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Game Over: Wie Gaming-Anbieter Nutzer:innen manipulieren

Untersuchung der Verbraucherzentrale zeigt: Bei allen geprüften Online-Spielen und -Plattformen gibt es unfaire Praktiken wie manipulatives Design

Manipulative Designs (Dark Patterns) sind in Online-Spielen weit verbreitet. Das zeigt eine Untersuchung des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv). Countdowns, undurchsichtige In-Game-Währungen oder Belohnungen für tägliches Einloggen sollen Nutzer:innen dazu verleiten, mehr Geld auszugeben oder mehr Zeit im Spiel zu verbringen. Die fünf untersuchten Online-Spiele und -Plattformen (Fortnite, Roblox, Clash of Clans, Monopoly Go, Subway Surfers) enthalten aus Sicht des vzbv zudem unerlaubte Kaufaufforderungen an Kinder, intransparente Preise oder irrführende Rabatt-Angebote für virtuelle Gegenstände. Der vzbv hat die jeweiligen Anbieter abgemahnt.
Manipulation durch Design: Anbieter verleiten zum Geldausgeben: Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat in den untersuchten Online-Spielen zahlreiche Design-Tricks gefunden: Dazu zählen Pop-up-Fenster mit Kaufangeboten mitten im Spiel, Countdowns, unübersichtliche Kosten für virtuelle Gegenstände oder Belohnungen, wenn Nutzer:innen Werbung anschauen. Alle untersuchten Spiele enthielten damit Elemente, die Nutzer:innen dazu verleiten können, mehr Geld auszugeben oder mehr Zeit im Spiel zu verbringen.
Europaweite Rechtsdurchsetzungsaktion: Um Nutzer:innen besser vor derartigen Praktiken zu schützen, fordert der vzbv von der Europäischen Kommission, das Verbraucherrecht umfassend an die digitale Realität anzupassen. Unter anderem müssen manipulative Designs, die Verbraucher:innen online zu einem bestimmten Verhalten verleiten sollen, verboten und klare Vorgaben für Fairness by Design gemacht werden.
Der vzbv hat mit dem Praxischeck und fünf eigenen Unterlassungsverfahren an der Aktion »Game Over« des Europäischen Verbraucherverbands BEUC teilgenommen. Vier der fünf eingeleiteten Verfahren wurden bereits durch die Abgabe von Unterlassungserklärungen abgeschlossen. In einem Fall hat der Verbraucherzentrale Bundesverband gegen die Online-Plattform Roblox Klage erhoben.
BEUC hat gemeinsam mit dem Verbraucherzentrale Bundesverband und Verbraucherschutzorganisationen aus 16 weiteren Ländern im September 2024 eine Beschwerde bei der Europäischen Kommission eingereicht, um unlautere Praktiken führender Gaming-Anbieter aufzuzeigen.
Methode: Der vzbv hat folgende fünf Anbieter geprüft: Epic Games (Spiel: Fortnite, Plattform: Epic Games Store), Roblox Corporation (Spiel: Adopt me!, Plattform: Roblox), Supercell (Spiel: Clash of Clans), Scopely (Spiel: Monopoly Go), Sybo ApS (Spiel: Subway Surfers). Die Auswahl der geprüften Anbieter für diesen Praxischeck erfolgte unter anderem auf Basis der von BEUC koordinierten Aktion »Game Over«. Die Auswertung erfolgte anhand eines vorher entwickelten Prüfleitfadens, der sich an festgelegten Prüfpunkten orientiert. Geprüft wurden die zum Testzeitpunkt aktuellsten Versionen der Spiele auf einem Samsung Galaxy S23 (Android 14). Der Download der Spiele fand über den Google Play Store bzw. den Epic Games Store statt. Der Praxischeck wurde zwischen dem 23. Juli und 23. September 2024 durchgeführt.

 

Quelle: Pressemeldung der Verbraucherzentrale Bundesverband, Berlin, 04. Juni 2025

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