Newsletter

Jugendschutz Newsletter Nr. 7 vom 21.04.2021

im aktuellen Newsletter finden Sie wie gewohnt Nachrichten und Rechercheergebnisse der letzten Wochen zu den unterschiedlichsten Handlungsfeldern des Kinder- und Jugendschutzes. Die Nachrichten geben nicht unbedingt die Meinung der BAJ wieder. Sie sind Ergebnisse redaktioneller Auswahl, Bearbeitung und Recherche und geben einen Überblick über wichtige Ereignisse und Entwicklungen mit Bedeutung für den Kinder- und Jugendschutz.

Über unseren Facebook- und Twitteraccount erhalten Sie darüber hinaus regelmäßig Hinweise auf aktuelle und interessante Angebote, Projekte und Publikationen. Folgen Sie uns gerne unter

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Die BAJ und die Landesstellen Kinder- und Jugendschutz beteiligen sich auch auf dem 17. Deutschen Jugendhilfetag (DJHT). Unter www.bag-jugendschutz.de finden Sie eine Übersicht der Jugendschutzveranstaltungen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Informationskompetenz vs. Desinformation und Fake-News

KJug 2-2020

Im Fokus des aktuellen Themenheftes von KJug – Kinder- und Jugendschutz in Wissenschaft und Praxis steht die Nachrichten- und Informationskompetenz Jugendlicher. Junge Erwachsene halten sich heute vor allem online auf dem Laufenden, wobei soziale Medien als Nachrichtenquelle eine immer wichtigere Rolle spielen. Hierbei müssen sie zwischen seriös recherchierten Texten und »Geraune« z.B. in Social-Media-Diensten unterscheiden (lernen), um sich in der Informationsflut zurecht zu finden. Insbesondere die beunruhigende Verbreitung von »Fake News« und Verschwörungstheorien macht deutlich, dass sich ein kompetenter Umgang mit Informationsmedien nicht von selbst entwickelt, sondern gezielt vermittelt werden muss. Dies ist Aufgabe von Schule und Jugendarbeit, aber auch Journalistinnen und Journalisten widmen sich der Vermittlung von Nachrichten- und Informationskompetenz. 
Die Autorinnen und Autoren aus Wissenschaft und Praxis sowie dem Journalismus zeigen anhand des Nutzungsverhaltens von Jugendlichen und konkreter Praxisbeispiele die Notwendigkeit und die Möglichkeiten von Angeboten zur Förderung der Nachrichten- und Informationskompetenz auf.

Leonie Wunderlich, Dr. Sascha Hölig: Alles online, alle aktiv, alles Journalismus!? Wie Jugendliche und junge Erwachsene im digitalen Zeitalter Nachrichten nutzen
Inez Bauer: Die Vermittlung von Nachrichtenkompetenz in der Schule. Ergebnisse einer Lehrkräftebefragung des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Stiftervereinigung der Presse 
Jörg Sadrozinski: JMS – Journalismus macht Schule. Nachrichtenkompetenz lehren, Medienkompetenz lernen
FSM e.V.: Meinungsbildung zwischen Fakt und Fake. Vom Umgang mit Desinformation im digitalen Raum
Simone Rafael, Cornelia Heyken (Interview): Gegen Fake News und Hate Speech
Thomas Krüger: Die Gestaltung politischer Bildung in der digitalen Welt 
Weitere Beiträge:
Im Fokus: Den Jugendschutz neu aufstellen – das neue Jugendschutzgesetz und seine Folgen, Klaus Hinze
Fachbeitrag: Kinder und ihre Rechte im digitalen Raum schützen, Torsten Krause
Aus der Hochschule: Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Gast- oder Pflegefamilien. Wie kann diese Form der Jugendhilfe positiv gestaltet werden?, Patrik Sappelt
Recht: Nicht jede Differenz mit dem Jugendamt muss das Kindeswohl gefährden, Sigmar Roll
Standpunkte: (Cyber-)Mobbing unter Kindern und Jugendlichen – Alarm ohne Folgen?! Positionspapier der Landesstellen Jugendschutz

Die Ausgabe 2-2021 der Zeitschrift Kinder- und Jugendschutz in Wissenschaft und Praxis (KJug) mit dem Titel 
»Informationskompetenz vs. Desinformation und Fake-News« kann zum Preis von EUR 16,- (inkl. Versandkosten) beim Herausgeber bestellt werden: Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz, Mühlendamm 3, 10178 Berlin, material@bag-jugendschutz.de, www.kjug-zeitschrift.de   

 

Quelle: Pressemitteilung der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz e.V., Berlin, 13. April 2021

Medienpädagogische Elternarbeit – Angebote der Landes(arbeits)stellen für Kinder- und Jugendschutz Dossier 1/2021 Aktualisierte Neuauflage

Dossier

(Elterliche) Medienerziehung basiert auf Informationen und Hilfestellungen zum Umgang mit den medialen Lebenswelten, in denen Kinder und Jugendliche heute aufwachsen. Die Landes(arbeits)stellen für Kinder- und Jugendschutz widmen sich seit vielen Jahren neben dem gesetzlichen Jugendmedienschutz auch dem erzieherischen Jugendmedienschutz u.a. in Form von Projekten zur Förderung der Medienkompetenz. 
Im aktualisierten Dossier werden Angebote vorgestellt, die sich unmittelbar an Eltern richten, wie beispielsweise ELTERNTALK, aber auch Angebote, die sich an pädagogische Fachkräfte in Jugendarbeit, Erziehungsberatung, Jugendhilfe und Schule richten wie der Eltern-Medien-Trainer. Darüber hinaus enthält das Dossier Hinweise auf weitere Projekte, relevante Publikationen und Studien.
Download unter https://www.bag-jugendschutz.de/PDF/DossierMed-Paed-EA_2021_DIN_A4_web.pdf 

 

Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz e.V., Berlin, 13. April 2021

UNICEF fordert Gipfel für Kinder, Jugendliche und Familien zur Bewältigung der Corona-Krise

UNICEF-Bericht zur Lage der Kinder in Deutschland 2021

Unicef

Schon vor der Covid-19-Pandemie kämpfte ein beträchtlicher Teil der Kinder und Jugendlichen in Deutschland mit mentalen Problemen und fehlenden Chancen. Dies ist Ergebnis des UNICEF-Berichts zur Lage von Kindern in Deutschland 2021. Der Report unter dem Titel »Kinder – unsere Zukunft!« warnt vor gravierenden Konsequenzen der Covid-19 Pandemie für das kindliche Wohlbefinden. Die Pandemie verschärft bestehende Probleme und stellt auch Eltern vor große Herausforderungen, ihre Kinder bestmöglich zu unterstützen. Der bekannte Familiensoziologe Prof. Dr. Hans Bertram hat für UNICEF-Deutschland die verfügbaren Daten zum subjektiven Wohlbefinden von Kindern, ihren Beziehungen zu Freundeskreis und Familie, zur Bildungssituation, Gesundheit, ihrem Verhalten und möglichen Risiken sowie zur materiellen Situation bis zum Ausbruch der Pandemie ausgewertet. Befunde neuerer Untersuchungen zu den Auswirkungen von Covid-19 auf die Lebenssituation von Kindern und ihren Familien ergänzen die Analyse.

Deutschland bei der Zufriedenheit der Kinder nur Mittelmaß: Danach waren schon vor der Pandemie mehr als jedes fünfte Mädchen und nahezu jeder siebte Junge im Alter von 15 Jahren unzufrieden mit ihrem Leben. Bei weniger privilegierten Kindern, bei Kindern mit einer Einwanderungsgeschichte oder Mobbingerfahrungen war die Lebenszufriedenheit geringer als im Durchschnitt. Rund 16 Prozent der Mädchen schätzen sich als depressiv ein. 13 Prozent der Mädchen erhielten verschreibungspflichtige Beruhigungsmittel. 

Familien geben Rückhalt, kommen aber an ihre Grenzen: Die Unterstützung und der Rückhalt durch die Familie ist für Kinder entscheidend. Vor der Krise fühlte sich laut LBS Kinderbarometer die Mehrheit der Kinder in Deutschland in der Familie ›meist gut‹, ›gut‹ oder sogar ›sehr gut‹. Bereits 2015 schätzten in einer PISA-Untersuchung 91 Prozent der befragten Kinder ihre Eltern als unterstützend und interessiert an ihrer schulischen Entwicklung ein. Es mehren sich jedoch die Hinweise, dass derzeit viele Familien an ihre Grenzen stoßen. So gaben bei einer aktuellen Befragung von mehr als 1.000 Eltern in Deutschland über die Hälfte der Väter oder Mütter an, dass die Kontaktbeschränkungen sowie die Schließung von Schulen und Kindertagesstätten den Stress in ihren Familien deutlich erhöht haben. Ein Teil berichtet zudem von einem gestiegenen aggressiven Verhalten gegenüber den Kindern.

Faire Startchancen für alle Kinder schaffen: Der UNICEF-Bericht zeigt weiter, dass die gute Konjunktur der vergangenen Jahre nicht ausreichend genutzt wurde, um relative Kinderarmut zurückzudrängen. So waren 2019 in Deutschland 1,48 Millionen Kinder unter 16 Jahren von Armut betroffen. Dies entspricht einer Armutsgefährdungsquote nach Sozialleistungen von 12 Prozent. Dies bedeutet zwar einen leichten Rückgang um 2,6 Prozentpunkte im Vergleich zu 2014. Allerdings haben bestimmte Gruppen wie die Kinder von alleinerziehenden Elternteilen und Kinder mit Einwanderungsgeschichte weiterhin ein stark erhöhtes Armutsgefährdungsrisiko.

Aufruf von UNICEF Deutschland: UNICEF Deutschland ruft vor der Bundestagswahl die Politik dazu auf, das Wohlbefinden und die Rechte von Kindern in Deutschland gerade jetzt zu stärken. Es muss sichergestellt werden, 

o dass Bildungseinrichtungen sowie soziale Dienste und Angebote insbesondere in benachteiligten Quartieren personell und finanziell gut ausgestattet sind;

o benachteiligte Kinder sowohl durch materielle Leistungen als auch durch Infrastrukturleistungen stärker unterstützt werden. Bestehende Leistungen sollten gebündelt und unbürokratisch ausgezahlt werden, beispielweise in einer Kindergrundsicherung.

o Die Kinderrechte im Grundgesetz umfassend festgeschrieben werden.

 

Quelle: Pressemeldung UNICEF Deutschland, Köln/Berlin, 20. April 2021

Onlinebeschwerden 2020

Meldungen über illegale und jugendgefährdende Online-Inhalte steigen weiter leicht an

Im letzten Jahr gingen bei der FSM-Beschwerdestelle insgesamt 6.024 Beschwerden über rechtswidrige oder jugendgefährdende Online-Inhalte ein (2019: 5.985 Meldungen). In 51 Prozent der Fälle (3.078 Meldungen) handelte es sich um begründete Beschwerden – also Inhalte, die nach umfassender, individueller Prüfung gegen deutsche Jugendschutzgesetze verstoßen.
Neben pornografischen Inhalten (50 Prozent) machten Darstellungen des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger mit 38 Prozent einen Großteil der begründeten Beschwerden aus. Nach dem zuletzt starken Anstieg wurden 2020 insgesamt 1.174 begründete Fälle registriert – rund 27 Prozent weniger als im Vorjahr (2019: 1.620 Fälle).

Konsequente und schnelle Löschung von Missbrauchsdarstellungen: Missbrauchsdarstellungen von Kindern oder Jugendlichen, die auf deutschen Servern gespeichert sind, leitet die FSM sofort an das Bundeskriminalamt (BKA) weiter und informiert im Notice-and-Takedown-Verfahren den Hostprovider. Dieser ist ab diesem Zeitpunkt verpflichtet, diese absolut unzulässigen und strafbaren Inhalte unverzüglich zu entfernen. Bis zur Abhilfe bzw. Löschung der Inhalte vergingen 2020 nach Eingang der Beschwerde bei der FSM im Durchschnitt 1,7 Tage – noch einmal weniger, als im Vorjahr (1,97 Tage). Auch im internationalen Vergleich der Beschwerdestellen zählt die FSM damit zu den schnellsten. Insgesamt liegt die Entfernungsquote bei diesen Inhalten bei 100 Prozent. 85 Prozent wurden bereits zwei Tage nach der Erstmeldung entfernt. (…)

Auch gemeldete Fälle von Hasskriminalität steigen: Im Bereich der Hasskriminalität ist der Anteil der begründeten Beschwerden im Vergleich zum Vorjahr um 31 Prozent angestiegen (2020: 80 Fälle; 2019: 61 Fälle). Hierzu zählen neben Volksverhetzung (2020: 33 Fälle; 2019: 34 Fälle) auch Propagandamittel und Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen (2020: 36 Fälle; 2019: 22 Fälle) sowie Leugnung des Holocaust bzw. Billigung, Verherrlichung oder Rechtfertigung der Naziherrschaft (2020: 11 Fälle; 2019: 5 Fälle). Waren die Fälle im Bereich Volksverhetzung nahezu gleich, so konnte in den beiden weiteren Kategorien ein teilweise deutlicher Anstieg beobachtet werden. In 122 Fällen wurden Gewaltdarstellungen gefunden (2019: 107). Darunter fallen Gewalt- und Tierpornografie (43 Fälle), Gewaltverherrlichung (3 Fälle) sowie Verstöße gegen die Menschenwürde (76 Fälle).
Leicht angestiegen sind in diesem Jahr ebenfalls die als jugendgefährdend eingestuften Inhalte (2020: 173; 2019: 125 Beschwerden). Darunter fallen bspw. alle Fälle der Entwicklungsbeeinträchtigung (102 Fälle), d.h. sie sind für Kinder und Jugendliche einer bestimmten Altersstufe nicht geeignet. In 45 Fällen wurde eine offensichtlich schwere Entwicklungsgefährdung festgestellt, wie z.B. Angebote, die Essstörungen wie Anorexie oder Bulimie glorifizieren. Solche Inhalte dürfen nur Erwachsenen zugänglich gemacht werden.
In 49 Prozent der insgesamt gemeldeten Fälle stellte die FSM-Beschwerdestelle keinen Verstoß fest. Dies betrifft in der Regel Fälle, in denen das Recht auf freie Meinungsäußerung überwiegt, Jugendschutzregeln nicht verletzt wurden oder Angebote zugangsgeschützt bzw. nicht auffindbar waren. Auch hier prüft und informiert die Beschwerdestelle die Melderinnen und Melder über die Rechtslage, verweist auf zuständige Stellen oder jeweils passende Hilfs- und Beratungsangebote und gibt darüber hinaus Tipps zur sicheren Konfiguration von Geräten, die von Kindern und Jugendlichen genutzt werden.

Gemeinsam gegen illegale Online-Inhalte: Bereits seit 1998 leistet die FSM-Beschwerdestelle einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung illegaler und jugendgefährdender Online-Inhalte. Notwendige Unterstützung sind hierbei die zahlreichen Hinweise der Nutzerinnen und Nutzer, die Inhalte an die FSM melden.

 

Quelle: Pressemeldung der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM e. V.), Berlin, 20. April 2021

DGfPI und BZgA: Neue Datenbank für Fortbildungsangebote zum Thema sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend

Fortbildungsge

Die bundesweit erste Datenbank für qualifizierte Fortbildungsangebote zum Thema sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend ist online gegangen: Aufgebaut wurde sie von der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung, -vernachlässigung und sexualisierter Gewalt e.V. (DGfPI) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in einem vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) geförderten Kooperationsprojekt. Fortbildung ist ein zentraler Baustein in der Prävention sexualisierter Gewalt. Mit der »Fortbildungsnetz sG – Datenbank für Fortbildungsangebote zu sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend« erhält sie nun auch eine digitale Infrastruktur.
Der Bedarf an Qualifizierung ist angesichts der Dimension sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen hoch. Um junge Menschen vor sexualisierter Gewalt schützen zu können, brauchen Fachkräfte und Ehrenamtliche im pädagogischen Handlungsfeld aktuelles Wissen und erprobte Handlungskompetenzen für die Umsetzung von Prävention und Intervention. In qualifizierten Fortbildungen zum Thema können pädagogisch Tätige ihr berufliches Handeln im Umgang mit sexualisierter Gewalt reflektieren, erweitern und auffrischen. Das befähigt sie, verlässliche und unterstützende Ansprechpersonen für Betroffene zu sein, aber auch selbst präventiv tätig zu werden.
Mit dem »Fortbildungsnetz sG« verbinden DGfPI und BZgA ihre Aufgaben und Expertisen und bieten so eine nachhaltige Struktur in der Qualifizierung von Fachkräften zu Prävention und Intervention bei sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend. Die neue Datenbank erleichtert den Zugang zu qualifizierten Fortbildungen und fördert die Vernetzung von Fachkräften: Fortbildende aus Institutionen oder Freiberufliche aus dem ganzen Bundesgebiet sind eingeladen, ihre Arbeitsschwerpunkte und fachspezifischen Fortbildungsangebote auf der Webseite www.fortbildungsnetz-sg.de kostenfrei einzupflegen und die Datenbank zur Netzwerkarbeit zu nutzen. Fortbildungssuchende erhalten auf der Webseite Informationen zu Qualitätskriterien, Basisfortbildungen und Angebote zu spezifischen Themen in ihrer Region und können online Rückmeldung zu den von ihnen besuchten Veranstaltungen geben.
Mehr Informationen unter: www.fortbildungsnetz-sg.de 

 

Quelle: Pressemitteilung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) u. der Deutschen Gesellschaft für Prävention u. Intervention bei Kindesmisshandlung, -vernachlässigung u. sexualisierter Gewalt e.V. (DGfPI) Köln/Düsseldorf, 12. April 2021

What the fake?!

Ausschreibungsstart beim Deutschen Multimediapreis mb21

Multi Media

Seit 23 Jahren würdigt der Deutsche Multimediapreis das kreative Medienhandeln von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Egal ob Websites, Blogs oder Video-Channels, Apps, Games oder Podcasts: Ausgezeichnet werden Arbeiten und Projekte, die die zahlreichen Gestaltungsmöglichkeiten digitaler Medien ideenreich und innovativ nutzen. Die Gewinner/-innen dürfen sich auf Geldpreise im Gesamtwert von 11.000 Euro sowie eine Einladung zum Medienfestival nach Dresden freuen. Einsendeschluss ist der 09. August 2021.

What the fake?! – Das Jahresthema 2021
Inhaltlich macht der Wettbewerb den jungen Teilnehmer/-innen keinerlei Vorgaben, alle Themen und Medienformate sind willkommen. Darüber hinaus regt das Jahresthema »What the fake?!« zur Auseinandersetzung mit Fake News, Filterblasen und Verschwörungserzählungen an. »Als ein Wettbewerb, der vor allem auf die Chancen und Potentiale digitaler Technologien blickt, möchten wir junge Medienschaffende dazu motivieren, sich kreativ, künstlerisch und vor allem kritisch mit Manipulationsversuchen im Internet und in den sozialen Medien zu beschäftigen«, erläutert Hannes Güntherodt, zuständiger Projektleiter beim Medienkulturzentrum. »Man könnte auch sagen: Wir wollen die Filterblasen zum Platzen bringen.«

Der Deutsche Multimediapreis mb21 ist eines der wichtigsten Foren für junge digitale Medienkultur in Deutschland. Hauptförderer des Wettbewerbs sind das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie die Landeshauptstadt Dresden. Veranstalter sind das Deutsche Kinder- und Jugendfilmzentrum (KJF) sowie das Medienkulturzentrum Dresden.
Informationen zum Wettbewerb und zur Teilnahme unter: www.mb21.de

 

Quelle: Pressemeldung Deutsches Kinder- und Jugendfilmzentrum (KJF), Remscheid, 19. April 2021

Hoher Alkoholkonsum - Mehrausgaben für Tabakwaren

DHS Jahrbuch Sucht 2021 ist erschienen

Jahrbuch

Welche Trends gibt es beim Konsum von Alkohol, Tabak und illegalen Drogen in Deutschland? Welche Tendenzen zeichnen sich beim Missbrauch von Medikamenten ab? Wie entwickelt sich der Glücksspielmarkt? Das am 14. April veröffentlichte DHS Jahrbuch Sucht 2021 der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS) fasst die neuesten Zahlen, Daten und Fakten zu legalen und illegalen Suchtstoffen sowie zum Thema Glücksspiel zusammen und informiert über die Suchthilfe in Deutschland.

ALKOHOL: Im internationalen Vergleich zählt Deutschland beim Alkohol nach wie vor zu den Hochkonsumländern, mit entsprechend hohen gesundheitlichen Folgen in der Bevölkerung. (…) Die Entwicklung des Pro-Kopf-Konsums für die zurückliegenden Jahre nennt das neue DHS Jahrbuch Sucht: 10,7 Liter Reinalkohol konsumierte jede und jeder Deutsche im Alter ab 15 Jahren im Jahr 2018. Damit stieg der Konsum im Vergleich zum Vorjahr wieder. (…)

TABAK: Der Anteil der Raucherinnen und Raucher ist in Deutschland seit einigen Jahren rückläufig. Im Jahr 2017 rauchten 26% der Männer und 19% der Frauen (ab 15 Jahre und älter). Bei Jugendlichen zeichnet sich seit rund 15 Jahren ein Trend zum Nichtrauchen ab. Dennoch ist das Rauchen in den Industrienationen das bedeutendste einzelne Gesundheitsrisiko und die führende Ursache vorzeitiger Sterblichkeit. Rund 127.000 Menschen starben im Jahr 2018 allein in Deutschland an den Folgen des Rauchens. Das waren 13,3% aller Todesfälle. Deutlich gestiegen ist im Jahr 2020 der Verbrauch von Feinschnitt: Er lag bei 26.328 Tonnen (plus 10,6 % gegenüber dem Vorjahr). Das entspricht etwa 39,5 Mrd. selbstgedrehten Zigaretten. (…)
Der Konsum von (Wasser-)Pfeifentabak schnellte im Jahr 2020 gegenüber 2019 um 44,3% auf 5.989 Tonnen in die Höhe. Dies dürfte insbesondere auf die seit einigen Jahren anhaltende Beliebtheit des speziellen Wasserpfeifentabaks zurückzuführen sein, der vor allem von Jugendlichen und jungen Erwachsenen Zuhause oder in sogenannten Shisha-Bars geraucht wird, berichten die Expertinnen und Experten im DHS Jahrbuch Sucht 2021. (…)

ILLEGALE DROGEN: Rund 15,2 Mio. Erwachsene im Alter von 18 bis 64 Jahren und etwa 481.000 Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren haben aktuellen Schätzungen zufolge zumindest einmal in ihrem Leben eine illegale Droge konsumiert. Cannabis nimmt sowohl bei den Erwachsenen als auch bei den Jugendlichen die prominenteste Rolle ein: 368.000 Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren haben in den letzten 12 Monaten Cannabis konsumiert. Bei den 18- bis 64-jährigen Erwachsenen waren es ca. 3,7 Millionen. Nach Hochrechnungen des Epidemiologischen Suchtsurveys aus dem Jahr 2018 sind 309.000 Personen in Deutschland abhängig von Cannabis. Eine Kokainabhängigkeit liegt bei 41.000 und eine Amphetamin-Abhängigkeit bei 103.000 Personen vor. (…)

HILFE BEI SUCHTPROBLEMEN: Hilfe bei Suchtproblemen finden Betroffene und Angehörige, Fachleute und Interessierte im DHS Suchthilfeverzeichnis unter: www.suchthilfeverzeichnis.de. Mit verbesserten Suchfunktionen bietet das Serviceangebot nach einer grundlegenden Überarbeitung jetzt umfassende Informationen zu über 1.600 Einrichtungen der ambulanten und stationären Suchthilfe in Deutschland.

 

Quelle: Pressemeldung der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS), Hamm, 14. April 2021

Publikation: Schule und religiös begründeter Extremismus

Handreichung aktualisiert

Schule u. religiös

Spätestens seit dem grausamen Mord an dem französischen Lehrer Samuel Paty und den Anschlägen in Dresden, Nizza und Wien im Herbst 2020 beschäftigt das Thema Islamismus wieder verstärkt zahlreiche Lehrkräfte und Schulleitungen. Die öffentliche und mediale Debatte ist nicht selten von Verunsicherung, Hysterie und fehlender Differenzierung geprägt, dies spiegelt sich auch in den Klassenzimmern wider (sofern denn Präsenzunterricht stattfindet). Pädagoginnen und Pädagogen müssen angesichts des aufgeheizten gesellschaftlichen Klimas kompetent mit dem Themenfeld Islamismus umgehen können und Handlungssicherheit erlangen. 
Um sie dabei zu unterstützen, hatte das Team des Infodienst Radikalisierungsprävention im Frühjahr 2019 die Handreichung »Schule und religiös begründeter Extremismus – Hintergrundwissen, Handlungsoptionen und Materialien für die pädagogische Praxis im Überblick« herausgegeben. Seither wurde eine Vielzahl neuer Unterrichtsmaterialien, Medien und Handreichungen für Schulen zum Thema Islamismus veröffentlicht. Zudem hat sich der Fokus der Präventionsarbeit und des Infodienstes zunehmend erweitert, um neben dem Salafismus auch das breite Spektrum islamistischer Gruppierungen in den Blick zu nehmen. Diese Entwicklungen flossen ein in die umfangreiche Überarbeitung der Handreichung. Herzstück der Handreichung ist die Vorstellung aktueller Unterrichtsmaterialien, Multimedia- und Online-Angebote für alle Schulformen sowie von Publikationen für Pädagoginnen und Pädagogen zum Themenfeld. 
Handreichung bestellen oder herunterladen unter www.bpb.de/284928   

 

Quelle: Infodienst Radikalisierungsprävention vom 12. April 2021

Publikation: BLM startet Versandaktion für Broschüre zum Recht am Bild in Leichter Sprache – In digitalen Pandemie-Zeiten noch wichtiger: Aufklärung zu Fotos und Videos im Netz

Recht am Bild

In Zeiten von Corona verbringen Kinder, Jugendliche und Erwachsene noch mehr Zeit mit digitalen Geräten und Medieninhalten. Umso wichtiger ist es, über das »Recht am eigenen Bild« gut informiert zu sein. Das gilt auch und besonders für Menschen, die nur eingeschränkt Texte lesen und verstehen können. Deshalb hat die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) am 14.04. eine große Versandaktion der Broschüre »Recht am eigenen Bild – Tipps in Leichter Sprache« gestartet.
Die Broschüre erklärt in Leichter Sprache, worauf jeder beim Fotografieren, Filmen und Verbreiten von Bildern im Netz achten sollte. Sie wird an mehr als 600 Multiplikatoren in Bayern versendet, darunter alle Beauftragten für die Belange von Menschen mit Behinderung, Lebenshilfe-Werkstätten und -Verbände, sonderpädagogische Förderzentren und Schulen.
Vorlage für die Broschüre in Leichter Sprache ist die BLM-Broschüre »Recht am eigenen Bild – Tipps, Tricks und Klicks«, die Anfang 2019 erschien und seither aufgrund großer Nachfrage bereits mehrfach nachgedruckt wurde. Der Ratgeber »Recht am eigenen Bild – Tipps in Leichter Sprache« steht zum Download zur Verfügung unter https://www.blm.de/files/pdf2/blm_reb_einfach_3d-bildschirm.pdf. 

 

Quelle: Pressemeldung der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), München, 14. April 2021

Veranstaltung: Digitale Abschlusstagung des Forschungsprojektes – SHIFT PLUS

Im Rahmen einer digitalen Tagung präsentieren das Deutsche Institut für Sucht- und Präventionsforschung und die Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen (katho) am 07. Mai 2021 die Ergebnisse des Forschungsprojektes »SHIFT PLUS«. Die vom Bundesministerium für Gesundheit geförderte Weiterentwicklung des erprobten »SHIFT-Elterntrainings« für drogenanhängige Eltern mit Kindern bis 8 Jahre wurde 2019 und 2020 bundesweit in kooperierenden Einrichtungen durchgeführt.
Das modulare, standardisierte Gruppentraining für Mütter und Väter hat die Stärkung elterlicher Kompetenzen und familiärer Resilienzen in drogenbelasteten Familien zum Ziel. Neben einer ausführlichen Darstellung der Trainingsmodule werden im Rahmen der Tagung die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitforschung im Hinblick auf Wirksamkeit und Akzeptanz der Intervention präsentiert. In einem abschließenden Exkurs werden die besondere Situation der Corona-Pandemie für suchtbelastete Eltern und ihre Kinder beleuchtet und weitere Unterstützungsbedarfe diskutiert. Die Veranstaltung wird vom Transfernetzwerk Soziale Innovation (s_inn) in Sinne der Förderung eines wechselseitigen Transfers umgesetzt.

Weitere Informationen, wie die Tagesordnung und die Anmeldung finden sich unter: https://www.s-inn.net/shift-plus

Quelle: NACOA Neuigkeiten vom 14. April 2021

Kein Raum für Mißbrauch

Kein Raum für Missbrauch
Die BAJ unterstützt die Kampagne »Kein Raum für Missbrauch« des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs und deren Zielsetzung für ein gesamtgesellschaftliches Bündnis gegen sexualisierte Gewalt.

zur Kampagne

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