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Standards und Qualität im Kinderschutz unter Druck

Handlungsperspektiven für eine zukunftsfähige Kinder- und Jugendhilfe

Steigende Anforderungen, begrenzte Ressourcen und akuter Fachkräftemangel stehen ausgeweiteten Rechtsansprüchen und einem damit einhergehenden Ausbau von Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsinfrastruktur gegenüber. Dies stellt die Kinder- und Jugendhilfe vor große Herausforderungen. Der Ruf nach klaren Leitplanken, etwa durch überörtliche Unterstützung und abgestimmte Fachstandards, wird lauter und die Gefahr von Einrichtungs- und Gruppenschließungen infolge nicht einzuhaltender Qualitätskriterien beziehungsweise eine Anpassung von Standards im Stillen, ist groß.
Standards flexibel, aber verbindlich gestalten: Das Sachverständigengremium des Bundesjugendkuratoriums (BJK), welches die Bundesregierung zu Fragen der Kinder- und Jugendpolitik berät, ruft daher in seinem aktuellen Impulspapier dazu auf, Foren zu schaffen, die einen offenen Dialog zu Möglichkeiten von Qualitätskriterien und Fachstandards ermöglichen, wie diese unter realen Bedingungen und unter der Maxime der Bedarfsgerechtigkeit und auch unter erschwerten Bedingungen gesichert werden können. Die föderalen Ebenen sowie die zuständigen gesellschaftlichen Teilsysteme an den Schnittstellen der Kinder- und Jugendhilfe müssen daran unbedingt beteiligt werden.
Fachkräfte sichern, Qualität gewährleisten: Das Bundesjugendkuratorium (BJK), schlägt differenzierte Ausbildungswege, gezielte Zuwanderung, flexible Arbeitsmodelle und langfristige Perspektiven vor, sie sollen das Berufsfeld attraktiver machen. Auch die Jugendhilfeplanung schlagen die Expert:innen als ein mögliches Instrument vor, um regionale und überregionale Handlungsperspektiven zu schaffen.
Gleichzeitig mahnt das BJK an, Fachlichkeit nicht durch formale Kriterien allein zu definieren, sondern eine bedarfsgerechte Flexibilisierung von Standards anzuwenden. Entscheidend sei, die Qualität der Arbeit auch inhaltlich zu diskutieren – zum Beispiel im Umgang mit unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten. Die Kinder- und Jugendhilfe braucht koordinierte Strategien von Bund, Ländern und Kommunen. Der gemeinsame Dialog ist kein Luxus, sondern Voraussetzung, um auch künftig jedes Kind wirksam zu schützen – unabhängig von Herkunft und Umständen.

 

Quelle: Meldung des Bundesjugendkuratoriums, München, 11. Juni 2025

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