Newsletter

Jugendschutz Newsletter Nr. 13 vom 28.10.2020

im aktuellen Newsletter finden Sie wie gewohnt Nachrichten und Rechercheergebnisse der letzten Wochen zu den unterschiedlichsten Handlungsfeldern des Kinder- und Jugendschutzes. Die Nachrichten geben nicht unbedingt die Meinung der BAJ wieder. Sie sind Ergebnisse redaktioneller Auswahl, Bearbeitung und Recherche, sie wollen einen Überblick über wichtige Ereignisse und Entwicklungen mit Bedeutung für den Kinder- und Jugendschutz geben.

Gesetz zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen

(Kinder- und Jugendstärkungsgesetz – KJSG)

Der Vorstand der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz hat eine Stellungnahme zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) abgegeben.

Der vorliegende Referentenentwurf basiert u.a. auf Empfehlungen und Ergebnissen, die im Dialogprozess »Mitreden-Mitgestalten« erarbeitet wurden und den Weiterentwicklungsbedarf in verschiedenen Aufgabenfeldern der Kinder- und Jugendhilfe aufzeigen. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz e.V. sieht den vom BMFSFJ im Entwurf aufgezeigten gesetzgeberischen Handlungsbedarf, der sich auf den Schutz und die Stärkung von Kindern und Jugendlichen die in Pflegefamilien oder in Einrichtungen der Erziehungshilfe aufwachsen bezieht. Ebenso die Notwendigkeit der Ausweitung von Hilfen aus einer Hand für Kinder mit und ohne Behinderungen, der Prävention vor Ort sowie der Beteiligung junger Menschen, Eltern und Familien. Prinzipiell begrüßt die BAJ die Bestrebungen die Leistungen des SGB VIII auf alle Kinder und Jugendliche auszuweiten und damit explizit inklusive Aspekte einzubeziehen. 
Die Stellungnahme findet sich hier.

 

Quelle: Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz e.V., Berlin, 28. Oktober 2020

Zeitgemäßer Jugendmedienschutz – KJug 4-2020

KJug 4-2020

Ein neues Jugendmedienschutzrecht wurde am 14. Oktober im Bundeskabinett beschlossen, denn das alte stammt noch aus der Zeit vor Facebook, Twitter und Instagram. Die Digitalisierung hat aber längst so gut wie alle Lebensbereiche durchdrungen und die Medienwelt grundlegend geändert. Es war also höchste Zeit, das gesetzliche Regelungswerk zum Jugendmedienschutz zu reformieren. 
Zielsetzung der Novellierung des Jugendschutzgesetzes ist es regulatorische Antworten für einen Kinder- und Jugendmedienschutz im 21. Jahrhundert zu geben. Welche Änderungen sinnvoll, notwendig, entbehrlich, oder sogar nicht rechtskonform sind, stellen die Autorinnen und Autoren – Vertreterinnen und Vertreter der einschlägigen Institutionen der Medienaufsicht, der Selbstkontrolle und der Medienpädagogik – in der aktuellen Ausgabe von KJug dar. Den Statements vorangestellt ist ein Überblick über die geplanten Änderungen, ihre Reibungspunkte und ihre mögliche Rolle für eine tatsächliche, nachhaltige Modernisierung des komplexen Rechtsbereichs.
Die Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz e.V. begrüßt u.a., dass Filme und Games zukünftig die gleiche Alterseinstufung erhalten sollen, egal auf welchem Weg sie vertrieben werden. Damit wird Eltern, Fachkräften und Kindern und Jugendlichen eine einheitliche Orientierung geboten. Der Schutz vor Interaktionsrisiken wie Mobbing, Grooming und auch vor Kostenfallen im Netz ist ein weiterer wichtiger Aspekt und auch die Tatsache, dass Anbieter Schutzkonzepte wie altersgerechte Voreinstellungen, Hilfs- und Beschwerdesysteme entwickeln müssen wird befürwortet.

Aus dem Inhalt:
Dr. Stephan Dreyer: Nichts für schwache Nerven?! Wie Bund und Länder den Jugendmedienschutz modernisieren wollen
Thomas Salzmann, Dr. Niels Brüggen: Die ZUKUNFTSWERKSTATT der BPjM – Kinder- und Jugendmedienschutz vom Kind aus gedacht
Statements: Was kann, soll und muss das (neue) Jugendschutzgesetz leisten?
Dr. Wolfgang Kreißig: Gefragt sind kohärente Lösungen für einen zielgerichteten Kinder- und Jugendmedienschutz in Deutschland
Stefan Linz: Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung
Lorenzo von Petersdorff: Neues JuSchG führt nicht zum Ziel
Claudia Mikat: Halt auf halber Stecke: Der Entwurf für ein neues Jugendschutzgesetz wird der Medienkonvergenz nicht gerecht
Martin Drechsler: Gemeinsame Regulierung und geteilte Verantwortung
Thomas Krüger: Die aktuelle Jugendschutzreform aus kinderrechtlicher Perspektive
Dr. Friederike von Gross: Kreatives, kritisches und sicheres Medienhandeln von Kindern und Jugendlichen ermöglichen
Elena Frense (Fachbeitrag): Anforderungen an einen zeitgemäßen Jugendmedienschutz aus Perspektive von Kindern und Jugendlichen
Sarah Spannruft, Tobias Titt (Aus der Hochschule): Frühkindliche Bildung und digitale Medien. Die Wirksamkeit (fach-)politischer Programme und eine Bestandsaufnahme in Kindertagesstätten in Nordrhein-Westfalen
Sigmar Roll (Recht): Wenn schon der Start ins Leben problematisch ist. Inobhutnahme eines Neugeborenen
Kristina Winter, Mirja Kuhlencord, Dr. Irene Moor (Aktuelle Studie): HBSC-Studie: Kinder und Jugendliche »im Rausch«?

Die Ausgabe 4-2020 der Zeitschrift Kinder- und Jugendschutz in Wissenschaft und Praxis (KJug) mit dem Titel »Zeitgemäßer Jugendmedienschutz – Allein wird’s keiner machen. Es geht nur übers Team.« kann zum Preis von EUR 16,- (inkl. Versandkosten) beim Herausgeber bestellt werden: Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz, Mühlendamm 3, 10178 Berlin, info@bag-jugendschutz.de, www.kjug-zeitschrift.de

 

Quelle: Pressemeldung der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz e.V., Berlin, 20. Oktober 2020

»Mach Dich schlau« auf www.cannabispraevention.de

Neue BZgA-Angebote der Cannabisprävention für Jugendliche

Cannabis ist in Deutschland nach wie vor die am häufigsten konsumierte illegale Droge, sowohl unter Jugendlichen, als auch unter jungen Erwachsenen. Die Konsumzahlen steigen seit Jahren. Aktuelle Daten der BZgA belegen, dass bundesweit 10,4 Prozent der 12- bis 17-Jährigen Cannabis schon einmal konsumiert haben. Bei den 18- bis 25-Jährigen sind es bereits 46,4 Prozent. Klinische Studien zeigen, dass der Konsum von Cannabis mit erheblichen Gesundheitsrisiken verbunden ist. Grund genug, um die Anstrengungen in der Prävention auf Bundesebene zu verstärken.
Im Mittelpunkt der neuen Präventionsangebote der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und der Drogenbeauftragten der Bundesregierung stehen digitale Informationsangebote, die auch in Schulen eingesetzt werden können, um Jugendliche und ihre erwachsenen Bezugspersonen für die gesundheitlichen Risiken des Cannabiskonsums zu sensibilisieren.

Die neue Webseite www.cannabispraevention.de für Jugendliche ergänzt das BZgA-Informationsangebot www.drugcom.de, das sich vorrangig an junge Cannabis konsumierende Erwachsene richtet. Begleitet wird der Start des Internetangebots von der Social-Media-Kampagne »Mach Dich schlau«. Diese soll junge Menschen zur kritischen Auseinandersetzung mit der Substanz Cannabis anregen. Neben Informationen für Jugendliche bietet die neue Seite auch einen Service für Eltern, Lehr- und Fachkräfte. Schulen werden zusätzlich mit neuem BZgA-Unterrichtsmaterial zum Thema Cannabis unterstützt, das auch digital eingesetzt werden kann.
Sucht.Hamburg hat im Auftrag der BZgA die Daten aller bisher durchgeführten SCHULBUS-Untersuchungen einer ausführlichen Sekundäranalyse unterzogen, um der Frage nachzugehen, ob und in welchen konkreten Aspekten ihres Alltagslebens sich die Nicht-Konsumierenden von Cannabisprodukten von den gleichaltrigen Jugendlichen unterscheiden, die bereits Erfahrung mit Cannabis gemacht haben. Direkt zur SCHULBUS-Studie gelangen Sie hier: www.sucht-hamburg.de/shopkategorie/berichte-studien/item/verbreitung-und-hintergruende-des-jugendlichencannabiskonsums  

Übersicht der Cannabispräventionsangebote der BZgA:
www.cannabispraevention.de 
www.drugcom.de  
www.quit-the-shit.net/qts/ 
www.youtube.com/channel/UC3HKTiEt5MebQKd0wxx4o1Q 
twitter.com/drugcom_de 

 

Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung der Drogenbeauftragten der Bundesregierung und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Köln/Berlin, 28. Oktober 2020

Deutsche Liga für das Kind fordert gesetzliche Reformen zugunsten besonders belasteter Familien

Kinder psychisch- und suchterkrankter Eltern sind in mehrfacher Hinsicht belastet. Sie bekommen nicht die nötige Aufmerksamkeit und Unterstützung und müssen häufig Versorgungsaufgaben im Alltag übernehmen, die nicht kindgerecht sind. Bei manchen kommen akute Gefährdungen hinzu. Das Risiko, dass diese Kinder später selbst eine seelische Erkrankung entwickeln, ist hoch. Die Deutsche Liga für das Kind fordert den Gesetzgeber auf, im Rahmen der geplanten Reform des Sozialgesetzbuchs VIII (SGB VIII, Kinder- und Jugendhilfe) die Hilfen für diese besonders belasteten Kinder und Familien auszubauen und zu verbessern.
»Kinder mit psychisch- und suchterkrankten Eltern benötigen gerade während der Corona-Pandemie unsere besondere Aufmerksamkeit und Unterstützung. Das Leid dieser Familien ist häufig nicht ausreichend sichtbar. Bestehende Hilfen reichen nicht aus oder sind für die Betroffenen nur schwer zugänglich«, sagt Prof‘in Dr. Sabine Walper, Präsidentin der Deutschen Liga für das Kind und Forschungsdirektorin am Deutschen Jugendinstitut (DJI) in München. »Diese Kinder und ihre Eltern brauchen mehr und bessere Hilfen, die durch gesetzliche Reformen ermöglicht werden müssen.«
Anlässlich ihrer wissenschaftlichen Jahrestagung »Wenn Eltern psychisch krank sind: was brauchen die Kinder? Herausforderungen für die Hilfesysteme« am 23./24.10.2020 im Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) in Hamburg begrüßt die Deutsche Liga für das Kind, dass der kürzlich vom Bundesministerium für Familie, Senioren Frauen und Jugend (BMFSFJ) veröffentlichte Referentenentwurf eines »Gesetzes zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen (Kinder- und Jugendstärkungsgesetz – KJSG)« für Familien in Notsituationen vorsieht, ambulante Hilfen für die Betreuung und Versorgung von Kindern direkt, d.h. ohne vorherige Antragstellung beim Jugendamt, in Anspruch nehmen zu können. Positiv ist auch die in dem Entwurf vorgesehene Regelung, dass Kinder unabhängig von ihren Eltern einen uneingeschränkten Beratungsanspruch durch die Kinder- und Jugendhilfe erhalten sollen. Der Gesetzgeber ist nun aufgefordert, die Reform noch in dieser Legislaturperiode zügig zum Abschluss zu bringen. Außerdem fordert die Deutsche Liga für das Kind, die im Koalitionsvertrag der amtierenden Bundesregierung fest verabredete Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz schnellstmöglich umzusetzen, von der gerade besonders belastete Kinder profitieren könnten.
Neben den notwendigen gesetzlichen Reformen sollte eine bundesweite Online-Plattform errichtet werden, die anonyme Beratung für betroffene Kinder wie auch Informationen für Fachkräfte bietet und Möglichkeiten für wohnortnahe Hilfen aufzeigt. Weiterhin ist dringend erforderlich, die interdisziplinäre und interprofessionelle Zusammenarbeit der beteiligten Akteurinnen und Akteure zu erleichtern und zu stärken und ein unverbundenes Nebeneinander unterschiedlicher Leistungssysteme zu verhindern.


Anmerkung: In der Publikation »Blickpunkt Kinder- und Jugendschutz: Kinder suchtkranker und psychisch kranker Eltern« der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz sind wissenschaftliche und praxisorientierte Beiträgen aus den Bereichen Kinder- und Jugendpsychiatrie, Soziale Arbeit, Kinder- und Jugendhilfe und Suchthilfe enthalten. Weitere Informationen unter https://www.bag-jugendschutz.de/publikationen_blickpunkt.html#pub4. 

 

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Liga für das Kind, Berlin/Hamburg, 23. Oktober 2020

Bundesregierung beschließt Gesetzentwurf zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder

Besserer Schutz von Kindern durch schärfere Strafen, effektive Strafverfolgung, Verbesserungen bei der Prävention und Verankerung von Qualifikationsanforderungen in der Justiz 
Die Bundesregierung hat am 21. Oktober den von der Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz vorgelegten Entwurf eines Gesetzes zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder beschlossen.
Bundesjustizministerin Christine Lambrecht erklärt: »Immer wieder erleben wir, dass Kindern durch erschütternde sexualisierte Gewalttaten unermessliches Leid zugefügt wird. Um diese Gräueltaten mit aller Kraft zu bekämpfen und Kinder besser zu schützen, haben wir ein umfassendes Paket beschlossen. Dazu gehören deutlich schärfere Strafen, effektivere Strafverfolgung und Verbesserungen bei der Prävention auch durch Qualifikationsanforderungen in der Justiz. Täter fürchten nichts mehr als entdeckt zu werden. Den Verfolgungsdruck müssen wir deshalb massiv erhöhen. Das schreckliche Unrecht dieser Taten muss auch im Strafmaß zum Ausdruck kommen. Künftig muss sexualisierte Gewalt gegen Kinder ohne Wenn und Aber ein Verbrechen sein. Gleiches gilt für die abscheulichen Bilder und Videos, mit denen diese Taten zu Geld gemacht werden. Wer mit der Grausamkeit gegen Kinder Geschäfte macht, soll künftig mit bis zu 15 Jahren Haft bestraft werden können. Wir brauchen höchste Wachsamkeit und Sensibilität für Kinder, die gefährdet sind oder Opfer von sexualisierter Gewalt wurden. Um sicherzustellen, dass Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte ihren verantwortungsvollen Aufgaben gerecht werden können, legen wir konkrete Qualifikationsanforderungen in der Familien- und Jugendgerichtsbarkeit fest.«
Der Gesetzentwurf enthält folgende Kernpunkte:
1. Verschärfungen und Erweiterungen des Strafgesetzbuchs (StGB)
2. Prävention und Qualifizierung der Justiz
3. Effektive Strafverfolgung

Der Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder findet sich unter https://www.bmjv.de/SharedDocs/Gesetzgebungsverfahren/Dokumente/RegE_Bekaempfung_sex_Gewalt_Kinder.html. 

 

Quelle: Pressemitteilung des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz, Berlin, 21. Oktober 2020

Homeschooling – Barrieren für das Lernen daheim

Erste Ergebnisse zum Medienumgang in Zeiten von Covid-19 aus der JIM-Studie 2020

mpfs

Wie sieht der Medienumgang von Schülerinnen und Schülern in Zeiten der Covid-19-Pandemie aus? Welche Hindernisse sehen sie beim Homeschooling und welche Veränderungen lassen sich beim Gerätebesitz und bei der Gerätenutzung im Vergleich zu den Vorjahren feststellen? Um diese und weitere Fragen geht es in der aktuellen Erhebung aus der Studienreihe Jugend, Information, Medien (JIM), in der vom 08. Juni bis 20. Juli 2020 1.200 Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren in Deutschland befragt wurden. Die JIM-Studie 2020 wird Ende des Jahres veröffentlicht werden. 

Erste Ergebnisse: In Zeiten der Covid-19-Pandemie haben sich für die Jugendlichen unterschiedliche Lernsituationen ergeben. Zum Zeitpunkt der Befragung gaben 69 Prozent der Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren an, nur zeitweise in der Schule zu lernen, 16 Prozent sind im Homeschooling ausschließlich zu Hause und 12 Prozent sind jeden Tag in der Schule. 
Mit der Situation wurde an den Schulen unterschiedlich umgegangen und verschiedene technische Lösungen kamen zum Einsatz. 57 Prozent der Befragten geben an, dass Aufgaben, Materialien und Ergebnisse per E-Mail versendet wurden. 55 Prozent hatten Zugriff auf eine Schulcloud oder verwendeten die Online-Plattform  der eigenen Schule. Knapp ein Drittel (31 %) gab an, in der Schule bzw. zu Hause mit Büchern zu lernen. Als Lernplattform tauschten sich 27 Prozent via Videokonferenzen und 15 Prozent über Chats aus. 13 Prozent nutzen zum Zeitpunkt der Befragung WhatsApp um Aufgaben, Materialien und Ergebnisse begleitend zum Unterricht zu verschicken.
Als größtes Hindernis beim Homeschooling gaben mehr als die Hälfte der Jugendlichen (59 %) an, Probleme mit der Motivation zu haben. 36 Prozent hatten Schwierigkeiten die Übersicht über verschiedene Lernplattformen zu behalten. Aber auch schwierige Rahmenbedingungen sorgten für Probleme beim Lernen. 16 Prozent beklagten eine schlechte Internetverbindung, zwölf Prozent hatten keinen ruhigen Ort zum Lernen. Etwa jeder Zehnte hatte Probleme im Umgang mit der Technik und sechs Prozent hatten nicht alle notwendigen technischen Geräte zur Verfügung.
Natürlich hatte die Situation der Corona-Pandemie auch Auswirkungen auf die Mediennutzung in der Freizeit. So wurden Videos, Filme und Serien häufiger online konsumiert als im Vorjahr, allen voran Netflix, das von 59 Prozent (2019: 46 %) der Befragten mehrmals in der Woche gesehen wurde, an zweiter Stelle kommt YouTube (58 % (2019: 49 %), vor Amazon Prime Video (26 %, 2019: 17 %). Ein Zuwachs zeigt sich auch bei der Nutzung der Mediatheken der Fernsehsender (17 %, 2019: 8 %).
Der vollständige Studienbericht der JIM-Studie 2020 wird Ende des Jahres veröffentlicht. Diese und weitere Studien des mpfs finden sich unter  www.mpfs.de

 

Quelle: Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (mpfs), Stuttgart, 16. Oktober 2020

Nichtraucherwettbewerb für Schulklassen »Be Smart – Don‘t Start« startet

Zigarette

Ab sofort können sich Schulklassen wieder bundesweit für den Nichtraucherwettbewerb »Be Smart – Don’t Start« anmelden. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), die Deutsche Krebshilfe und Dr. Eckart von Hirschhausen als Schirmherr des Präventionswettbewerbs rufen zur Teilnahme auf. Ziel des Wettbewerbs ist es, Jugendliche bei ihrer Entscheidung für ein rauchfreies Leben zu stärken. 
Prof. Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA: »Die aktuellen Studiendaten der BZgA zeigen, dass Nichtrauchen unter den Jugendlichen voll im Trend liegt: 85 Prozent der 12- bis 17-Jährigen geben an, dass sie noch nie geraucht haben. Das ist ein sehr gutes Ergebnis – und mit ›Be Smart – Don´t Start‹ wollen wir sie darin bestärken, beim Nichtrauchen zu bleiben. Wir haben den Wettbewerb weiterentwickelt, sodass er auch unter den aktuellen pandemischen Bedingungen – beispielsweise im Homeschooling – von den Schulen dennoch einfach durchführbar ist.«
Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe: » ›Be Smart – Don’t Start‹ ist für die Deutsche Krebshilfe weiterhin ein ganz wichtiges Projekt, bei dem wir auch für neue Trends und Produkte wie Wasserpfeifen oder E-Zigaretten sensibilisieren, die bei Jugendlichen die Neugier wecken. Das Ausprobieren dieser Produkte kann aber zum Umstieg auf Zigaretten führen und die Entwicklung einer Nikotinabhängigkeit begünstigen. Mit ›Be Smart – Don’t Start‹ können wir Jugendlichen überzeugend vermitteln, dass Rauchen Krebs fördert.“
Der Wettbewerb wird jedes Jahr inhaltlich neu konzipiert und im Schuljahr 2020/21 zum 24. Mal angeboten. »Be Smart – Don’t Start« wird von der BZgA, der Deutschen Krebshilfe, dem AOK Bundesverband sowie weiteren öffentlichen und privaten Institutionen gefördert und vom Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) gemeinsam mit Kooperationspartnern in den Bundesländern organisiert. In diesem Jahr steht das Thema »Rauchen und Umwelt« im Fokus. 

Der Wettbewerb startet am 16. November – Anmeldungen interessierter Schulklassen sind bis zum 14. November unter www.besmart.info möglich. Schulklassen, die ein halbes Jahr rauchfrei bleiben, können Preise in Höhe von bis zu 5.000 Euro gewinnen, die unter den erfolgreichen Schulklassen verlost werden. 

 

Quelle: Pressemitteilung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Köln/Bonn/Kiel, 22. Oktober 2020

Tag der Kinderseiten: Deutsches Kinderhilfswerk für verstärkte Medienbildung von Kindern und Fachkräften

Kinderseiten

Das Deutsche Kinderhilfswerk plädierte zum »Tag der Kinderseiten« am 21. Oktober für eine verbindliche Medienbildung in Kindertagesstätten, Schulen und in der Fachkräfteausbildung. Die damit einhergehende Förderung der Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen kann diese in die Lage versetzen, Medien aktiv selbst zu gestalten und damit eigene Ideen, Vorstellungen und Interessen zum Ausdruck zu bringen. Dies ermöglicht ihnen auch einen kompetenteren Umgang mit potenziellen Gefahren in und durch Medien sowie dem Internet.
»Internetseiten für Kinder sind ein wichtiger Teil eines präventiven und ganzheitlichen, vom Kind aus gedachten Jugendmedienschutzes. Da sich Kinder oftmals aber auch außerhalb dieses geschützten Bereiches im Internet bewegen, sind zusätzlich Aufklärung und ein altersgerechter Schutz von Kindern im Netz unerlässlich. Gerade bei der Aufklärung über Risiken und Medienkompetenzvermittlung sollten Schulen, aber auch schon Kitas neben den Eltern eine tragende Rolle spielen. Bei Fragen sogenannter Interaktionsrisiken, denen Kinder im Netz zunehmend ausgesetzt sind, müssen zudem die Anbieter stärker in die Verantwortung genommen werden. Wir brauchen einen auf die stark zunehmende Digitalisierung des Alltags von Kindern zugeschnittenen, modernen und ganzheitlichen Kinder- und Jugendmedienschutz. Hier sehen wir den vom Bundeskabinett verabschiedeten Gesetzentwurf zur Novellierung des Jugendschutzgesetzes grundsätzlich als einen wichtigen ersten Schritt an«, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.
Der »Tag der Kinderseiten« soll am 21. Oktober als jährlich wiederkehrender Ehrentag die Aufmerksamkeit auf das vielfältige Kinderseiten-Internetangebot lenken und diese bei Familien, Eltern, Kindern, Pädagoginnen und Pädagogen, Schulen, Journalistinnen und Journalisten sowie Medieninteressierten ins Gespräch bringen. 

 

Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Kinderhilfswerks e.V., Berlin, 21. Oktober 2020

Aufwachsen mit digitalen Medien – Tipps für den Umgang in der Familie

Kostenloses Online-Angebot für Eltern der Aktion Kinder- und Jugendschutz Brandenburg

Wie lange, wie oft und was? Medienerziehung ist nicht erst seit der Corona-Pandemie ein großes Thema in der Familie, hat jedoch weiter an Aktualität gewonnen. Lernvideos auf Videoplattformen sind das Eine, der ständige Austausch mit Freunden beim Fortnite spielen ist das Andere. Die Eltern-Medien-Beratung der Aktion Kinder- und Jugendschutz Brandenburg gibt kostenlos Rat, Hilfe und Unterstützung. In Online-Seminaren erhalten Eltern Informationen, können Fragen stellen und ihre Erfahrungen austauschen. 
Die Online-Veranstaltungen beginnen am 30. Oktober, jeweils eine Stunde sollten sich Eltern dafür Zeit nehmen, für die Teilnahme genügt ein PC oder Handy, empfohlen wird ein Kopfhörer mit Mikrofon. 
Es stehen vielfältige Themen zur Auswahl, die sich an Eltern von Kita-Kindern richten ebenso an Familien mit älteren Kindern und Jugendlichen. Erfahrungsgemäß geht es in Familien oft um die Abschätzung zwischen den Bedürfnissen der Kinder je nach Alter in einer Familie. So werden Fragen wie »Ist mein Kind eigentlich schon süchtig« genauso behandelt wie »Mit welchen Apps beschäftigen sich Kinder und Jugendliche am liebsten und worauf sollte man dabei achten?« Sowohl Jugendschutz und Datenschutz als auch die sogenannten Kontaktrisiken wie Cybermobbing oder Anmache im Netz werden angesprochen. 
Eine Anmeldung ist erforderlich auf der Website www.eltern-medien-beratung.de
Das Angebot ist gefördert von der Medienanstalt Berlin-Brandenburg und dem Ministerium für Bildung, Jugend und Sport. Die Teilnahme ist kostenlos, weitere Informationen finden sich auf der Website www.eltern-medien-beratung.de.   

 

Quelle: Pressemeldung der Aktion Kinder- und Jugendschutz Brandenburg e.V. (AKJS), Potsdam, 07. Oktober 2020

Publikation: Wirksame Strategien der Suchtprävention für die Praxis

BZgA-Band »Expertise zur Suchtprävention 2020« aktualisiert

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Mit dem Fachheft »Expertise zur Suchtprävention 2020« legt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) eine wissenschaftlich basierte Handreichung für im Bereich der Suchtprävention Tätige vor, die es ermöglicht, aktuelle Erkenntnisse der Präventionsforschung in der suchtpräventiven Arbeit zu berücksichtigen. Sie richtet sich an Verantwortliche für Suchtprävention auf allen handlungspolitischen Ebenen und an Personen, die mit der Entwicklung und Durchführung suchtpräventiver Maßnahmen auf kommunaler oder Länder-Ebene betraut sind.
Für die Neuauflage der »Expertise zur Suchtprävention 2020« wurden Übersichtsarbeiten über wirksame Maßnahmen zur Suchtprävention systematisch erfasst und ausgewertet. Die Schlussfolgerungen werden praxisbezogen und übersichtlich dargestellt und geben Fachkräften Hinweise, welche Wirkung mit welchem Präventionsansatz in den Handlungsfeldern Familie, Schule, Hochschule, Medien, Gesundheitsversorgung, Kommune und gesetzliche Rahmenbedingungen zu erwarten ist. Diskutiert werden Präventionsansätze, die eine Verhinderung, Verzögerung oder Reduktion des Konsums von Tabak, Alkohol, Cannabis und anderen illegalen psychoaktiven Substanzen bewirken können, sowie Interventionsansätze zur Prävention von Glücksspielsucht.
Die Expertise erscheint als Band 52 der BZgA-Reihe »Forschung und Praxis der Gesundheitsförderung«. Sie stellt eine Aktualisierung des Fachhefts 46 aus dem Jahr 2013 dar und kann kostenlos bei der BZgA bestellt und heruntergeladen werden unter: www.bzga.de/infomaterialien/fachpublikationen/fachpublikationen/band-52-expertise-zur-suchtpraevention-2020/ 

 

Quelle: Pressemitteilung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Köln, 14. Oktober 2020

Kein Raum für Mißbrauch

Kein Raum für Missbrauch
Die BAJ unterstützt die Kampagne »Kein Raum für Missbrauch« des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs und deren Zielsetzung für ein gesamtgesellschaftliches Bündnis gegen sexualisierte Gewalt.

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