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Dunkelfeldstudie in NRW: Jugendkriminalität und familiäre Gewalt bleiben erhöht

Eine Dunkelfeldstudie der Universität zu Köln liefert neue Erkenntnisse zur Entwicklung der Jugenddelinquenz in Nordrhein-Westfalen: Jugendliche berichteten 2025 etwas seltener von Eigentums- und Gewaltdelikten als im Vorjahr. Dennoch bleibt das Niveau im längerfristigen Vergleich weiterhin erhöht. Zudem verweisen die Ergebnisse auf eine anhaltend hohe familiäre Gewalt und psychische Belastungen.
Unter der Leitung von Professor Dr. Clemens Kroneberg wurden im Herbst und Winter 2025 über 4.400 Schüler:innen der siebten und achten Klassen an weiterführenden Schulen in drei Städten des Ruhrgebiets befragt. Drei von zehn befragten Jugendlichen gaben an, in den letzten zwölf Monaten mindestens eine Straftat begangen zu haben. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Rückgang um rund vier Prozentpunkte beziehungsweise zehn Prozent; im längerfristigen Vergleich zur Erhebung 2013 bleiben die Werte – insbesondere bei Gewaltdelikten – jedoch deutlich erhöht.
Die Studie ergänzt die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) um das sogenannte Dunkelfeld. Während die PKS ausschließlich polizeilich registrierte Straftaten erfasst, basieren Dunkelfeldbefragungen auf Selbstangaben Jugendlicher zu eigenen Delinquenz- und Gewalterfahrungen. Beide Perspektiven ermöglichen gemeinsam eine differenziertere Einordnung der Entwicklung von Jugendkriminalität.
Die Dunkelfeldstudie, finanziert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), untersucht auch verschiedene Einflussfaktoren für Delinquenz. »Ein Grund zur Sorge«, so Clemens Kroneberg, »bleibt die weiterhin hohe Zahl an Jugendlichen, die Gewalt durch ihre Eltern erleben.« Einer von fünf befragten Jugendlichen gab an, im letzten Jahr Elterngewalt erlebt zu haben. Darüber hinaus fühlten sich wie schon im Vorjahr zwischen 20 und 30 Prozent der Jugendlichen stark psychisch belastet.
Im Vergleich zur Erhebung im Jahr 2013 ist zudem die selbst eingeschätzte Selbstkontrolle niedriger und die moralische Ablehnung von Regelverstößen schwächer ausgeprägt. Auch nehmen Jugendliche ein geringeres Risiko wahr, bei Straftaten entdeckt zu werden. Vor diesem Hintergrund betont Clemens Kroneberg: »Dunkelfeldstudien machen sichtbar, was sonst verborgen bleibt. Insbesondere im Bereich der Prävention von familiärer Gewalt, der Förderung sozialer sowie emotionaler Kompetenzen der Jugendlichen und des Regelbewusstseins im Schulkontext ist weiterhin großer Einsatz gefordert.«

 

Quelle: Meldung der Universität zu Köln, Exzellenzcluster ECONtribute, Bonn, 20. April 2026

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