Newsletter

Jugendschutz Newsletter Nr. 1 vom 06.01.2022

zum Start in das neue Jahr 2022 wollen wir Sie wieder regelmäßig über aktuelle Nachrichten zu den unterschiedlichsten Handlungsfeldern des Kinder- und Jugendschutzes informieren. Die Nachrichten geben nicht unbedingt die Meinung der BAJ wieder. Sie sind Ergebnisse redaktioneller Auswahl, Bearbeitung und Recherche und geben einen Überblick über wichtige Ereignisse und Entwicklungen mit Bedeutung für den Kinder- und Jugendschutz.

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Ein Viertel aller Kinder und Jugendlichen wurde bereits im Netz von Erwachsenen zu einer Verabredung aufgefordert

Dass Kinder und Jugendliche im Netz von Erwachsenen mit sexuellen Absichten kontaktiert werden, ist keine Seltenheit. Das zeigt eine repräsentative Befragung von Kindern und Jugendlichen, die die Landesanstalt für Medien NRW in Auftrag gegeben hat. Besonders das Phänomen des Cybergrooming, welches die Kontaktaufnahme Erwachsener mit sexuellen Absichten mit Kindern und Jugendlichen beschreibt, stand dabei im Zentrum der Befragung. Insgesamt wurden über 2.000 in Deutschland lebende Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 18 Jahren befragt.
Die Zahlen sind erschreckend. Fast ein Viertel aller Kinder und Jugendlichen (24%) wurde bereits im Netz von Erwachsenen zu einer Verabredung aufgefordert (8-9 J.: 9%, 10-12 J.: 14%, 13-15 J.: 25%, 16-18 J.: 37%). Jedes sechste Kind bzw. jeder sechste Jugendliche (16%) gibt an, dass ihm bereits von einem erwachsenen Online-Kontakt eine Gegenleistung für ein Video oder Foto versprochen wurde. Jedes siebte Kind bzw. jede siebte Jugendliche (14%) wurde aufgefordert, sich für einen Erwachsenen vor der Webcam auszuziehen oder die Kamera seines Smartphones anzuschalten. 15 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen geben außerdem an, ungefragt Nacktbilder zugesandt bekommen zu haben – und das sind nur einige der Szenarien, die in der Befragung beschrieben und abgefragt wurden.
Über alle Schulformen hinweg beschreiben diese Erfahrungen relativ besonders häufig solche Kinder und Jugendliche, die auf eine Haupt- oder Berufsschule gehen. Die Befragung zeigt außerdem, dass es keine signifikanten Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen gibt. Beide Geschlechtergruppen erleben sexualisierte Ansprache von Erwachsenen im Netz gleichermaßen.
Auch die Kanäle, auf denen es zu einer sexualisierten Ansprache kam, wurden abgefragt. Vor allem bei Instagram haben die Befragten diese Erfahrungen bereits gemacht (31%), direkt gefolgt von WhatsApp (26%) und Snapchat (24%). Bei den Online-Games geben jeweils 9 Prozent der Befragten an, bereits bei FIFA22 (9%) und Minecraft (9%) mit sexuellen Absichten angesprochen worden zu sein.

Weitere Informationen unter https://www.medienanstalt-nrw.de/fileadmin/user_upload/NeueWebsite_0120/Medienorientierung/Cybergrooming/211216_Cybergrooming-Zahlen_Praesentation_LFMNRW.pdf

 

 

Quelle: Pressemeldung der Landesanstalt für Medien NRW, Düsseldorf, 16. Dezember 2021

Kinderschutz in der Medizin verankern!

BVKJ

Vernachlässigt, unterernährt, misshandelt – allein 2019 haben die Jugendämter in Deutschland rund 55.500 Fälle von Kindeswohlgefährdung festgestellt. Hierbei lag der Anteil der Kinder und Jugendlichen mit Anzeichen für eine Vernachlässigung bei rund 60% (Quelle: www.akjstat.tu-dortmund.de). Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) fordert daher gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Kinderschutz in der Medizin (DGKiM) und dem Netzwerk der Gesundheitswirtschaft an der Ruhr (MedEcon Ruhr) eine bessere Einbindung von Praxen und Kliniken in den Kinderschutz.

BVKJ-Präsident Dr. Thomas Fischbach: »Wenn das Jugendamt eine Kindeswohlgefährdung feststellt und das Kind aus der Familie nimmt, ist es eigentlich schon zu spät. Das Kind ist durch die Erfahrungen in seiner Familie traumatisiert. Dazu kommt die Traumatisierung durch die Inobhutnahme. Wir brauchen daher ein Frühwarnsystem und ein verbessertes Hilfssystem für gefährdete Kinder und Jugendliche, das Risiken für Kinder rechtzeitig und genau erfasst und verhindert. Denn Gewalt, Unterernährung und Verwahrlosung kommen weder aus dem Nichts, noch verschwinden sie von selbst. Sie sind immer Ergebnis einer unheilvollen Entwicklung in der Familie, die oft schon vor der Geburt des Kindes beginnt und sich danach verstetigt oder sogar noch steigert. Das derzeitige System reicht nicht aus, um sie zu verhindern.«

Die Forderungen an die Politik:
• Auch im Gesundheitssystem Verantwortung übernehmen
• Dunkelziffer verringern
• Einheitliche Versorgungsstrukturen etablieren
• Spezielle Angebote für Gesundheitseinrichtungen schaffen
• Verlässliche Netzwerkarbeit ermöglichen
• Sozialräumliche Versorgungsmodelle einbeziehen
• GKV-Regelfinanzierungsmodelle umsetzen

Der neue Bundestag hat daher jetzt die Chance, endlich den Kinderschutz dauerhaft im Gesundheitssystem zu verankern.

Link zum Impulspapier 

 

Quelle: Gemeinsame Pressemeldung des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), der Deutschen Gesellschaft für Kinderschutz in der Medizin (DGKiM) und des Netzwerks der Gesundheitswirtschaft an der Ruhr (MedEcon Ruhr), www. kinderaerzte-im-netz.de

30 Jahre UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland – 50 Jahre Deutsches Kinderhilfswerk: Zeit für ein kindgerechtes Deutschland

Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert zum Jahresbeginn Bund, Länder und Kommunen auf, anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des Inkrafttretens der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland die Kinderrechte in diesem Jahr stärker in den Fokus zu nehmen. Dazu muss Kinderpolitik in Deutschland verstärkt als Querschnittsaufgabe verankert werden. Gerade in Fragen der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen werden Kinderrechte in Deutschland vielfach missachtet. Das gilt angesichts der anhaltend hohen Kinderarmutsquote auch für den Bereich der sozialen Sicherheit.
»Die praktische Durchsetzung von Kinderrechten ist eine Frage von gesetzlichen Rahmenbedingungen, aber ebenso abhängig von einer Grundhaltung unserer Gesellschaft Kindern gegenüber. Wir brauchen die gesamte Gesellschaft, damit Deutschland ein kinderfreundliches Land wird. Zwischen der Zielsetzung der UN-Kinderrechtskonvention und ihrer Verwirklichung klafft eine zu große Lücke. Der Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung sieht eine Reihe von Maßnahmen vor, die die Situation von Kindern und ihren Familien verbessern können. Dazu zählen vor allem die Einführung einer Kindergrundsicherung, die Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz und die Absenkung des Wahlalters bei Bundestags- und Europawahlen auf 16 Jahre. Jetzt gilt es, diese Vorhaben möglichst schnell auf den Weg zu bringen«, betont Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes.
Die Arbeit des Deutschen Kinderhilfswerkes zeigt, dass in der öffentlichen Wahrnehmung Kinder noch nicht durchgängig als eigenständige Persönlichkeiten mit eigenen Rechten wahrgenommen werden. Aber auch im Alltag von Familien sowie in der täglichen Praxis von Schulen, Verwaltungen und Politik muss der Bewusstseinswandel schneller voranschreiten. Schon die Diskussion in den letzten Jahren um eine Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz hat gezeigt, wie wichtig es ist, die allgemeine Öffentlichkeit mit den Kinderrechten vertrauter zu machen.
»Wir sollten uns aktiv für die Belange und Bedürfnisse von Kindern einsetzen und so die Basis für eine gesellschaftliche Entwicklung Deutschlands schaffen, die dem demografischen Wandel Rechnung trägt und die Rechte von Kindern konsequent in den Blick nimmt. Denn Kinder sind nicht einfach nur unsere Zukunft, sondern vor allem sind sie ein existenzieller Bestandteil des Hier und Jetzt. Auch wenn seit Inkrafttreten der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland vor fast 30 Jahren eine Reihe von Verbesserungen erreicht werden konnten, müssen wir in der Gesamtschau der deutschen Gesellschaft eine anhaltende Ausblendung und Verdrängung von Kinderinteressen attestieren. Gerade die vergangenen Pandemie-Monate haben gezeigt, welch geringen Stellenwert die Belange junger Menschen an vielen Stellen hierzulande haben«, so Krüger weiter.
»Umso wichtiger ist es nun den Blick auf die Kinderrechte zu richten. Und das mit zwei runden Jubiläen. Wir werden in diesem Jahr nicht nur den 30. Jahrestag des Inkrafttretens der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland feiern, sondern auch den 50. Geburtstag des Deutschen Kinderhilfswerkes. Dazu sind unter dem Motto ›Für ein kindgerechtes Deutschland‹ zahlreiche Aktionen und Maßnahmen geplant, beispielsweise ein Kinder- und Jugendgipfel in Berlin, ein neues Gesprächsformat unter dem Titel ›Jugend trifft Politik‹, eine Studie zur Kinderfreundlichkeit in Deutschland oder der Kinderreport des Deutschen Kinderhilfswerkes zum Thema Generationengerechtigkeit. Aber natürlich werden auch der Weltspieltag, der Weltkindertag und der Internationale Tag der Kinderrechte wichtige Wegmarken in diesem Jahr setzen«, sagt Thomas Krüger.

 

Quelle: Pressemeldung des Deutschen Kinderhilfswerks (DKHW), Berlin, 01. Januar 2022

Neues AJS-Merkblatt zu Kinderinfluencer*innen

Kidfluencer

Influencer*innen bei YouTube, Instagram, TikTok und Co. verfügen durch ihre reichweitenstarken Kanäle und ertragreichen Werbeverträge mitunter über hohe Einkommen. Das Geschäftsmodell wurde prompt auch für jüngere Zielgruppen entdeckt: Kinder stehen als Kinderinfluencer*innen vor der Kamera ihrer Eltern oder agieren mit ihnen gemeinsam.
Aus rechtlicher Sicht stellen sich einige Fragen: Handelt es sich hierbei um eine Beschäftigung – sprich Arbeit? Und wenn ja: Ist dies erlaubt und was gibt es dabei rechtlich zu beachten? Und wie können die Eltern sicherstellen, dass ihren Kindern trotz kommerziell orientiertem Influencing und drohenden digitalen Übergriffen ein gesundes Aufwachsen gelingt? 
Das Merkblatt der AJS zum Thema Kidfluencing kann kostenfrei heruntergeladen werden unter https://ajs.nrw/wp-content/uploads/2021/12/AJS-Merkblatt_Kidfluencing.pdf 

 

Quelle: Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz (AJS) Nordrhein-Westfalen e.V., AJS-News / Aktuelles, Köln, 20. Dezember 2021

Beteiligung junger Menschen in der EU-Politik – Wege zur demokratischen Teilhabe

Positionspapier der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ

AGJ

Die Beteiligung junger Menschen spielt eine entscheidende Rolle in der Gestaltung des europäischen Projekts. Haupt- und ehrenamtlich in der Kinder- und Jugend(sozial)arbeit Tätige sind angehalten, diese Beteiligung nach besten Kräften zu unterstützen. 
Das AGJ-Positionspapier »Beteiligung junger Menschen in der EU-Politik – Wege zur demokratischen Teilhabe« stellt verschiedene Formate und Prozesse im EU-Kontext vor, im Rahmen derer Kinder und Jugendliche ihrer Stimme Gehör verschaffen können und sollten: Den EU-Jugenddialog, die Konferenz zur Zukunft Europas, den Europäischen Green Deal, die EU-Kinderrechtsstrategie und die European Youth Work Agenda. Das Papier wurde am 2./3. Dezember 2021 vom AGJ-Vorstand beschlossen.
Das Positionspapier der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ stellt verschiedene Beteiligungsmöglichkeiten für junge Menschen im Kontext der Politik der Europäischen Union (EU) vor. Es richtet sich an ehrenamtlich und hauptberuflich in der Kinder- und Jugend(sozial)arbeit Tätige von der lokalen bis zur Bundesebene, denen anhand von konkreten Beispielen Anregungen gegeben werden sollen, wie sie die Mitgestaltung von EU-Politik durch junge Menschen unterstützen können. Ziel des Papiers ist es, aufzuzeigen, wie lokale bis nationale Entwicklungen und Prozesse aufgegriffen werden können, um diese in formalisierte Beteiligungsprozesse auf der EU-Ebene einspeisen zu können. Die vorgestellten Beispiele sind der EU-Jugenddialog, die Konferenz zur Zukunft Europas, der Europäische Green Deal, die EU-Kinderrechtsstrategie sowie die European Youth Work Agenda. Diese Formate und Prozesse sind von Bedeutung für das Leben junger Menschen, da auf europäischer Ebene wichtige Richtungsentscheidungen für die Gegenwart und Zukunft der jungen Generation getroffen werden.
Das vollständige Papier steht auch als PDF auf den Webseiten der AGJ zur Verfügung unter www.agj.de/.

 

Quelle: Meldung der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendhilfe (AGJ), Berlin, 14. Dezember 2021

EU-Kindergarantie: Wir brauchen einen starken deutschen Aktionsplan

In seiner Stellungnahme zur »Europäischen Garantie für Kinder« und zur Erstellung des diesbezüglich notwendigen deutschen Aktionsplans fordert der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. entschlosseneres politisches Handeln, um soziale Teilhabe und Chancengerechtigkeit für Kinder und Jugendliche zu erreichen und zu sichern. 
»Der deutsche Aktionsplan muss zum Auftrag des Grundgesetzes beitragen, gleichwertige Lebensverhältnisse herzustellen«, sagt Dr. Irme Stetter-Karp, Präsidentin des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V. »Gerade Kinder sind zur Verwirklichung ihrer Rechte darauf angewiesen, dass die dafür notwendigen Unterstützungsstrukturen bedarfsgerecht und gut erreichbar zur Verfügung stehen. Armut und Benachteiligung dürfen nicht ‚vererbt‘ werden. Wir erwarten von der neuen Bundesregierung ein ressortübergreifendes Konzept zur Prävention.«
Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben sich in der Ratsempfehlung zur EU-Kindergarantie gemeinsam verpflichtet, Kindern und Jugendlichen, die von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht sind, effektiven Zugang u.a. zu frühkindlicher Betreuung, Bildung und Erziehung, zu Bildungsangeboten und schulbezogenen Aktivitäten und zu angemessenem Wohnraum zu gewährleisten. Bis zum März 2022 sollen nationale Aktionspläne mit Zielen und Maßnahmen für den Zeitraum bis 2030 aufgestellt werden.

Zur Stellungnahme des Deutschen Vereins: https://www.deutscher-verein.de/de/uploads/empfehlungen-stellungnahmen/2021/dv-18-21-stellungnahme-eu-kindergarantie-aktionsplan.pdf 

 

Quelle: Pressemeldung des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V., Berlin, 16. Dezember 2021

Untersagung von Pornoseiten aus Zypern rechtmäßig

KJM und Landesanstalt für Medien NRW begrüßen Urteil des Verwaltungsgerichts Düsseldorf

Das Verwaltungsgericht (VG) Düsseldorf hat am 30. November 2021 entschieden, dass die von der Landesanstalt für Medien NRW und der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) beanstandeten Verstöße gegen den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) dreier Internetseiten mit pornografischen Inhalten rechtmäßig sind.
Demnach dürfen die Angebote der drei Pornoportale mit Sitz in Zypern nicht mehr ohne vorgeschaltete Alterskontrolle in Deutschland verbreitet werden. Zwar haben sich die Betreiber/-innen darauf berufen, dass die deutsche Medienaufsicht nicht zuständig wäre, das Gericht wies diese Auffassung allerdings ab: Das strenge deutsche Jugendmedienschutzrecht muss hier Anwendung finden.
Die KJM und die Landesanstalt für Medien NRW begrüßen das Urteil des VG Düsseldorf ausdrücklich.
Dr. Tobias Schmid, Direktor der Landesanstalt für Medien NRW und Europabeauftragter der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten: »Als Aufsicht ist es unsere Pflicht, Kinder und Jugendliche vor gefährdenden Inhalten wie Pornografie im Internet zu schützen. Ob das Angebot aus Deutschland kommt oder nicht, ist völlig unerheblich. Wer mit Pornografie im deutschen Markt Geld verdienen möchte, muss sich an die deutschen Gesetze halten. Daher begrüßen wir die Entscheidung des VG Düsseldorf, die uns in unserem Vorgehen auf voller Linie bestärkt.«
Dr. Marc Jan Eumann, Vorsitzender der KJM: »Keine Ausreden! Es gibt mittlerweile über 80 Altersverifikationssysteme, die von der KJM positiv bewertet wurden. Die Pornografie-Anbieter/-innen können und müssen ihr Angebot rechtskonform gestalten. Entweder es gibt ein rechtskonformes oder kein Angebot in Deutschland. Das hat die Entscheidung des VG Düsseldorf eindeutig bestätigt. Sollten sich die Betreiber/-innen der Pornoseiten weiterhin weigern, werden wir den eingeschlagenen Weg weitergehen – bis hin zu Sperrverfügungen gegenüber den Internetanbietern. Der Kinder- und Jugendmedienschutz hat Vorrang vor Geschäftsinteressen.«

 

Quelle: Pressemitteilung der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM), Berlin, 02. Dezember 2021

CORE-EVIDENCE.EU – Die neue Wissensplattform zu Online-Erfahrungen von Kindern und Jugendlichen

CORE

Ein internationales Forschungsteam unter Leitung des HBI macht wissenschaftliche Evidenz zu den vielfältigen Online-Erfahrungen von Kindern und Jugendlichen in Europa sichtbar und nutzbar. Im Rahmen des vom HBI koordinierten Projekts CO:RE - Children Online: Research and Evidence haben Wissenschaftler/-innen aus neun Europäischen Ländern mit der Unterstützung von über 30 Europäischen Partner/-innen den Stand der Forschung seit 2014 in den jeweiligen Partnerländern zusammengetragen. 
Entstanden ist eine Wissensplattform für Forscher/-innen, Pädagog/-innen und politische Entscheidungsträger/-innen, die verfügbares Wissen bündelt, systematisiert und für verschiedene Stakeholdergruppen zugänglich macht. Darüber hinaus bietet die Wissensbasis Toolkits für Theorien, Methoden und ethische Fragen in der Forschung mit Kindern.

Die Wissensplattform core-evidence.eu wurde am 15.12.2021 gelauncht. In den kommenden Monaten werden weitere Inhalte und Funktionen folgen.

Weitere Informationen unter https://www.hans-bredow-institut.de/de/projekte/co-re-children-online-research-and-evidence 

 

Quelle: Newsletter 12/2021 des Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut, Hamburg, 17. Dezember 2022

Schönheit im digitalen Raum – Jahresauftakttagung Medienpädagogik

Schönheit

Der digitale Raum ist für Kinder und Jugendliche eine Inspirations- und Orientierungsquelle für Schönheitsdarstellungen und Lebensformen. Online sehen wir tagtäglich eine Vielzahl an Bildern. Neben perfekt inszenierten Bildern, die den Nutzenden ein einseitiges und unrealistisches Ideal von Schönheit aufzeigen, gibt es jedoch auch vielfältigere Inhalte und diverse Darstellungen von Schönheit. Dies zeigt bspw. die Bodypositivity-Bewegung. Diese Vielfalt kann jungen Menschen Inspiration und Orientierung bei der Auseinandersetzung mit der eigenen Identität geben. Doch was bedeutet es eigentlich schön zu sein? Und wie können Schönheit und Diversität im digitalen Raum mit Kindern und Jugendlichen zum Thema gemacht werden?
Die siebte Jahresauftakttagung des JFF  – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis in Zusammenarbeit mit der Aktion Jugendschutz, Landesarbeitsstelle Bayern e.V. (aj) und dem Bayerischen Jugendring (BJR) zum Thema »Schönheit im digitalen Raum« nimmt in den Blick, wie Schönheit im digitalen Raum dargestellt wird. Zudem steht im Zentrum, wie Kinder und Jugendliche diese Darstellung wahrnehmen und wie sie mit ihr umgehen – gibt sie ihnen Orientierung oder führt sie zu Verunsicherung? 
Die Jahresauftakttagung findet am 21. Februar 2022 als Online-Format statt: Alle Vorträge werden live gestreamt. Die Fragen des Online-Publikums werden unmittelbar von der Moderation eingebunden. Am Nachmittag werden die Teilnehmenden in Online-Workshops aktiv. Dabei bearbeiten und diskutieren sie praxisrelevante Themen und Methoden.

Weitere Infos und Anmeldung: https://auftakttagung.jff.de/ 

 

Quelle: www.jff.de (05.01.2022)

Medienpädagogische Elternarbeit

Angebote der Landesstellen für Kinder- und Jugendschutz

Dossier

(Elterliche) Medienerziehung basiert auf Informationen und Hilfestellungen zum Umgang mit den medialen Lebenswelten, in denen Kinder und Jugendliche heute aufwachsen. 
Die Landesstellen für Kinder- und Jugendschutz widmen sich seit vielen Jahren sowohl dem gesetzlichen Jugendmedienschutz als auch dem erzieherischen Jugendmedienschutz u.a. in Form von Projekten zur Förderung der Medienkompetenz. Etabliert haben sich in diesem Zusammenhang Angebote, die sich unmittelbar an Eltern richten, wie beispielsweise ELTERNTALK.
Die Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz e.V. (BAJ) hat in einem Dossier die Angebote der Landesstellen für Kinder- und Jugendschutz zusammengestellt.
Die Landesstellen für Kinder- und Jugendschutz bieten sich aber auch als Ansprechpartner/-innen für pädagogische Fachkräfte in Jugendarbeit, Erziehungsberatung, Jugendhilfe und Schule an, u.a. mit dem Eltern-Medien-Trainer/ der Eltern-Medien-Beratung und einem LandesNetzWerk für medienpädagogische Elternarbeit. 
Das Dossier steht zum kostenlosen Download unter https://www.bag-jugendschutz.de/PDF/DossierMed-Paed-EA_2021_DIN_A4_web.pdf zur Verfügung und kann in gedruckter Fassung bestellt werden unter https://www.bag-jugendschutz.de/publikationen_dossiers.html#pub28.

 

Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz e.V., Berlin, 30. Dezember 2021

Kein Raum für Mißbrauch

Kein Raum für Missbrauch
Die BAJ unterstützt die Kampagne »Kein Raum für Missbrauch« des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs und deren Zielsetzung für ein gesamtgesellschaftliches Bündnis gegen sexualisierte Gewalt.

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