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Titelblatt Dossier Kinder aus suchtbelasteten Familien

Dossier 1/2025 Dossier Kinder aus suchtbelasteten Familien

Kinder aus suchtbelasteten Familien brauchen besondere Unterstützung

Artikel-Nr.: 1-2025

In Deutschland wächst schätzungsweise jedes fünfte Kind in einer Familie auf, in der eine elterliche Suchterkrankungen vorherrscht. COAs (Children of Addicts) erleben oft eine versteckte Not: ständige emotionale Anspannung, gestörte Bindungen, Gewalt im Familiensystem und erhebliche schulische Belastungen. Die Folge ist ein erhöhtes Risiko für eigene Suchterkrankungen, psychische Störungen und Bildungsdefizite.
Worte aus dem Betroffenenalltag verdeutlichen die Lage: Emma (40) schildert, wie sie lernen musste, zu »funktionieren«, während Amanda (40) von Spannungen, Kritik und überhöhten Selbstansprüchen berichtet. Ella (17) beschreibt Schuldgefühle und Verantwortungsübernahme in der Familie. Leon (15) berichtet von alltäglicher Gewalt und Angst. Solche Erfahrungen bleiben oft unbeachtet, doch sie beeinflussen den gesamten Lebenslauf junger Menschen.
Präventions- und Unterstützungsbedarf bleibt groß: Angesichts dieser Belastungen wird deutlich, dass der Schutz und die Förderung betroffener Kinder eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sind. Die zentrale Forderung lautet: Verbindliche, sektorenübergreifende Zusammenarbeit von Jugendhilfe, Suchthilfe, Gesundheitswesen und Bildung, um faire Zugänge zu Präventions- und Hilfsangeboten zu schaffen und Barrieren abzubauen. Studien zeigen erhöhte Gesundheits- und Bildungskosten sowie langfristige Folgen, wenn Hilfsangebote fehlen oder versagen. Die Notwendigkeit niederschwelliger, barrierefreier Hilfsangebote; bedarfsorientierter, flächendeckender Angebote für Kinder aus suchtbelasteten Familien; eine bessere Vernetzung der Systeme sowie die Förderung eines offenen Austauschs über Suchtproblematiken – unter Einbeziehung der Betroffenenperspektive – ist daher zwingend geboten. 
Für den Kinder- und Jugendschutz bedeutet dies, die Berücksichtigung von Kindern aus suchtbelasteten Familien im Rahmen der Prävention nach § 14 SGB VIII (Erzieherischer Kinder- und Jugendschutz). Die Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz e.V. engagiert sich hierfür im Bündnis für Kinder aus psychisch und suchtbelasteten Familien (KipsFam).

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