Newsletter

Jugendschutz Newsletter Nr. 9 vom 26.05.2021

im aktuellen Newsletter finden Sie wie gewohnt Nachrichten und Rechercheergebnisse der letzten Wochen zu den unterschiedlichsten Handlungsfeldern des Kinder- und Jugendschutzes. Die Nachrichten geben nicht unbedingt die Meinung der BAJ wieder. Sie sind Ergebnisse redaktioneller Auswahl, Bearbeitung und Recherche und geben einen Überblick über wichtige Ereignisse und Entwicklungen mit Bedeutung für den Kinder- und Jugendschutz.

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Das neue Jugendschutzgesetz – Was kann, soll und muss das JuSchG leisten?

Unter diesem Titel hat die Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz e.V. (BAJ) am 18. Mai eine der ersten Fachveranstaltungen zum neuen Jugendschutzgesetz durchgeführt. Im Rahmen des 17. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetages interessierten sich knapp 200 Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendhilfe für die Neuerung und Anpassungen im JuSchG.
Dr. Stefan Dreyer vom Leibniz-Institut für Medienforschung │ Hans-Bredow-Institut aus Hamburg, ein Experte auf dem Gebiet des Jugendmedienschutzes, stellte in einem kurzen Input die wesentlichen Änderungen und Verbesserungen vor. Anschließend diskutierten Stephan Haddick (Referatsleiter im Bundesjugendministerium), Dr. Iren Schulz (Medienpädagogin) und Dr. Stefan Dreyer, gemeinsam mit dem Vorsitzenden der BAJ, Klaus Hinze, u.a. die neuen Schutzziele und Schutzinstrumente sowie die verpflichtenden Alterskennzeichen und Vorsorgemaßnahmen von Anbietern. Die Aufgaben der neu gegründeten Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz (BzKJ) und die Möglichkeiten und die Notwendigkeit medienpädagogischer Maßnahmen standen darüber hinaus im Mittelpunkt des Podiumsgesprächs.
Einigkeit herrscht darüber, dass das Jugendschutzgesetz endlich zukunftsfester gemacht werden muss und dass die neuen Regelungen ein Schritt in die richtige Richtung sind. 

Die Veranstaltung steht Besucherinnen und Besuchern des 17. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetages bis Ende Oktober im Online-Archiv des DJHT zur Verfügung.

 

Quelle: Meldung der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz e.V. (BAJ), Berlin, 20. Mai 2021

Kinderrechtsorganisationen fordern Änderungen beim Gesetzentwurf zur Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz

Anlässlich der Anhörung des Rechtsausschusses des Deutschen Bundestags am 17. Mai hat das Aktionsbündnis Kinderrechte Bund und Länder dazu aufgerufen, tragfähige Lösungen für die bestehenden Kritikpunkte am aktuellen Regierungsentwurf zur Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz zu finden.
In ihren Stellungnahmen vor dem Rechtsausschuss begrüßten die geladenen Vertreter vom Deutschen Kinderhilfswerk und UNICEF Deutschland die konstruktive Debatte um den endgültigen Verfassungstext. Gleichzeitig appellierten sie an das Gremium, sich für einen Gesetzentwurf auszusprechen, in dem bestehende Unklarheiten und Defizite bereinigt sind.
»Bei der Formulierung der Kinderrechte im Grundgesetz muss es darum gehen, eine nachhaltige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention sicherzustellen. Reine Symbolpolitik bringt uns hier keinen Schritt weiter. Deshalb braucht es einen eigenen Absatz für die Kinderrechte, die unabhängig von den Elternrechten gegen den Staat gelten. Dabei müssen die Kinderrechte auf Förderung, Schutz und Beteiligung sowie der Kindeswohlvorrang Grundlage der Normierung sein. Nur so werden wir es schaffen, kindgerechte Lebensverhältnisse und bessere Entwicklungschancen für alle Kinder zu schaffen, ihre Rechtsposition deutlich zu stärken, und Kinder an den sie betreffenden Entscheidungen zu beteiligen. Denn die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ist ein zentraler Wert einer demokratischen Gesellschaft. Mit der Aufnahme der Kinderrechte im Sinne der UN-Kinderrechtskonvention besteht die große Chance, langfristig eine wichtige Grundlage für ein kinder- und familienfreundlicheres Land zu schaffen. Diese Chance dürfen wir nicht verspielen«, betont Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes.
»Kinderrechte brauchen ein großes Ausrufezeichen im Grundgesetz, damit Kinder und Jugendliche gehört und ihre Belange ernst genommen werden. Die Covid-19-Krise zeigt uns deutlich, dass sie bisher zu häufig hintangestellt werden. Mit der Aufnahme der Kinderrechte in das deutsche Grundgesetz können Bund und Länder klarstellen, dass die Rechte von Kindern in Deutschland umfassend und verbindlich gelten. Dazu braucht es jedoch eine unmissverständliche und prägnante Formulierung, die nicht hinter die UN-Kinderrechtskonvention und die geltende Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes zurückfallen darf. Der aktuelle Gesetzentwurf der Bundesregierung sollte nun rasch überarbeitet werden, um diesen Anforderungen zu entsprechen,« ergänzt Dr. Sebastian Sedlmayr, Leiter der Abteilung Politik und Advocacy, UNICEF Deutschland.

Hintergrund: Das Aktionsbündnis Kinderrechte (Deutsches Kinderhilfswerk, Deutscher Kinderschutzbund, UNICEF Deutschland in Kooperation mit der Deutschen Liga für das Kind) setzt sich für die vollständige Umsetzung der Kinderrechte in Deutschland und die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz ein. Anfang des Jahres hat sich die Bundesregierung nach jahrelangen Diskussionen auf einen Gesetzentwurf zur Aufnahme der Kinderrechte in das deutsche Grundgesetz geeinigt. Das Aktionsbündnis Kinderrechte hat den vorliegenden Regierungsentwurf inhaltlich als unzureichend kritisiert und entscheidende Nachbesserungen gefordert. Der vom Aktionsbündnis Kinderrechte initiierte Appell »Kinderrechte ins Grundgesetz – aber richtig!« wird von mehr als 100 Organisationen aus der Kinder- und Jugendhilfe, Medizin, Pädagogik und anderen Bereichen unterstützt. 
Anmerkung: Die Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz e.V. hat den Appell »Kinderrechte ins Grundgesetz – aber richtig!« mitunterzeichnet.

 

Quelle: Pressemeldung des Deutschen Kinderhilfswerks, des Deutschen Kinderschutzbunds, UNICEF Deutschland und der Deutschen Liga für das Kind, Berlin, 17. Mai 2021

Teilhaben! Kinderrechtliche Potenziale der Digitalisierung

Online-Dossier des Deutschen Kinderhilfswerks

online Dossier

Das Deutsche Kinderhilfswerk plädiert dafür, kinderrechtliche Aspekte von Digitalisierungsprozessen mehr als bisher aus einer ganzheitlichen Perspektive in den Blick zu nehmen. Dazu hat die Kinderrechtsorganisation am 20. Mai gemeinsam mit dem Institut für Medienforschung und Medienpädagogik der TH Köln ein Online-Dossier veröffentlicht, das aufzeigt, wie Teilhabe von Kindern und Jugendlichen mit digitalen Medien gelingt. In diesem Dossier wird nicht nur der Stand der Kinderrechte im digitalen Raum erfasst, sondern werden auch Impulse und Perspektiven für eine Stärkung der Teilhabemöglichkeiten junger Menschen an unserer Gesellschaft gegeben. Das Dossier »Teilhaben! Kinderrechtliche Potenziale der Digitalisierung« wird schrittweise erweitert und kann unter https://dossier.kinderrechte.de/ gelesen werden.
Wie selbstverständlich Kinder bereits an digitalen Welten teilhaben und dafür Medien nutzen, zeigt auch eine explorative Untersuchung, die im Rahmen des Dossiers erstmals veröffentlicht wird. In der Untersuchung sprechen Kinder zwischen 10 und 13 Jahren über ihr Medienhandeln und ihre Online-Erfahrungen mit Blick auf soziale und digitale Teilhabe. So wird auch deutlich, dass viele Angebote, die Kinder nutzen, nicht für sie entwickelt wurden. Kinder geraten dann in Interessenkonflikte zwischen Teilhabewunsch und Schutzbedürfnis.
Die Erstellung des Dossiers erfolgte im Rahmen eines Projekts der Koordinierungsstelle Kinderrechte des Deutschen Kinderhilfswerkes. Die Koordinierungsstelle Kinderrechte begleitet die Umsetzung der aktuellen Strategie des Europarates für die Rechte des Kindes (Sofia-Strategie 2016–2021) und wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

 

Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Kinderhilfswerks e.V., Berlin, 20. Mai 2021

Größerer Stellenwert der politischen Bildung angemahnt

Der politischen Bildung von Kindern und Jugendlichen muss deutlich mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Dies war das einhellige Votum in einer öffentlichen Anhörung des Familienausschusses über den 16. Kinder- und Jugendbericht (19/24200) am 17. Mai. Die geladenen Sachverständigen mahnten zudem, dass politische Bildung nicht neutral sein könne, sondern sich an der demokratischen Ordnung und ihren Werten orientieren müsse. 
Die Sozial- und Erziehungswissenschaftlerin Anja Besand von der TU Dresden – sie gehörte selbst der Sachverständigenkommission des Kinder- und Jugendberichts an – mahnte, in Sachsen können man gut erkennen, wohin es führe, wenn der politischen Bildung ein zu geringer Stellenwert beigemessen werde. So sei an Sachsens Schulen sehr lange politische Bildung erst ab der 9. Klasse in den Schulen verankert gewesen, seit kurzer Zeit sei dies ab der 7. Klasse der Fall. Die Familie sei zwar ein wichtiger Ort der Sozialisation für die politische Bildung, dies könne die institutionelle politische Bildung aber nicht ersetzen. Besand wies zudem darauf hin, dass politische Bildung zwar einerseits »keine Bevormundung« darstellen dürfe. Anderseits sei sie aber »nicht neutral«, sondern orientiere sich an der demokratischen Ordnung. 
In diesem Sinne argumentierte auch der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Thomas Krüger, der ebenfalls Mitglied der Sachverständigenkommission war. Politische Bildung verstehe sich normativ als aktives Eintreten für demokratische und menschenrechtsbasierte Werte. Im Gegensatz zur Extremismusprävention, die einer »Verhinderungslogik« folge und die demokratische Ordnung vor demokratiefeindlichen Bestrebungen zu schützen versuche, folge die politische Bildung einer »Ermöglichungslogik«, die dazu ermutige, sich aktiv an der Gestaltung der Demokratie zu beteiligen. 
Auch Lisi Maier vom Deutschen Bundesjugendring begrüßte ausdrücklich, dass politische Bildung »nicht neutral« sein dürfe, sondern mit einem Bekenntnis zu den demokratischen Prinzipien einhergehen müsse. Zugleich warnte sie davor, politische Bildung nur als einen »Brandlöscher« im Fall von rechtsextremistischen Übergriffen oder bei einem Anwachsen rechtsextremistischer Übergriffe zu begreifen. Politische Bildung sei nicht nur ein gesetzlich verbrieftes Recht, sondern eine Daueraufgabe. Kinder und Jugendliche müssten in die Lage versetzt werden, sich als politische Subjekte zu begreifen und zu handeln. Diese Erkenntnis müsse auf die Ebene der Länder und Kommunen transportiert werden, da diese maßgeblich für die politische Bildung zuständig seien. Umso mehr verwundere es, dass der Bundesrat den Kinder- und Jugendbericht lediglich »kommentarlos zur Kenntnis genommen« habe, sagte Maier.
Der Bildungswissenschaftler Christian Palentien von der Universität Bremen, er leitete als Vorsitzender die Sachverständigenkommission des Kinder- und Jugendberichts, mahnte, dass der politischen Bildung mehr Gewicht während der gesamten Lebensspanne junger Menschen von der frühen Kindheit bis ins späte Jugendalter verliehen werden müsse. Der Bericht fordere beispielsweise konkret ein Minimum von zwei Stunden Politikunterricht in der Woche für alle Schulformen. Zudem forderte Palentien mehr konkrete Mitbestimmungsmöglichkeiten junger Menschen zum Erlernen demokratischer Spielregeln. Teilhabe dürfe nicht nur simuliert werden. 
Dieser Forderung schlossen sich Volker Rohde von der Bundesarbeitsgemeinschaft Offene Kinder- und Jugendeinrichtungen und der Sozialpädagoge Moritz Schwerthelm von der Universität Hamburg an. Aus dem Recht auf politische Bildung müsse ein Recht auf demokratisches Handeln abgeleitet werden, mahnten sie übereinstimmend. Zugleich forderten sie eine ausreichende finanzielle Absicherung der politischen Bildung auf allen Ebenen. Vor allem in der Kinder- und Jugendarbeit in den Kommunen vor Ort müsse die Finanzierung weniger projektbezogen, sondern langfristig und strukturell sichergestellt werden, sagte Rohde. Schwerthelm mahnte, dass soziale Ungleichheit sehr oft auch zu politischer Ungleichheit führe und dass Partizipationsversuche benachteiligter junger Menschen nicht anerkannt würden. 
Regina Offer von der Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände begrüßte die Ergebnisse und Empfehlungen des Kinder- und Jugendberichts ausdrücklich. Dieser gebe eine gute Darstellung der Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen. Sie mahnte, dass die Sozialarbeit und die politische Bildung stärker im Corona-Aufholprogramm des Bundes für Kinder und Jugendliche berücksichtigt werden müssten.

 

Quelle: Meldung aus hib - heute im bundestag Nr. 656, Berlin, 18. Mai 2021

Die wichtigsten Änderungen durch das KJSG

Das Deutsche Institut für Jugendhilfe und Familienrecht (DIJuF) hat einen Überblick sowie eine Synopse der geplanten Änderungen zum Gesetz zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen (Kinder- und Jugendstärkungsgesetz – KJSG) erstellt.
Diese, sowie weitere Informationen zum KJSG finden sich auf den Seiten des DIJuF zur SGB VIII-Reform

 

Quelle: https://www.dijuf.de/homepage.html (aufgerufen am 25. Mai 2021)

Hohe Stabilität im Mediennutzungsverhalten der Kinder

KIM-Studie 2020 zum Medienumgang Sechs- bis 13-Jähriger

KIM Studie

Das Thema Digitalisierung, Mediennutzung und Medienkonsum von Kindern ist im Jahr 2020 durch die Corona-Pandemie noch stärker in den Vordergrund gerückt. Zum Zeitpunkt der Befragung für die KIM-Studie im frühen Herbst 2020 waren die Kinder zum größten Teil wieder im Präsenzunterricht, drei Viertel der Schüler/-innen hatten aber bereits Erfahrungen mit Homeschooling gemacht. Das Fernsehen ist weiterhin die häufigste mediale Freizeitbeschäftigung der Kinder, 70 Prozent sehen täglich fern. 68 Minuten werden im Durchschnitt täglich für die klassische Fernsehnutzung verwendet. Dabei dient Fernsehen auch der Wissensvermittlung, die Hälfte der Sechs- bis 13-Jährigen sehen sich Wissensformate an, 27 Prozent Nachrichtensendungen. Neben dem linearen Fernsehen spielt die Nutzung von Streaming-Diensten eine immer wichtigere Rolle: Die Verfügbarkeit von Streaming-Diensten in den Haushalten ist deutlich angestiegen. Inzwischen haben 44 % der Haushalte mit Kindern ein entsprechendes Abo. Die erstmals erhobene Nutzungsdauer zeigt mit durchschnittlich 24 Minuten, dass Netflix & Co. einen klaren Platz im Medienalltag von Kindern erobert haben. 71 Prozent der Sechs- bis 13-Jährigen nutzen das Internet. Mit dem Alter der Kinder nimmt auch der Anteil an Internetnutzer/-innen zu. So sind es bei den Sechs- bis Siebenjährigen noch ein Drittel, die zumindest selten das Internet nutzen, während es bei den Zwölf- bis 13-Jährigen mit 97 Prozent nahezu alle sind. Im Hinblick auf die Tätigkeiten im Internet, werden insbesondere WhatsApp, Suchmaschinen, Filme/Videos und YouTube am häufigsten genutzt. Die beliebteste Internetseite der Kinder ist YouTube, gefolgt von Google. 
Trotz der besonderen Situation im Jahr 2020 hat sich zumindest während des Befragungszeitraumes im Herbst 2020 keine relevante Änderung der täglichen Internetnutzungszeit ergeben, sie liegt bei den Sechs- bis 13-Jährigen durchschnittlich bei einer Dreiviertelstunde (46 Minuten). Insgesamt zeigt die KIM-Studie 2020 eine hohe Stabilität im Mediennutzungsverhalten der Sechs- bis 13- Jährigen. 
Die Studienreihe KIM (Kindheit, Internet, Medien) wird vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest seit 1999 in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk durchgeführt. Die repräsentative Studie bildet das Medienverhalten der Sechs- bis 13-Jährigen in Deutschland ab. Für die KIM-Studie 2020 wurden rund 1.200 Kinder und deren Haupterzieher/-innen vom 31. August bis zum 14. Oktober 2020 zu ihrem Mediennutzungsverhalten befragt. Alle Ausgaben der KIM-Studie von 1999 bis 2020 sind als PDF auf www.mpfs.de abrufbar. Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest ist eine Kooperation der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) und der Medienanstalt Rheinland-Pfalz. Die Durchführung der Studie erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk (SWR). 

 

Quelle: Pressemeldung des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest, Stuttgart, 07. Mai 2021

Kindeswohl bei Aufwachsen in islamistisch oder salafistisch geprägten Familien

Orientierungshilfe für Jugendämter und Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe

Kindeswohl

Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe sind zunehmend mit Kindern und Jugendlichen konfrontiert, die in islamistisch oder salafistisch geprägten Familien aufwachsen. Dann gehen die Lebens- und Handlungsweisen von Eltern, Geschwistern oder nahen Verwandten meist mit typisch extremistischen Denk- und Verhaltensweisen einher, die auch die Erziehung prägen können. Das stellt die Fachkräfte in den Jugendämtern vor neue Herausforderungen, denn sie begeben sich in ein Spannungsfeld zwischen Religionsfreiheit, Kinder- und Elternrechten. cultures interactive e.V. hat deswegen zusammen mit dem SOCLES International Centre for Socio-Legal Studies und der Türkischen Gemeinde Schleswig-Holstein eine Orientierungshilfe für Jugendämter erstellt.

Schwerpunkt auf Fragen des Kindeswohls
Die Orientierungshilfe informiert über gesellschaftliche wie rechtliche Grundlagen im Umgang mit islamistisch oder salafistisch geprägten Familien und zeigt Handlungsoptionen anhand von Fallbeispielen auf. Außerdem gibt die Broschüre Informationen zu der bisherigen Rechtsprechung und weist auf mögliche Fallstricke hin, ebenso wie auf Besonderheiten bei Familien sogenannter Rückkehrer/-innen. Im Zentrum der Handreichung stehen Fragen der Kindeswohlgefährdung. 

Die im Auftrag des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung erarbeitet Publikation wird von SOCLES International Centre for Socio-Legal Studies herausgeben.
Die PDF-Version der Orientierungshilfe für Jugendämter kann unter https://cultures-interactive.de/files/publikationen/Flyer%20Broschueren%20Dokumentationen/Orientierungshilfe%20Jugendaemter_Kindeswohl%20islamistische%20salafistische%20Familien.pdf heruntergeladen werden. 

 

Quelle: Pressemeldung cultures interactive e.V., Berlin, 19. Mai 2021

Gemeinnütziges Netzwerk fordert: Entwicklungs- und Teilhabechancen von Kindern und Jugendlichen sofort und dauerhaft sichern!

gemeinsameinsam21

Insgesamt 14 Akteure haben sich mit einem Positionspapier unter der Überschrift #gemeinsamstatteinsam2021 an die Politik gewandt. Das Netzwerk will die freigegebenen Mittel des »Aufholprogramms« jetzt schnell in wirksamen Maßnahmen eingesetzt sehen. Nachhaltige Öffnungsstrategien für außerschulische Bildungs- und Begegnungsorte müssen der nächste Schritt sein.

Die in Folge der Corona-Pandemie beschlossenen Einschränkungen und Verbote im privaten und schulischen Umfeld wirken sich massiv auf die körperliche, psychische und seelische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen aus: Diese Meinung vertreten nicht nur etliche Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Bereichen der Wissenschaft, sondern sie deckt sich auch mit der Einschätzung des Netzwerkes gemeinnütziger Organisationen, das aus 14 gemeinnützigen, freien Trägern der Kinder- und Jugendhilfe besteht. In Form eines umfangreichen Positionspapieres, das wichtigen Vertreterinnen und Vertretern der Kinder- und Jugendpolitik sowie der dazugehörigen Gremien jüngst zugestellt wurde, fordert das Netzwerk deshalb:

o Konkrete Szenarien für die schnelle Öffnung und Wiederaufnahme von non-formalen Bildungsprogrammen und der dazugehörigen Unterkünfte und Angebote – dies gilt insbesondere für Klassenfahrten und Gruppenfreizeiten.

o Gemeinsame Erlebnisse und Begegnungen für Kinder und Jugendliche, um jungen Menschen einen freien Austausch zu ermöglichen.

o Freiräume und pädagogische Angebote neben Schule und Elternhaus, unabhängig von der finanziellen Situation auf allen Ebenen.

o Angebote der non-formalen Jugendbildung für neue Wege der Mitwirkung und Mitbestimmung, damit Heranwachsende sich ausprobieren und einbringen können.

o Stärkung und Förderung von Begegnungen und Bildung für Kinder und Jugendliche, weil diese unersetzlich für die Entwicklung sozialer Kompetenzen und Fähigkeiten sind.

»Im Verlauf der Krise wurden Heranwachsende mit ihren Bedürfnissen, Sorgen und Entwicklungsaufgaben durch die Politik entweder gar nicht beachtet oder zu oft nur als Kinder von berufstätigen Eltern angesehen, die verwahrt und betreut werden müssen, damit diese weiterhin ihren beruflichen Tätigkeiten nachgehen können«, stellt DJH-Hauptgeschäftsführer Julian Schmitz als einer der Sprecher des Netzwerkes fest. Dies müsse sich nun endlich ändern. »Wir begrüßen in diesem Zusammenhang, dass die Bundesregierung kürzlich ein ‚Aufholprogramm‘ für Kinder und Jugendliche beschlossen hat. Wichtig ist es aber jetzt, dass die hier in Aussicht gestellten Mittel auch schnell abgerufen und entsprechende Angebote und Programme in Form von nachhaltigen Öffnungsszenarien für uns als Anbieter umgesetzt werden können«, fügt Martina Weichelt von der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholisches Jugendreisen an, die ebenfalls als Sprecherin dem Netzwerk angehört. Wichtige Beiträge für diese unmittelbare Umsetzung haben die am Netzwerk beteiligten Organisationen längst realisiert – etwa in Form von eigenen Hygienekonzepten, das kontinuierliche Schulen der Mitarbeitenden oder durch komplett neue Programme und Angebote. »Nach mehr als einem Jahr Ausnahmezustand ist jetzt die Zeit für mehr Normalität im Alltag von Kindern und Jugendlichen. Wir bieten allen politischen Akteurinnen und Akteuren unsere Hilfe und Unterstützung an, damit die gemeinwohlorientierten Akteure der Zivilgesellschaft ihren Teil dazu beitragen können, dass keine Heranwachsenden aufgrund der Pandemie zurückgelassen werden!«, so der gemeinsame Appell des Netzwerkes gemeinnütziger Organisationen. Um seinem Anliegen ein möglichst großes Gehör zu verschaffen, thematisiert das Netzwerk seine Forderungen unter dem Hashtag #gemeinsamstatteinsam2021 auch in den Sozialen Medien sowie auf https://gemeinsamstatteinsam2021.de/ im Internet.

 

Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung des Netzwerkes gemeinnütziger Organisationen, Berlin, 20. Mai 2021

Ausschreibung 2021 Dieter Baacke Preis

Die bundesweite Auszeichnung für medienpädagogische Projekte

Dieter

Mit dem Dieter Baacke Preis zeichnen die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bundesweit Projekte der Bildungs-, Sozial- und Kulturarbeit in Deutschland aus. Ziel ist es, herausragende medienpädagogische Projekte und Methoden aktiver Medienarbeit zu würdigen und bekannt zu machen. Bewerben können sich realisierte Projekte, die Kindern, Jugendlichen und Familien einen kreativen, kritischen Umgang mit Medien vermitteln und damit die Medienkompetenz fördern. 
Der Dieter Baacke Preis 2021 wird in folgenden Kategorien vergeben, die jeweils mit 2.000,- € dotiert sind:
a) Projekte von und mit Kindern
b) Projekte von und mit Jugendlichen 
c) Interkulturelle und internationale Projekte
d) Inklusive und intersektionale Projekte 
e) Projekte mit besonderem Netzwerkcharakter 
f) Sonderpreis 2021 (jährlich wechselndes Thema): »Love & Hate – Interaktionsrisiken kreativ aufgreifen«

Bewerben können sich Institutionen, Initiativen oder Einzelpersonen mit innovativen, originellen oder mutigen Projekten zur Förderung einer pädagogisch orientierten Medienkompetenz. Der Wettbewerb richtet sich an Projekte außerschulischer Träger (z.B. Jugendzentren, Kindergärten, Träger der Jugendhilfe oder Familienbildung, Medienzentren und Medieninitiativen) und Kooperationsprojekte zwischen schulischen und außerschulischen Trägern. Die Projekte sollten im Vorjahr entstanden sein oder im laufenden Jahr bis zur Bewerbungsfrist beendet sein.
Freundschaften, Liebesbeziehungen und Identitäten werden von Jugendlichen heute in Social Media-Kanälen und Gruppenchats entwickelt, ausgehandelt und manifestiert. Dies kann mitunter aus dem Ruder laufen. Es gilt, Kinder und Jugendliche für ihr digitales Beziehungs-Handeln im Netz zu sensibilisieren: Für den Sonderpreis 2021 zum Thema »Love& Hate« können medienpädagogische Projekte eingereicht werden, die mit kreativen medienpädagogischen Settings und Methoden Interaktionsrisiken rund um Liebe und Hass aufgreifen. 

Bewerbungsschluss: 31. Juli 2021 (Poststempel/Eingang der Online-Anmeldung).
Anmeldung und weitere Informationen: www.dieter-baacke-preis.de  

 

Quelle: Pressemitteilung der GMK – Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur, Fachverband für Medienpädagogik und Medienbildung, Bielefeld, 17. Mai 2021

Schutz, Befähigung und Teilhabe – Impulse für den Jugendmedienschutz

Veranstaltungsreihe von Mai bis Oktober 2021

Schutz

Die jeweils zweistündigen Veranstaltungen bieten Informationen und möchten zu Fragen anregen über Games und Interaktionsrisiken, Computerspiele und Abhängigkeit, News und Fake News, eSport und Jugendschutz, Rap-Musik in der Jugendarbeit sowie Peer-Projekte in der Prävention. 
Weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe im Flyer. 
Alle Veranstaltungen können einzeln gebucht werden, die Anmeldungsmodalitäten finden sich unter akjs-sh.de/veranstaltungen 

 

Quelle: Newsletter der Aktion Kinder- und Jugendschutz (AKJS) Landesarbeitsstelle Schleswig-Holstein e.V., Kiel, 17. Mai 2021

Kein Raum für Mißbrauch

Kein Raum für Missbrauch
Die BAJ unterstützt die Kampagne »Kein Raum für Missbrauch« des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs und deren Zielsetzung für ein gesamtgesellschaftliches Bündnis gegen sexualisierte Gewalt.

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