Newsletter

Jugendschutz Newsletter Nr. 14 vom 23.09.2021

im aktuellen Newsletter finden Sie wie gewohnt Nachrichten und Rechercheergebnisse der letzten Wochen zu den unterschiedlichsten Handlungsfeldern des Kinder- und Jugendschutzes. Die Nachrichten geben nicht unbedingt die Meinung der BAJ wieder. Sie sind Ergebnisse redaktioneller Auswahl, Bearbeitung und Recherche und geben einen Überblick über wichtige Ereignisse und Entwicklungen mit Bedeutung für den Kinder- und Jugendschutz.

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70 Jahre Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz

Jubiläum

Zum 70. Geburtstag hat die Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz e.V. (BAJ) am 09. September im Rahmen eines Festaktes einen Blick zurück und nach vorn geworfen. »Wir freuen uns, dass 70-jährige Bestehen der BAJ mit zahlreichen Weggefährtinnen und -gefährten zu begehen, mit denen wir gemeinsam in den vergangenen sieben Jahrzehnten stets den Schutz von Kindern und Jugendlichen in den Fokus unserer Arbeit gestellt haben«, so Klaus Hinze, Vorsitzender der BAJ in seiner Eröffnungsrede. »Die BAJ stand in all den Jahren für den gesetzlichen Kinder- und Jugendschutz und den erzieherischen Kinder- und Jugendschutz. Der interdisziplinäre Dialog mit Wissenschaft und Praxis bildet eine der Grundlagen unserer Arbeit – dabei verstehen wir uns als Plattform für fachlichen Austausch und Vernetzung,« so Hinze weiter.

Besonderer Dank für den beständigen Einsatz der BAJ kam auch von der Parlamentarischen Staatssekretärin bei der Bundesjugendministerin, Caren Marks. »Die BAJ hat sich stets als starker Partner an der Seite des Bundesjugendministeriums gezeigt und sich in 70 Jahren der Aufgabe junge Menschen zu schützen gewidmet«, so Caren Marks in ihrem Grußwort. 
Auch die Bundesjugendministerin Christine Lambrecht hat der BAJ bereits vorab in einer Festschrift für ihre Arbeit gedankt »Die BAJ ist eine ungemein wertvolle und verlässliche Partnerin und gehört in Deutschland im Bereich des Kinder- und Jugendschutzes schlicht zur gewachsenen Infrastruktur. Ich wünsche der BAJ für das kommende Jahrzehnt weiterhin die nötige Willensstärke und Flexibilität sich den Herausforderungen des Kinder- und Jugendschutzes zu stellen«.

Die Jubiläumsfeier zum 70-jährigen Bestehen wurde mit einer Fachveranstaltung »Europäischer Jugendmedienschutz – Ideal oder Utopie? Chancen und Grenzen eines Jugendmedienschutzes in Europa« eingeleitet, in der Dr. Claudia Lampert vom Leibnitz Institut für Medienforschung/Hans-Bredow-Institut zu Beginn Einblicke in die Mediennutzung von Kindern in verschiedenen europäischen Ländern gab und dabei Unterschiede auf nationaler und sozialer Ebene herausstellte. Kai Hanke, vom Deutschen Kinderhilfswerk, betonte vor dem Hintergrund der geltenden UN-Kinderrechtskonvention, dass Kinderrechte auch im Internet gelten und damit der Jugendschutz im digitalen Raum zentral für das Kindeswohl ist. Im Anschluss an die Podiumsdiskussion waren sich alle Beteiligten einig, dass der Kinder- und Jugendschutz auch zukünftig eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, um Schutz, Befähigung und Teilhabe für alle Kinder und Jugendlichen zu sichern.

 

Quelle: Meldung der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz e.V. (BAJ), Berlin, 10. September 2021

Aufbruch in ein kindgerechtes Deutschland: Deutsches Kinderhilfswerk fordert umfassende Neugestaltung der Kinder- und Jugendpolitik

Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert eine breite überparteiliche Initiative für eine umfassende Neugestaltung der Kinder- und Jugendpolitik direkt nach der Bundestagswahl. Aus Sicht der Kinderrechtsorganisation steht die nächste Bundesregierung vor großen kinderpolitischen Baustellen. Viel zu lange haben Kinder und ihre Familien nur eine nachrangige Rolle gespielt, obwohl sie der maßgebliche Grundstein für eine zukunftsfähige Gesellschaftspolitik sind. Die Interessen von Kindern und Jugendlichen müssen deswegen endlich konsequent aufgegriffen werden. Dazu gehört die Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz ebenso wie die gesellschaftliche Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen, eine wirksame Bekämpfung der Kinderarmut und die nachhaltige Absicherung von Qualität und Chancengleichheit im Bildungssystem.

Anlässlich der Bundestagswahlen in diesem Jahr hat das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) einen Katalog mit zehn Forderungen für den »Aufbruch in ein kindgerechtes Deutschland« vorgelegt. Diese wurden sukzessive unter https://www.dkhw.de/kernforderungen veröffentlicht.

 

Quelle: Pressemeldung des Deutschen Kinderhilfswerks (DKHW), Berlin, 14. September 2021

Aufarbeitungskommission veröffentlicht Studie zu sexuellem Kindesmissbrauch in der Familie

Studie

Die Familie genießt als privater Raum einen besonderen gesetzlichen Schutz. Für Kinder und Jugendliche, die sexuelle Gewalt in der Familie erleben, kann dieser Schutz zum Verhängnis werden. Die Ergebnisse einer am 07. September veröffentlichten Studie zeigen neben dem spezifischen sexuellen Kindesmissbrauch in der Familie auch die Verantwortung unserer Gesellschaft für Hilfe und Aufarbeitung in diesem Tatkontext auf.
Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs veröffentlicht damit das Ergebnis eines Forschungsprojektes von Wissenschaftlerinnen der Goethe-Universität Frankfurt am Main zur gesellschaftlichen Aufarbeitung dieses Tatkontextes. Grundlage der Studie waren vertrauliche Anhörungen und schriftliche Berichte von Betroffenen, Angehörigen sowie weiteren Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die der Kommission aus dem Kontext Familie vorlagen. Für die Studie wurden insgesamt 870 vertrauliche Anhörungen und schriftliche Berichte mit quantitativen und qualitativen Methoden ausgewertet. 
Ein zentrales Merkmal von Familie als Tatkontext ist die Möglichkeit der Täter oder Täterinnen sowie anderer Beteiligter, sich nach außen abzuschotten, den Anschein von Normalität aufrechtzuerhalten und so einem betroffenen Kind alle Auswege aus der Gewalt zu versperren. Ein wesentlicher Unterschied zu anderen Tatkontexten ist, dass Kinder ihre Familie meist nicht einfach verlassen können wie z.B. eine Schule oder einen Sportverein. Kinder bleiben der sexuellen Gewalt in der Familie somit oft über einen langen Zeitraum ausgeliefert. 
Unter den Personen, denen sich Kinder und Jugendliche anvertraut haben, waren vielfach Familienangehörige, insbesondere Mütter. Doch nur in wenigen Fällen wurde die Gewalt durch Dritte beendet. Meist endete die Gewalt ohne ersichtlichen Grund. Kinder und Jugendliche haben zudem immer wieder versucht, der sexuellen Gewalt zu entkommen. Sie schildern verschiedene »Strategien«, die die Abhängigkeit, das Ausgeliefertsein und die Hilflosigkeit von Kindern und Jugendlichen besonders drastisch aufzeigen. Manche Betroffene erzählen von ihren Suizidgedanken, viele sind von zu Hause weggelaufen. 

Schlussfolgerungen: Die Aufklärung von Fällen und Aufarbeitung des Tatkontextes Familie steht vor besonderen Herausforderungen. Betroffene Kinder und Jugendliche sind hier auf ein aufmerksames und handelndes Umfeld angewiesen. Sie müssen sich darauf verlassen können, dass das hohe Gut der Privatsphäre nicht dazu führt, dass sie selbst schutzlos sind.
Die Analyse der Betroffenenberichte zeigt auf, dass Kinder und Jugendliche Signale gesendet und versucht haben, sich jemandem anzuvertrauen. Vertrauenspersonen in der Familie wie zum Beispiel Mütter benötigen ihrerseits gute Unterstützung und Beratung, um ihr Kind schützen zu können. Und Vertrauenspersonen außerhalb der Familie in der Schule oder einem Verein müssen wissen, wie sie helfen können. Die Studie verdeutlicht, welche weiteren Aufarbeitungsschritte nötig sind. So ist auf der Basis von Betroffenenberichten zu klären, wie Jugendämter agiert haben und ob und wie Hilfe wirkungsvoll war. Hierzu hat die Kommission jüngst eine Fallstudie in Auftrag gegeben. 
Betroffene fordern, dass neben der gesellschaftlichen Aufarbeitung auch in der einzelnen Familie selbst aufgearbeitet werden muss. Auch hierfür benötigen Familien fachliche Beratung und Unterstützung. Diese ist für Angehörige bisher kaum verfügbar.
Download unter https://www.aufarbeitungskommission.de/wp-content/uploads/Studie_Sexuelle-Gewalt-in-der-Familie_bf.pdf 

 

Quelle: Pressemeldung der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs, Berlin, 07. September 2021

Mit Medienbildung gegen Desinformation und Fake News

Landesanstalt für Medien NRW fördert Informationskompetenz

Insbesondere vor zentralen politischen Ereignissen wie der Bundestagswahl im September steigt die Angst vor Desinformation und Fake News. Laut einer repräsentativen Umfrage der Landesanstalt für Medien NRW fürchten rund 91 Prozent der Menschen, dass sie durch gezielte Desinformation in ihrer Entscheidungsfindung beeinflusst werden könnten. Wie Desinformation und Fake News erkannt werden können, zeigt die Landesanstalt für Medien NRW mit verschiedenen Angeboten für Erwachsene und Kinder. 

Individuelle Antworten und Beratung: Fragen zum Thema Desinformation und Fake News können unter www.fragzebra.de anonym an die Landesanstalt für Medien NRW gestellt werden.

Auch wenn die meisten Schülerinnen und Schüler noch nicht wahlberechtigt sind, spielt das Engagement gegen Desinformation auch in der Schule eine zentrale Rolle. In rund 1.000 Schulen in Nordrhein-Westfalen sind die Medienscouts NRW im Einsatz und beraten Mitschülerinnen und Mitschüler unter anderem dabei, seriöse Informationen von Fake News und Desinformation zu unterscheiden. 
Bei der Medienbox NRW finden sich einfach gehaltene und thematisch strukturierte Lerneinheiten zur Wissensaneignung. Die Online-Module der Medienbox NRW sind für Anfängerinnen und Anfänger sowie für Fortgeschrittene geeignet. Neben Informationen zur Produktion von Medienbeiträgen finden sich hier zum Beispiel auch Lernmodule zu Sorgfaltspflichten, wie der Prüfung von Quellen und rechtlichen Aspekten. Das Modul »Faktenchecken bei der Recherche« vermittelt Tipps, wie man sich bei der Recherche für Beiträge vor Desinformation schützen kann und wie darauf reagiert werden kann, wenn man auf Falschnachrichten stößt. 
Ausführliche Artikel, Videos und weitere Inhalte zu Desinformation und Meinungsbildung finden sich darüber hinaus bei klicksafe. Die von den Medienanstalten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen in Deutschland umgesetzte EU-Initiative bietet außerdem weiterführende Materialien zum Download, zum Beispiel für Lehrkräfte und Eltern, insbesondere für die Altersstufen der weiterführenden Schulen an. Um bereits Kinder im Grundschulalter langsam an das Thema heranzuführen, eignet sich das Internet-ABC mit dem Lernmodul »Lügner und Betrüger im Internet«. Das Internet-ABC ist ein Angebot, das vor allem jüngere Kinder bei ihren ersten Schritten im Umgang mit dem Internet und den digitalen Medien begleitet.

Anmerkung: Beiträge zum Thema Informationskompetenz vs. Desinformation und Fake-News finden sich in der Ausgabe 2-2021 von KJug – Kinder- und Jugendschutz in Wissenschaft und Praxis.

 

Quelle: Pressemeldung der Landesanstalt für Medien NRW, Düsseldorf, 02. September 2021

Kinderrechte-Kompass zur Bundestagswahl

Kinderrechte

Seit dem 26. August ist der Kinderrechte-Kompass zur Bundestagswahl 2021 der National Coalition zur Umsetzung der Kinderrechte in Deutschland online! Der Kinderrechte-Kompass soll eine Wahlhilfe für kinderrechtlich interessierte Menschen sein und dazu beitragen, die Kinderrechte bekannter zu machen. Der Kinderrechte-Kompass vergleicht die sechs im Bundestag vertretenen Parteien anhand von 12 ausgewählten Thesen. Die Thesen an die Parteien und die Antworten der Parteien wurden in Einfache Sprache übersetzt.

 

Quelle: Newsletter 6/2021 der National Coalition Deutschland e.V., Berlin, 15. September 2021

COA.KOM – die Kommunikationsplattform ist online!

Coa.kom

Mit Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat NACOA Deutschland e.V. eine Plattform zur Kommunikation rund um die Arbeit mit Kindern aus suchtbelasteten Familien geschaffen. Fachkräfte aus ganz Deutschland können sich auf COA.KOM interdisziplinär miteinander vernetzen und ihren Erfahrungsschatz – in einem geschützten Rahmen – teilen.

Auf COA.KOM können Sie…

• sich mit anderen Fachkräften praxisnah zu verschiedenen Themen austauschen sowie Probleme und Herausforderungen diskutieren.

• sich Inspiration für (neue) Projekte, Veranstaltungen, Gruppenangebote oder Methoden holen.

• eigene Angebote darstellen und geplante Veranstaltungen bewerben.

• sich in Gruppen mit Akteur/-innen aus der Kinder- und Jugendhilfe, der Suchthilfe, dem Gesundheitswesen, der Selbsthilfe sowie mit Schnittstellenakteur/-innen vernetzen und bestehende Netzwerke koordinieren.

• Studien und Fachinformationen abrufen.

 

Quelle: Meldung NACOA Deutschland - Interessenvertretung für Kinder aus Suchtfamilien e.V., Berlin

Schule, Sport, Prävention: Die Jüngsten während und nach der Pandemie besser unterstützen

Arbeitsgruppe von Bundesfamilien- und Bundesgesundheitsministerium legt Empfehlungen vor

Auch in der Pandemie brauchen Kinder offene Schulen, Kitas und Sportangebote in der Freizeit. Darauf weist die Interministerielle Arbeitsgruppe (IMA) »Gesundheitliche Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche durch Corona« hin, die das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gemeinsam eingesetzt haben. Dafür müssten die vorhandenen Schutzkonzepte umgesetzt und die Kinder regelmäßig bevorzugt mit gepoolten PCR-Lollitests getestet werden. Außerdem sei es wichtig, dass für alle Kinder und Jugendliche Präventionsangebote zugänglich sind und besonders belastete junge Menschen gezielter unterstützt werden. Die Arbeitsgruppe hat ihre Ergebnisse am 15. September dem Bundeskabinett vorgelegt.
Die Arbeitsgruppe unter dem gemeinsamen Vorsitz von BMG und BMFSFJ hat gemeinsam mit Expertinnen und Experten ab Mitte Juli vier Mal getagt und in den drei Handlungsfeldern ›Zurück zur Normalität – aber mit Vorsicht‹, ›Gemeinsam stark machen‹ und ›Zielgerichtete und bedarfsorientierte Hilfe‹ Empfehlungen erarbeitet, die sich zentral an die Länder und Kommunen richten, die in diesem Bereich wichtige Aufgaben übernehmen, sowie den Bund und weitere Akteure:
1. Flächendeckende Schul- und Kitaschließungen vermeiden: Kinder und Jugendliche brauchen offene Kitas und Schulen. Den Expertinnen und Experten zufolge ist es dafür wichtig, dass Infektionsschutzmaßnahmen (Impfen, Testen, Abstand, Hygiene, Maske, Lüften/Luftfilter) als Gesamtpaket umgesetzt werden. Kinder unter zwölf können sich noch nicht impfen lassen. Darum ist es besonders wichtig, dass sich jetzt jeder, der regelmäßig Kontakt zu Kindern hat, impfen lässt. Dafür brauche es eine verstärkte zielgruppenspezifische Aufklärung in den Einrichtungen. Länder und Kommunen sollten außerdem noch mehr niedrigschwellige Impfangebote zum Beispiel mit mobilen Teams machen. Die Bundesregierung strebt an, eine mit der Corona-KiTa-Studie vergleichbare Studie für den Schulbereich aufzulegen.
2. Sport-, Bewegungs- und außerschulische Bildungsangebote offenhalten: Über Schule und Kita hinaus brauchen Kinder Sport und Bewegung und weitere Freizeitangebote als Ausgleich. Länder und Kommunen sollen dafür sorgen, dass insbesondere Sport im Freien weiterhin möglich ist. Kinder, die in der Schule bereits getestet wurden, sollen für die Freizeitaktivitäten nicht noch einmal getestet werden müssen.
3. Präventive Angebote für alle Kinder verstärkt zugänglich machen: Angesichts der besonderen Belastungen, denen Kinder und Jugendliche in der Pandemie ausgesetzt waren und sind, sind Prävention und Gesundheitsförderung für Kinder und Jugendliche besonders wichtig. Dafür gibt es bereits viele Angebote Online und vor Ort. Diese sollen auf kommunaler Ebene noch besser vernetzt und gestärkt werden. Außerdem soll die Sichtbarkeit von Angeboten wie der »Nummer gegen Kummer«, dem Familienportal und der Frühen Hilfen erhöht werden. Die Strukturen der Kinder- und Jugendhilfe wie zum Beispiel die Angebote der Frühen Hilfen und die Erziehungsberatungsstellen sollen ausgebaut und stärker digital ausgerichtet werden. Länder und Kommunen sollen mit den Krankenkassen und anderen Trägern die primärpräventiven Angebote – wie z.B. Angebote zum gesunden Frühstücken oder zum Einhalten von Pausen in Kitas und Schulen – ausbauen und damit vor allem Bewegungsmangel, falscher Ernährung und Stress vorbeugen.
Der Bund hilft mit dem Programm »Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche«, das zwei Milliarden Euro für Angebote umfasst, mit denen sie schnell wieder aufholen und Versäumtes nachholen können. Das gilt nicht nur für den Lernstoff, sondern auch für ihr soziales Leben.
4. Besonders belastete junge Menschen gezielter unterstützen: Für besonders belastete Kinder und Jugendliche ist es noch schwieriger, die gesundheitlichen Folgen der Pandemie zu bewältigen. Sie brauchen daher besondere Unterstützung. Um diesen Bedarf frühzeitig zu erkennen, sind die U- und J-Untersuchungen beim Kinder- und Jugendarzt oder Hausarzt und die Schuleingangsuntersuchungen beim Öffentlichen Gesundheitsdienst wichtig. Krankenkassen und Länder sollen verstärkt für die U-Untersuchungen werben und ihre Einladungssysteme intensivieren. Fachkräfte und Ehrenamtliche im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe, aber auch in der Schule und Kita sollen online geschult werden, um pandemiebedingte Belastungen früh und sicher zu erkennen. Sollte eine Therapie notwendig sein, stehen neben dem üblichen Weg der Terminvereinbarung auch die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen bereit, um einen Platz zu vermitteln. Ab dem 1. Oktober 2021 gibt es zudem ein neues niedrigschwelliges Behandlungsangebot der gruppenpsychotherapeutischen Grundversorgung.
Damit Eltern und ihre Kinder sich erholen und Kraft für den Alltag tanken können, soll Familien mit kleineren Einkommen und Familien mit Angehörigen mit einer Behinderung ein kostengünstiger Familienurlaub ermöglicht werden. Hier setzt bereits die Maßnahme »Corona-Auszeit für Familien – Familienferienzeiten erleichtern« an.
5. Umfassendes Testangebot an Kitas und Schulen: Da viele Kinder noch nicht geimpft werden können, muss an Kitas und Schulen ein umfassendes Testangebot zur Verfügung stehen. Die Nationale Teststrategie empfiehlt dafür besonders gepoolte PCR-Lollitests. Denn die sind für die Kinder einfach zu handhaben und sicherer als Antigentests.

Der vollständige Bericht der interministeriellen Arbeitsgruppe (IMA) »Gesundheitliche Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche durch Corona« findet sich unter: www.bmfsfj.de/ima-bericht-kindergesundheit

 

Quelle: Pressemitteilung des Bundesfamilienministeriums und des Bundesgesundheitsministeriums, Berlin, 15. September 2021

Jugendschutzgesetz: Flyer erklärt neue Regeln für den Schutz von Kindern

Flyer

Am 1. Mai trat das neue Jugendschutzgesetz in Kraft. Dieses sieht nun auch Regulierungen zum Schutz von Kindern in der digitalen Welt vor. Mit einem Flyer in der Optik eines Handys werden Kindern die neuen Regelungen zu ihrem Schutz sowie ihre Rechte im Internet kurz und verständlich nahegebracht. 
Der Flyer der Koordinierungsstelle Kinderrechte des Deutschen Kinderhilfswerkes e.V. kann im Infoshop unter https://shop.dkhw.de/de/medien/206-jugendschutz-im-internet.html kostenfrei heruntergeladen werden.

 

Quelle: Meldung des Deutschen Kinderhilfswerks (DKHW), Berlin, 17. September 2021

Intuitiv und interaktiv auf Kinderfilmsuche – neues Design des Online-Magazins KinderFilmWelt

Kinderfilm

Die KinderFilmWelt bietet Kindern seit 2010 eine eigene, kostenfreie und sichere Plattform für die Suche nach Filmen. Filmrezensionen, Filmlexikon und Kinosuche – alles ist speziell auf die Bedürfnisse der Jüngsten angepasst. Doch auch Eltern bekommen Tipps rund um den Medienalltag ihrer Kinder. Nach elf Jahren erhält die KinderFilmWelt einen zeitgemäßen Anstrich. Das neue Design passt sich aktuellen Sehgewohnheiten an, ist für die mobile Nutzung optimiert und schickt Kinder intuitiv und interaktiv auf eigenständige Entdeckungsreise in einem geschützten Rahmen.
Ganz bequem per Tablet oder Smartphone können Kinder durch die Seite swipen und Filme entdecken, die die KinderFilmWelt-Redaktion des Deutschen Kinder- und Jugendfilmzentrums nach medienpädagogischen Maßstäben aussucht und in kindgerechter Sprache rezensiert. Denn Kinder sollen hier in einem sicheren Rahmen Filme selbstständig recherchieren können. Eine weitere Besonderheit des Angebots: Alle Filme erhalten eine von der FSK unabhängige Altersempfehlung, die es in dieser Form nur in der KinderFilmWelt gibt. Die Redaktion beachtet dabei über den gesetzlichen Jugendschutz hinaus auch Wahrnehmungsvoraussetzungen, Interessensgebiete und Vorlieben der verschiedenen Altersklassen.
→ www.kinderfilmwelt.de  

 

Quelle: Deutsches Kinder- und Jugendfilmzentrum (KJF), Remscheid, 09. September 2021

Deutscher Kinder- und Jugendhilfepreis zum Thema »Kinder- und Jugendhilfe digital«

Bewerbungen sind bis zum 22. Oktober 2021 möglich

AGJ


Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ hat aktuell den Deutschen Kinder- und Jugendhilfepreis – Hermine-Albers-Preis – in den Kategorien Praxispreis, Theorie- und Wissenschaftspreis sowie Medienpreis der Kinder- und Jugendhilfe ausgeschrieben: den Praxispreis zum Thema »Kinder- und Jugendhilfe digital«, den Theorie- und Wissenschaftspreis sowie den Medienpreis (Zielgruppe: Journalist/-innen) ohne Themenbindung. 
Bewerbungsschluss für den Deutschen Kinder- und Jugendhilfepreis ist der 22. Oktober 2021. Der insgesamt mit 15.000 Euro dotierte Preis wird von den Obersten Jugend- und Familienbehörden der Länder gestiftet. Pro Kategorie kann ein Preisgeld in Höhe von 4.000 Euro sowie ein Anerkennungsbetrag von 1.000 Euro vergeben werden.
Ausschreibung: Digitale Medien gehören heute zum Aufwachsen von jungen Menschen. Sie werden von diesen selbstverständlich genutzt. Die Digitalisierung prägt als ein wesentlicher Faktor kulturelle und gesellschaftliche Teilhabe von Kindern und Jugendlichen – nicht erst, aber erst recht seit Corona.
Junge Menschen pflegen innerhalb ihres mobilen und vernetzten Medienhandelns Beziehungen, lesen, lernen, agieren in Communities, demonstrieren ihre Zugehörigkeit zu Szenen, sind Produzent/-innen. Die Kinder- und Jugendhilfe steht an der Seite aller jungen Menschen und nimmt sich auch im Digitalen ihrer Aufgabe an, eine kinder- und jugendfreundliche Umwelt zu erhalten oder zu schaffen. Dafür stellt sie sich den Herausforderungen, die mit der Digitalisierung und Technisierung der Alltagswelten einhergehen und versucht deren Potenziale in ihre Handlungsfelder zu integrieren. Digitale Medien haben so an vielen Stellen Einzug in die Kinder- und Jugendhilfe gefunden – sei es z.B. über Online-Beratungsangebote, Foren, Chats oder Apps zu spezifischen Hilfethemen. Sie bieten neue Möglichkeiten und Wege des Kontakts mit Zielgruppen, der Beteiligung sowie der schnelleren Informationsverbreitung. Gleichzeitig sind neue Bedürfnisse junger Menschen (und ihrer Eltern) sowie kinder-, daten- und jugendschutzrelevante Aspekte bei der Schaffung und Durchführung digitaler Angebote zu beachten. Ungleiche Zugangsmöglichkeiten junger Menschen zur Nutzung digitaler Medien verschärfen zudem die bestehenden sozialen Ungleichheiten weiter.
Die Corona-Krise hat die Kinder- und Jugendhilfe noch einmal mehr vor die Herausforderung gestellt, digitale Angebote zu schaffen, zu erweitern und kreative Lösungen zu finden, um mit jungen Menschen und ihren Familien weiterhin in Verbindung zu bleiben und Kontakt zu ermöglichen. Diese Lösungen mussten aufgrund des Pandemiegeschehens kurzfristig gefunden werden, um Angebote der Kinder- und Jugendhilfe weiterhin für Kinder, Jugendliche und ihre Familien erlebbar zu machen und sie in der Krise möglichst gut zu unterstützen. Dabei entstand manch Wertvolles, was auch nach der Krise erhalten bleiben soll.
Die Kinder- und Jugendhilfe hat sich in ihren Handlungsfeldern Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit, erzieherischer Kinder- und Jugendschutz, Förderung der Erziehung in der Familie (Frühe Hilfen, Familienbildung, Erziehungs- und Trennungsberatung), Kindertagesbetreuung, Hilfe zur Erziehung, Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche, Hilfe für junge Volljährige vielfältig und kreativ digital ausgerichtet. Mit der Ausschreibung des Deutschen Kinder- und Jugendhilfepreises 2022 in der Kategorie Praxispreis zum Thema »Kinder- und Jugendhilfe digital« will die AGJ diese neuen Entwicklungen und Lerneffekte aufgreifen, sie sichtbar machen und würdigen.
Die AGJ spricht mit dieser Ausschreibung des Praxispreises 2022 alle Akteure in der Kinder- und Jugendhilfe an. Es werden Arbeiten gesucht, die aufzeigen, welche digitalen Antworten auf die benannten Herausforderungen gefunden wurden, welchen Beitrag sie zur Weiterentwicklung von »Kinder- und Jugendhilfe digital« leisten und wo sie dem Thema neue Impulse geben.

Bewerbungen und weitere Informationen unter: www.agj.de/djhp/bewerbungsformular.html. 

 

Quelle: Pressemeldung der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ, Berlin, 19. September 2021

Kein Raum für Mißbrauch

Kein Raum für Missbrauch
Die BAJ unterstützt die Kampagne »Kein Raum für Missbrauch« des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs und deren Zielsetzung für ein gesamtgesellschaftliches Bündnis gegen sexualisierte Gewalt.

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