30.09.2026
BAJ vertreten bei Podiumsdiskussion zu Mediennutzung und mentaler Gesundheit
Unter dem Titel »Wenn Bildschirmzeit Kinder und Jugendliche belastet« fand am 22. September im Rahmen der 21. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie an der Universität Ulm eine öffentliche Podiumsdiskussion zur Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen statt. Für die Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz (BAJ) nahm der Vorstandsvorsitzende Klaus Hinze an der Diskussion teil.
Ziel der Diskussion war es die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen mit ihren Auswirkungen auf mentale Gesundheit zu thematisieren und regulatorische Implikationen zu benennen. Angesprochen wurden Risiken der Mediennutzung in der frühen Kindheit, Risiken einer exzessiven Nutzung von Social-Media-Angeboten, Cybermobbing und weitere Risiken aus der Perspektive der Neurologie und klinischen Psychologie, aber auch der Sozialwissenschaften und Mediennutzungsforschung. Aus Sicht des Kinder- und Jugendmedienschutzes wurde der Dreiklang von Schutz, Befähigung und Teilhabe junger Menschen in den Fokus gerückt und auf die Notwendigkeit der Medienbildung junger Menschen in Schule und Freizeit, aber auch der Angebote für Eltern hingewiesen. Dabei wurden die positiven Erfahrungen mit Angeboten der Peer-to-Peer-Education und Jugendberatung besonders betont. Nur im Zusammenwirken von Angeboten von Bildung und Erziehung, Schutzkonzepten für junge Menschen, der Anbieterverantwortung sowie der politischen Rahmenbedingungen könne ein gesundes Aufwachsen mit digitalen Medien gelingen. In der aktuellen Debatte um mögliche Social-Media-Verbote wurde die Bedeutung einer gemeinsam mit Kindern, Jugendlichen und Eltern entwickelten Kultur verantwortungsvoller Mediennutzung betont.
Auf dem Podium vertraten Deborah Woldemichael, Leiterin von klicksafe, und Klaus Hinze als Vorsitzender der BAJ die Perspektive des Jugendmedienschutzes. Professor Harald Baumeister und Professorin Ann-Christin Haag brachten Erkenntnisse aus der klinischen Psychologie sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie ein, Christian Strobel ergänzte die Perspektive der gesundheitlichen Prävention.