(K)EIN ZUHAUSE – THEMA JUGEND Ausgabe 1/2025
Wohnen bedeutet mehr als ein Dach über dem Kopf zu haben. Insbesondere für junge Menschen bildet ein angemessenes und sicheres Zuhause die wichtige Basis für die gelingende Bewältigung von Entwicklungsaufgaben und stellt einen wertvollen Erfahrungsraum für Selbstwirksamkeit dar. Dass ausreichender und bezahlbarer Wohnraum in Deutschland für Kinder, Jugendliche und ihre Familien sowie für junge Erwachsene nicht selbstverständlich ist, zeigt nicht zuletzt der 2024 vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) vorgelegte Referentenentwurf eines Nationalen Aktionsplans gegen Wohnungslosigkeit. Darin werden die Vermeidung und Überwindung von Wohnungs- und Obdachlosigkeit und die bedarfsgerechte Unterstützung als sozialstaatliche Pflichtaufgabe definiert.
Die vorliegende THEMA JUGEND nimmt Wohnen und (drohende) Wohnungslosigkeit junger Menschen in den Blick. Dabei weiten die Beiträge die Perspektive aus und betrachten die Wohnsituationen Heranwachsender im Zusammenhang mit (Jugend-)Armut und den finanziellen Ausgangslagen von jungen Menschen in der Phase der Verselbständigung. Abgeleitet werden zudem Empfehlungen, um Wohnungsnot zu begegnen sowie Forderungen bezüglich der Wohnsicherheit junger Menschen. Dass Heranwachsende in Wohnungsnotfällen spezifische Hilfen präventiver wie praktischer Art brauchen, um (wieder) einen Weg in gesellschaftliche Teilhabe und (Aus-)Bildung zu erhalten, wird ebenso gezeigt wie die Bedeutung sozialpädagogisch begleiteten Azubi- und Jugendwohnens für einen gelungenen Start in ein selbständiges (Berufs-)Leben.
Wohnungslosigkeit junger Menschen ist oftmals unsichtbar, wie die Beiträge der Ausgabe zeigen. Umso wichtiger sind niedrigschwellige Angebote, die Heranwachsende ohne familiären Rückhalt in sogenannter »verdeckter« Obdachlosigkeit frühzeitig unterstützen. Neue digitale Ansätze der Beratung werden vorgestellt, die gemeinsam mit jungen Menschen tragfähige Zukunftsperspektiven entwickeln und neben einem Zuhause wieder Zugang zu Selbst- und Mitbestimmung eröffnen.
Wohnen ist ein Grundbedürfnis – darin sind sich die Beiträge dieser THEMA JUGEND sich einig. Das Recht auf angemessenen Wohnraum ist in Artikel 11 des Internationalen Paktes über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (UN-Sozialpakt) verbrieft. Mit Blick auf die Lebenslagen junger Menschen und die Wohnsicherheit Heranwachsender wird die Aufnahme des »Rechts auf Wohnen« ins Grundgesetz empfohlen.
Weitere Informationen unter www.thema-jugend.de
Quelle: Meldung der Katholische Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NRW e.V., Münster, 18. Juni 2025