Newsletter
JUGENDSCHUTZ-Newsletter Nr. 5
Guten Tag,
Auch im heutigen JUGENDSCHUTZ-Newsletter werden wir Sie über die aktuellen Entwicklungen und Neuerscheinungen im Kinder- und Jugendschutz und der Kinder- und Jugendhilfe informieren und Sie haben u.a. Gelegenheit, Einblick in die aktuelle Ausgabe unserer Zeitschrift KJug – Kinder- und Jugendschutz in Wissenschaft und Praxis sowie einen Infoflyer zum erweiterten Erziehungsprivileg im Rahmen des rechtssicheren Einsatzes jugendschutzrelevanter Medien in der Kinder- und Jugendarbeit zu erhalten. Hinweise auf weitere Broschüren und Studien runden den Newsletter ab.
Kinder- und Jugendschutz im Diskurs – zwischen Kontinuität und Wandel
KJug 1-2026
Die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten tiefgreifend verändert. Analoge wie digitale Medien prägen ihren Alltag maßgeblich. Gleichzeitig haben globale Krisen – darunter die Pandemie sowie kriegerische Konflikte – das physische und psychische Wohlbefinden junger Menschen nachhaltig beeinflusst.
Vor diesem Hintergrund beleuchtet Professorin Karin Böllert in ihrem Beitrag »Aufwachsen mit Vertrauen und Zuversicht« die zentrale Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen für ein gelingendes Aufwachsen. Grundlage ihrer Analyse sind die Empfehlungen des 17. Kinder- und Jugendberichts zur Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe, insbesondere mit Blick auf den erzieherischen Kinder- und Jugendschutz. Auch Klaus Hinze widmet sich diesem Themenfeld und geht der Frage nach, wie der erzieherische Kinder- und Jugendschutz konkreter, greifbarer und systematischer gestaltet werden kann. Beide Beiträge unterstreichen die Notwendigkeit, Kinder und Jugendliche in einer zunehmend komplexen Welt gezielt zu unterstützen und zu stärken.
Im November 2025 wurde in Berlin das Erscheinen der Fachzeitschrift KJug – Kinder- und Jugendschutz in Wissenschaft und Praxis im 70. Jahrgang gefeiert. Im Fokus der Veranstaltung standen sieben Jahrzehnte kontinuierlicher Facharbeit und engagierter Auseinandersetzung. KJug hat sich über die Jahre als zentrales Forum für den interdisziplinären Austausch etabliert und leistet einen wichtigen Beitrag zur fachlichen Weiterentwicklung des Kinder- und Jugendschutzes in Deutschland. Auch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend hob diese Bedeutung hervor. In einem Grußwort betonte Bundesjugendministerin Karin Prien die wichtige Rolle der Zeitschrift für die Weiterentwicklung des Handlungsfeldes.
Aus dem Inhalt:
»Seit sieben Jahrzehnten begleitet die KJug die Entwicklungen des Kinder- und Jugendschutzes in Deutschland« - Grußwort der Bundesjugendministerin Karin Prien
Prof. Dr. Karin Böllert: Aufwachsen mit Vertrauen und Zuversicht – Schutz junger Menschen im 17. Kinder- und Jugendbericht
Klaus Hinze: Erzieherischer Kinder- und Jugendschutz – abstrakt und wenig systematisiert ?!?
Britta Jacobsen, Dr. Benedikt Iberl, Florian Rebmann, Dr. Jakob Manthey: Auswirkungen des Konsumcannabisgesetzes (KCanG) auf die Arbeit der Jugendämter
Prof. Dr. Claire Fenton-Glynn, Dinah Huerkamp: Daumen hoch für Down Under? Das australische Social-Media-Verbot
Jana Schirnick, Irina Hehedyush: Plattformverantwortung oder Erziehungsauftrag? Jugendmedienschutz auf TikTok im Spannungsfeld digitaler Aufsicht
Die Ausgabe 1-2026 der Zeitschrift KJug – Kinder- und Jugendschutz in Wissenschaft und Praxis mit dem Titel »Kinder- und Jugendschutz im Diskurs – zwischen Kontinuität und Wandel« ist beim Herausgeber, der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz e.V., (BAJ) zum Preis von 16,- € zu beziehen • Online unter www.kjug-zeitschrift.de
Quelle: Meldung der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz e.V., Berlin, 14. April 2026
Neuerscheinung: Praxisleitfaden »Das erweiterte Erziehungsprivileg – Jugendschutzrelevante Medien in der Kinder- und Jugendarbeit rechtssicher einsetzen«
Fachkräfte der Kinder- und Jugendarbeit stehen im pädagogischen Alltag häufig vor der Herausforderung, Medieninhalte verantwortungsvoll einzusetzen, die unter jugendschutzrechtlichen Gesichtspunkten als sensibel oder sogar problematisch gelten. Der von Dr. Stephan Dreyer, Medienjurist am Leibniz-Institut für Medienforschung, verfasste neu erschienene Praxisleitfaden »Das erweiterte Erziehungsprivileg – Jugendschutzrelevante Medien in der Kinder- und Jugendarbeit rechtssicher einsetzen« bietet hierzu eine fundierte und praxisnahe Orientierung.
Im Mittelpunkt steht das sogenannte erweiterte Erziehungsprivileg des Jugendschutzgesetzes (JuSchG). Dieses eröffnet Fachkräften die Möglichkeit, auch jugendschutzrelevante Medien gezielt in der pädagogischen Arbeit einzusetzen, sofern das Einverständnis der Personensorgeberechtigten vorliegt. Im Flyer wird verständlich erläutert, was erlaubt ist, wo rechtliche Grenzen verlaufen und welche Aspekte in der praktischen Umsetzung besonders zu beachten sind.
Ein besonderer Fokus liegt auf den rechtlichen Entwicklungen: Seit der Novellierung des Jugendschutzgesetzes im Jahr 2021 wurde der Handlungsspielraum von pädagogischen Fachkräften nochmals erweitert. Seither ist es – bei entsprechendem Einverständnis der Eltern – auch möglich, indizierte oder schwer jugendgefährdende Medien sowie indizierte Telemedien in der pädagogischen Arbeit einzusetzen.
Warum dieses Thema für die Praxis so relevant ist, zeigt der Leitfaden ebenfalls auf: Während das Erziehungsprivileg im privaten Raum eindeutig greift, bewegen sich Fachkräfte häufig in Kontexten, die rechtlich als »öffentlich« eingeordnet werden könnten. Gerade hier ist es entscheidend, die Möglichkeiten und Voraussetzungen des erweiterten Erziehungsprivilegs sicher zu kennen und anzuwenden.
Neben rechtlichen Grundlagen bietet die Publikation konkrete Unterstützung für den Arbeitsalltag. Eine übersichtliche Checkliste führt Schritt für Schritt durch die praktische Umsetzung. Darüber hinaus werden zentrale Fragen geklärt: Für welche Medien gilt das Privileg? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein? Wie wird das Einverständnis der Eltern korrekt eingeholt? Und wo liegen die Grenzen?
Abgerundet wird der Leitfaden durch eine kompakte Übersicht, die die Rechte und Handlungsspielräume von Eltern und Fachkräften zusammenfasst.
Der Praxisleitfaden »Das erweiterte Erziehungsprivileg – Jugendschutzrelevante Medien in der Kinder- und Jugendarbeit rechtssicher einsetzen« richtet sich an alle, die in der Kinder- und Jugendarbeit tätig sind und Medien kompetent, reflektiert und rechtssicher einsetzen möchten.
Online unter: Publikationen
Quelle: Meldung der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz e.V., Berlin, 25. März 2026
Arbeitshilfe zur Umsetzung von Frühintervention nach § 7 Konsumcannabisgesetz
Mit dem Inkrafttreten des Konsumcannabisgesetzes hat sich auch für die Kinder- und Jugendhilfe der fachliche Rahmen verändert. Während der Umgang mit Cannabis für Erwachsene teilweise legalisiert wurde, bleibt für Minderjährige weiterhin ein striktes Verbot bestehen. Zugleich setzt der Gesetzgeber stärker auf frühzeitige pädagogische Unterstützung statt strafrechtlicher Reaktion.
Vor diesem Hintergrund hat die Bundesarbeitsgemeinschaft Landesjugendämter eine neue Arbeitshilfe zur Umsetzung der Frühintervention nach § 7 KCanG veröffentlicht. Sie richtet sich in erster Linie an Jugendämter und unterstützt Fachkräfte dabei, mit Cannabisauffälligkeiten bei Minderjährigen fachlich fundiert und praxisnah umzugehen.
Die Arbeitshilfe erläutert zunächst die zentralen rechtlichen Regelungen des Konsumcannabisgesetzes und ordnet sie aus Sicht der Kinder- und Jugendhilfe ein. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie Auffälligkeiten im Zusammenhang mit Cannabis pädagogisch bearbeitet werden können, ohne dass automatisch strafrechtliche Verfahren im Vordergrund stehen. Ein besonderer Fokus liegt auf den Aufgaben des Jugendamtes im Rahmen des § 7 KCanG. Die Arbeitshilfe beschreibt Schritt für Schritt, wie das Zusammenspiel von Polizei, Ordnungsbehörden, Sorgeberechtigten, Minderjährigen und Jugendamt ausgestaltet werden kann. Sie zeigt auf, wie eine Diagnostik des Konsumverhaltens und Gefährdungseinschätzung im Rahmen des Schutzauftrags nach § 8a SGB VIII erfolgen kann.
Darüber hinaus enthält die Veröffentlichung zahlreiche praxisnahe Hinweise zur Umsetzung vor Ort: von Kriterien zur Einschätzung riskanten Konsumverhaltens über Vorschläge für abgestufte Maßnahmen bis hin zu Anregungen für die Zusammenarbeit mit Suchthilfe, Schule und Präventionsstellen. Auch Informationen zu Frühinterventionsprogrammen und Musterdokumente für die Praxis sind enthalten.
Die Arbeitshilfe möchte damit einen Beitrag leisten, die neuen gesetzlichen Regelungen fachlich einzuordnen, Kooperationen vor Ort zu stärken und Jugendämter bei der praktischen Umsetzung zu unterstützen. Online unter: Arbeitshilfe BAGLJÄ Konsumcannabisgesetz
Quelle: Meldung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter, Münster, 10. März 2026
Jugendschutz- und Medienkompetenzbericht 2026
»Vielleicht ist Social Media nicht kaputt – nur zu menschlich«
Social Media ist für Kinder und Jugendliche vom Unterhaltungsraum zur Hauptinformationsquelle geworden und spiegelt dabei nicht nur Technik, sondern vor allem uns Menschen: Neuheit, Empörung und Identitätsmarker erhalten überproportional Reichweite, während eine laute Minderheit Debatten prägt und eine stille Mehrheit schweigt.
Mit dem Jugendschutz- und Medienkompetenzbericht 2026 legen die Landesmedienanstalten eine Bestandsaufnahme vor – und ein Programm: Schutz durchsetzen, Kompetenz stärken. Kernbotschaft: Die Probleme sind nicht nur »Algorithmen«. Sie entstehen aus dem Zusammenspiel menschlicher Bedürfnisse, Plattformdesigns und Kommunikationsstrategien. Konsequente Regulierung und alltagsnahe Medienbildung gehören zusammen.
Fünf zentrale Befunde im Fokus
(1) Informationswandel mit wachsender Influencer-Macht: Kinder und Jugendliche informieren sich primär über Social Media, die Grenzen zwischen Information, Meinung und Werbung verschwimmen. Politische Influencer setzen auf Zuspitzung, Feindbilder und teils Desinformation – Polarisierungsrisiken steigen.
(2) Plattformlogiken und Aufmerksamkeitsökonomie: Nicht nur Algorithmen wirken – menschliches Verhalten und Vorbilder steuern Reichweite, Empörung (»rage bait«) wird durch Engagement-orientierte Systeme belohnt – moralisch-emotionale Inhalte verbreiten sich schneller.
(3) Regulierung, Rechtsdurchsetzung, Jugendmedienschutz: Schutz von Kindern und Jugendlichen ist eine zentrale Strukturfrage, Verbote oder starre Altersgrenzen unterminieren Teilhabe. Wirksam sind: verlässliche Altersverifikation, Safety by Design, klare Anbieterpflichten nach DSA und MStV – mit konsequenter Aufsicht.
(4) Medienkompetenz und Regulierung wirken nur gemeinsam: Kompetenz stärken, Schutz durchsetzen – Jugendliche als aktive, kritische Gestalter befähigen.
(5) Vernetzte Strukturen erhöhen Wirkung und Reichweite: Digitale Teilhabe und Schutz entstehen durch Kooperation – nicht durch isolierte Einzelmaßnahmen.
Online unter: Jugendschutz- und Medienkompetenzbericht 2026 der Landesmedienanstalten.
Quelle: Meldung der Landesmedienanstalten - die medienanstalten - ALM, Berlin, 13. März 2026
Deutsches Schulbarometer: Psychische Belastung bei Kindern und Jugendlichen steigt erstmals nach Pandemie wieder an
Die psychische Belastung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland nimmt erstmals nach der Corona-Pandemie wieder zu. Das geht aus dem Deutschen Schulbarometer der Robert Bosch Stiftung hervor. Laut der repräsentativen Studie fühlt sich ein Viertel der Schüler:innen psychisch belastet (2025: 25 Prozent, 2024: 21 Prozent). Für die aktuelle Ausgabe, die in Kooperation mit der Universität Leipzig entstand, wurden Schüler:innen und ihre Eltern befragt.
Die soziale Herkunft ist dabei ein entscheidender Faktor für die mentale Gesundheit: Kinder aus einkommensschwachen Familien berichten überdurchschnittlich häufig von psychischer Belastung (31 Prozent), geringem schulischem Wohlbefinden (29 Prozent) und niedriger Lebensqualität (36 Prozent). Gleichzeitig empfindet fast die Hälfte aller Befragten hohen Leistungsdruck und gibt an, auch am Wochenende für die Schule lernen zu müssen.
Schüler:innen wollen mitreden – und werden kaum gehört: Eine große Kluft deckt das Schulbarometer beim Thema Mitbestimmung auf: Während drei Viertel der Schüler:innen mehr Einfluss auf Unterrichtsthemen oder Prüfungsformate wünschen, geben vier Fünftel an, hier kaum mitreden zu können. Selbst etablierte Gremien wie die Schülervertretung werden von 43 Prozent der Befragten als wirkungslos eingeschätzt. Die Studie belegt dabei einen klaren Zusammenhang: Wer mitentscheiden darf, fühlt sich in der Schule wohler. Diesem Wunsch nach mehr Beteiligung steht eine deutlich andere Wahrnehmung der Lehrkräfte gegenüber: In einer früheren Befragung des Deutschen Schulbarometers hielt mehr als die Hälfte der Lehrkräfte (55 Prozent) die vorhandenen Mitbestimmungsmöglichkeiten für ausreichend.
Mobbing bleibt ein alltägliches Problem: Auch Mobbing ist für viele Schüler:innen Alltag. Ein Drittel der 11- bis 17-Jährigen wird mindestens einmal im Monat von Mitschüler:innen schikaniert, jede:r Zehnte sogar wöchentlich oder täglich. Besonders häufig sind 14-Jährige betroffen (38 Prozent). Dabei wird Mobbing im direkten, persönlichen Kontakt häufiger erlebt als Cybermobbing, tritt aber oft in Kombination auf. Ein positiver Aspekt: Die Aufklärung an den Schulen scheint anzukommen. Vier von fünf Schüler:innen wissen, an wen sie sich für Hilfe wenden können.
Online unter Deutsches Schulbarometer Befragung Schüler:innen | Robert Bosch Stiftung
Quelle: Pressemeldung der Robert Bosch Stiftung, Stuttgart/Berlin, 18. März 2026
WelEx – Qualifizierung zu Weltanschauungs- und Extremismusbeauftragten
Das E-Learning »WelEx – Qualifizierung zu Weltanschauungs- und Extremismusbeauftragten« des Interdisziplinären Zentrums für Radikalisierungsprävention und Demokratieförderung (IZRD e. V.) ist seit März 2026 online verfügbar.
Der modulare Onlinekurs richtet sich an Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe, insbesondere an Mitarbeitende in Jugendämtern und angrenzenden Institutionen. Ziel ist es, Fachwissen zu extremismusbezogenen Kinderschutzfällen zu stärken, Handlungssicherheit in der Fallarbeit zu erhöhen und langfristig spezialisierte Ansprechpartner zu qualifizieren. Diese fungieren innerhalb ihrer Organisationen auch als Schnittstelle zu Beratungs- und Unterstützungsangeboten der Radikalisierungsprävention.
Der Kurs vermittelt Grundlagen zu Radikalisierungsdynamiken, möglichen Indikatoren sowie zum professionellen Umgang mit entsprechenden Fallkonstellationen. Ergänzend werden praxisnahe Hinweise zur Zusammenarbeit mit Präventions- und Beratungsstellen gegeben.
Weitere Informationen zum Projekt: izrd.eu/welex
Anmerkung: Das Projekt wird ausführlich in der Ausgabe 4-2025 von KJug – Kinder- und Jugendschutz in Wissenschaft und Praxis vorgestellt.
Quelle: Meldung des Interdisziplinären Zentrums für Radikalisierungsprävention und Demokratieförderung e.V., Berlin, März 2026
Report: Epstein-Files: Anlass für Hass und Propaganda online
Jugendliche stoßen schnell auf Antisemitismus, Desinformationen und extremistische Narrative
Die Veröffentlichung der »Epstein-Files« hat den Fall des verurteilten Sexualstraftäters erneut ins Zentrum öffentlicher Debatten gerückt. Im Netz entwickelt sich das Thema rasch über journalistische Aufarbeitung hinaus zur Projektionsfläche für Verschwörungserzählungen, Antisemitismus sowie rechtsextreme und islamistische Propaganda. Intransparente Aktenfreigabe, offene Fragen und die Einbindung prominenter Namen begünstigen Spekulationen und Unsicherheiten. Besonders für Kinder und Jugendliche entsteht so ein risikoreiches Kommunikationsklima, in dem reale Gewaltverbrechen mit Desinformation und Extremismus verschränkt werden.
Mehr über die Rechercheergebnisse von jugendschutz.net findet sich im Report »Epstein-Files: Anlass für Hass und Propaganda online. Jugendliche stoßen schnell auf Antisemitismus, Desinformationen und extremistische Narrative«.
Online unter Report: Epstein-Files: Anlass für Hass und Propaganda online | jugendschutz.net
Quelle: Meldung von jugendschutz.net, Mainz, 17. März 2026
Schäm dich! Das Potential der Scham
proJugend 01/2026
Die proJugend widmet sich dieser wichtigen Emotion und arbeitet heraus, wie Schamarbeit im erzieherischen Jugendschutz aussehen kann.
Scham ist das »Aschenputtel unter den Gefühlen«. Man redet nicht über sie, man zeigt sie nicht, man hält sie geheim. Sie ist negativ besetzt, aber ihre Abwesenheit wird als Schamlosigkeit oder Unverschämtheit geächtet. Scham wird nicht umsonst als »Hüterin der Privatsphäre« oder als »Wächterin der Menschenwürde« bezeichnet, als Masteremotion, die alle anderen Emotionen mitbeeinflusst. Scham ist in allen Themen des erzieherischen Jugendschutzes relevant. So kann zum Beispiel Gewalt eine Form der Schamabwehr sein, alle Süchte können Scham hervorrufen und umgekehrt von ihr begünstigt werden, wir können durch Medien vielfältig beschämt werden und Sexualität und »die Scham« gehen ohnehin Hand in Hand – hier kann sie sogar körperlich verortet werden. Scham schmerzt, da sie ganz grundlegend wichtige Bedürfnisse des menschlichen Daseins berührt und deren Gefährdung offenlegt: die Anerkennung, die Zugehörigkeit, die Integrität und den Schutz.
Quelle: Meldung der Aktion Jugendschutz Bayern, Landesarbeitsstelle Bayern e.V., München, 08. April 2026
KI als Vertraute: Chancen und Risiken parasozialer Beziehungen mit Chatbots
BzKJAKTUELL 1/2026
Künstliche Intelligenz ist innerhalb kürzester Zeit im Alltag von Kindern und Jugendlichen angekommen. Junge Menschen nutzen KI heute nicht nur für Hausaufgaben oder zur Recherche, sondern auch, um über ihre Sorgen und Gefühle zu sprechen. Die Ausgabe 1/2026 der BzKJAKTUELL zeigt Chancen, Risiken und Schutzbedarfe auf und gibt praxisnahe Tipps für Fachkräfte, Eltern und alle, die junge Menschen beim sicheren Umgang mit KI-Chatbots begleiten.
Mit der Ausgabe der Fachzeitschrift BzKJAKTUELL 1/2026 gibt die Bundeszentrale einen Überblick über die Beziehungen von KI-Chatbots zu Kindern und Jugendlichen, beleuchtet Chancen, Risiken und Schutzbedarfe und lässt Fachkräfte sowie Expertinnen und Experten zu Wort kommen.
Jahresstatistik der Prüfstelle für jugendgefährdende Medien 2025: Traditionell enthält die erste Ausgabe des Jahres die Jahresstatistik der Prüfstelle: 2025 wurden insgesamt 1.138 Verfahren durchgeführt, mit Schwerpunkten bei kinder- und jugendpornografischen Inhalten sowie nationalsozialistischem Gedankengut. Die Zahlen verdeutlichen sowohl die thematische Bandbreite als auch die gesellschaftliche Relevanz der Prüfstellentätigkeit und liefern wichtige Hinweise für Prävention, Aufklärung und die laufende Arbeit der BzKJ im Kinder- und Jugendmedienschutz.
Quelle: Meldung der Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz (BzKJ), Bonn, 27. Februar 2026
Ganztagskongress »Übergänge weiterdenken« des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
22. und 23. Juni in Berlin und online
Wie lässt sich der – für Kinder wie Eltern – große Schritt von der Kita in die Schule oder auch der alltägliche Wechsel zwischen Unterricht und Freizeit optimal gestalten? Welche Übergangs- und Transformationsprozesse stößt der Rechtsanspruch auf Ganztagsförderung an? Diese und andere zentrale Fragen werden im Juni auf dem Ganztagskongress in Berlin beleuchtet.
Vom 22. bis 23. Juni findet im bcc Berlin sowie im digitalen Raum der diesjährige Ganztagskongress »Übergänge weiterdenken« statt. Vor dem Hintergrund des schrittweise in Kraft tretenden Rechtsanspruchs auf Ganztagsförderung ab dem 1. August 2026 diskutieren dort Vertreterinnen und Vertreter aus Bund, Ländern, Kommunen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft über die Rahmenbedingungen für einen qualitativ hochwertigen Ganztag.
Neue Gestaltungsspielräume durch Kooperation: Für den erfolgreichen und nachhaltigen Ausbau der Ganztagsbildung und -betreuung arbeiten viele verschiedene Akteure zusammen. Dazu zählen Institutionen aus den Bereichen Kinder- und Jugendhilfe sowie Schule, außerschulische Partner und Familien. Sie gestalten die Übergänge im Alltag der Kinder: vom Frühhort in den Unterricht, vom Mittagessen zur Lernzeit und von der Freizeit zur Abholsituation. Dabei entstehen auch neue Potenziale: So können beispielsweise die Selbstorganisation und Partizipation der Kinder gestärkt sowie Räume gemeinsam genutzt werden. Der Kongress bietet die optimale Gelegenheit, diese Potenziale zusammen mit Fachleuten in verschiedenen Formaten weiterzudenken.
Informationen zu Anmeldung, Teilnahme und Programm: Der Kongress findet am 22. Juni von 11:00 bis 18:30 Uhr und am 23. Juni von 9:00 bis 13:30 Uhr statt. Die Teilnahme am Kongress ist sowohl online als auch in Präsenz möglich. Anmeldungen hier: Veranstaltungswebsite
Anmerkung: Das Fachforum »Wie kann Medienbildung an Schulen gelingen? Konzepte und Praxisimpulse« wird von der BAJ in Kooperation mit der Initiative Gutes Aufwachsen mit Medien durchgeführt. Infos unter Fachforen 22.06.
Quelle: www.recht-auf-ganztag.de. Hrsg. Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Berlin, 02. April 2026