Privatsphäre, Kinderrecht auf Information und Kinderrecht auf kulturelle Bildung das achte dieser Reihe und wird vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Insgesamt haben die acht PIXI-Bücher inzwischen eine Auflage von mehr als 500.000 Exemplaren erreicht. Zum neuen PIXI-Buch gibt es erstmals einen begleitenden Kurzfilm, um auch auf diesem Wege Kindern die Geschichte und die Kinderrechte näherzubringen.
Die Geschichten der Kinderrechte-PIXI-Reihe des Deutschen Kinderhilfswerkes drehen sich um eine Gruppe befreundeter Kitakinder, die die Herausforderungen in ihrem Alltag selbstbestimmt und kreativ lösen. In jedem Buch steht ein anderes Kind im Mittelpunkt. Dieses Mal ist Maja die Hauptfigur. Die altersgerecht formulierte und illustrierte Geschichte thematisiert gelebte Inklusion und Beteiligung im Kita-Alltag: Kinder mit und ohne Behinderung entdecken zusammen mit einer Erzieherin und einem Erzieher verschiedene Barrieren im Kita-Garten – und setzen sich gemeinsam aktiv für dessen Umgestaltung ein. Die Kita wird so als Ort gelebter Demokratie und Inklusion sichtbar – ein Ort, an dem alle Kinder teilhaben, ihre Umwelt mitgestalten und sich als selbstwirksam erleben können. Die gemeinsame Orientierung von Erwachsenen und Kindern an den Kinderrechten bildet hierfür die Grundlage.
Besonderheit dieser PIXI-Reihe ist der selbstverständliche Umgang mit Vielfalt und Inklusion, der sich unterschwellig, wie ein roter Faden durch die Geschichten zieht. Die Figuren im Buch, die Zeichnungen und die verwendete Sprache sind bewusst so gewählt, dass Vielfalt als Normalität im Alltag wahrgenommen wird. So leben die Hauptfiguren in unterschiedlichsten Familienkonstellationen, haben verschiedene herkunftsbedingte Ausgangssituationen und Lebenswelten. Ein Begleitheft zum PIXI-Buch unterstützt pädagogische Fachkräfte dabei, Kinderrechte – insbesondere in den Bereichen Inklusion und Vielfalt – in ihren Einrichtungen wirkungsvoll zu thematisieren und kleine Projekte dazu umzusetzen. Hierfür werden zwei praxisorientierte Methoden für den Kita-Alltag vorgestellt. Die erste Methode ermutigt die Kinder, ihre individuellen Stärken zu entdecken und verdeutlicht gleichzeitig, wie wichtig jedes einzelne Mitglied für die Gemeinschaft ist. Die zweite Methode lädt dazu ein, gemeinsam den Kitahof zu erkunden und sich dafür einzusetzen, diesen zum »Kinderrechte-Ort« zu machen.
Informationen zum Bezug unter: www.dkhw.de/shop. Der PIXI-Kurzfilm ist abrufbar unter: www.dkhw.de/pixi-film-alle-machen-mit.
Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Kinderhilfswerk e.V., Berlin, 22. Januar 2026
Sexualisierte Gewalt und Schule
Die Schule ist ein zentraler Ort für Kinder und Jugendliche. Sie prägt ihren Bildungsweg, ihre persönliche Entwicklung und kann zudem ein wichtiger Rückzugs- und Schutzraum sein. Die Pflicht zum Schulbesuch ist gesetzlich verankert. Daraus entsteht eine besondere Schutzverantwortung für alle Schülerinnen und Schüler. Schätzungsweise sind 1-2 Kinder pro Schulklasse von sexualisierter Gewalt betroffen – oft mit schwerwiegenden biografischen und beruflichen Folgen. In der Schule könnten sie Personen vorfinden, denen sie sich anvertrauen und Unterstützung erhalten.
Schule kann aber auch zum Tatort werden, wenn Kindern und Jugendlichen sexualisierte Gewalt durch Lehrkräfte, anderes schulisches Personal oder Mitschülerinnen und -schülern angetan wurde. Deshalb hat die Aufarbeitungskommission 2021 Menschen mit einer Kampagne aufgerufen, in einer vertraulichen Anhörung oder einem schriftlichen Bericht zu schildern, wie sie sexualisierte Gewalt in der Schule erlebt haben. 133 Berichte und Anhörungen von Betroffenen wurden im Auftrag der Aufarbeitungskommission aus einer bildungshistorischen Perspektive ausgewertet. Knapp 80 Prozent der Betroffenen waren weiblich. Die überwiegende Mehrheit der Tatpersonen war männlich, sowohl bei Übergriffen durch Gleichaltrige als auch durch Lehrkräfte. In knapp der Hälfte der Fälle erstreckte sich die sexualisierte Gewalt über einen Zeitraum von einem Jahr.
Eine zentrale Erkenntnis der Studie ist, dass in vielen Fällen von sexualisierter Gewalt keine Intervention durch Lehrkräfte oder anderes schulisches Personal stattgefunden hat. Oft gab es Mitwissende, die Kollegialität vor den Schutz der Kinder gestellt haben, Übergriffe ignoriert oder sogar vertuscht haben, um den Ruf der Schule zu schützen. Betroffene reagierten darauf häufig mit eigenen Strategien, um der Gewalt zu entkommen, und schwänzten beispielsweise die Schule oder wiederholten eine Klasse. Eine weitere Erkenntnis der Studie ist die Bedeutung einer unabhängigen Beschwerdestelle. Aufarbeitung kann sowohl einzelne Schulen als auch die übergeordneten Strukturen betreffen. Daher braucht es in jedem Bundesland Strukturen gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen, Ansprechpersonen und Expertise für die Aufarbeitung an Schulen.
Erstellt wurde die Studie von Prof. Dr. Edith Glaser unter Mitarbeit von Dr. Friederike Thole und Dr. Eva Grommé. Sie kann hier heruntergeladen werden.
Quelle: Meldung der Unabhängigen Kommission des Bundes zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs, Berlin 03. Dezember 2025
aj für Eltern: Glücksspiele bei Kindern und Jugendlichen
Vollständig überarbeitete Neuauflage in Einfacher Sprache
Die Broschüre behandelt ein wichtiges und aktuelles Thema: Jugendliche und Glücksspiel. Viele Heranwachsende probieren Glücksspiele aus. Einige von ihnen entwickeln ein problematisches Spielverhalten. Das bedeutet, sie spielen zu oft, verlieren viel Geld oder geraten in Schwierigkeiten.
Eltern finden in der Broschüre Informationen über Glücksspiele, deren Gefahren und Bedeutung für Jugendliche in Einfacher Sprache. Neu in den Fokus genommen wurden glücksspielähnliche Spiele wie z.B. Lootboxen. Zudem erfahren Eltern, wie sie mit dem Thema umgehen können, bevor das Spielen zum Problem wird.
Weitere Informationen unter https://bayern.jugendschutz.de
Quelle: Meldung der Aktion Jugendschutz, Landesarbeitsstelle Bayern e.V., München, 22. Januar 2026